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Landkreis Augsburg

27.07.2017

Wo sich Photovoltaikanlagen wirklich lohnen

Eine Entscheidungshilfe bekommen Grundstückeeigentümer mit einem Solarkataster an die Hand, wo sich solche Fotovoltaikanlagen etwa auf Hausdächern im Landkreis Ausgburg lohnen

Ein Solarkataster soll Grundstückseigentümern im Landkreis eine Entscheidungshilfe geben. Warum das Thema wieder „in“ ist.

Wann und für wen sich die Installation von Photovoltaikanlagen auf dem Dach des eigenen Hauses wieder lohnt, das soll in Zukunft für jedes Grundstück im Landkreis ein Solarkataster ganz einfach erkennbar machen. Und so soll das Kataster funktionieren: Punktgenaue Daten des bayerischen Vermessungsamtes erkennen für jedes bebaute Grundstück im Landkreis die jeweilige Dachausrichtung und Neigung. Über eine Internet-Plattform kann der Grundstücksbesitzer verschiedene Daten eingeben wie die Wunschgröße seiner Photovoltaikanlage, ob er einen Batteriespeicher dazu möchte oder ob er für die Installation einen Kredit aufnehmen muss. Mit den unterschiedlichen Parametern errechnet das Programm, ob sich eine Photovoltaikanlage an diesem Standort lohnt und nach welcher Zeit die Investition wirtschaftlich wird.

Das Projekt hat die Klimaschutzbeauftragte des Landkreises, Margit Spöttle, jetzt im Umwelt- und Energieausschuss des Landkreises vorgestellt. Es soll höchstens 25000 Euro kosten. Denn weil der Landkreis vor zwei Jahren darauf verzichtet hat, Ökostrom und Ökoerdgas zu beziehen, sollen die so eingesparten Kosten in dieser Höhe jedes Jahr für ein lokales Klimaschutzprojekt eingesetzt werden.

Photovoltaikanlagen werden attraktiver

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Nach Einschätzung von Margit Spöttle steht die Fotovoltaik vor einem weiteren Boom. Bereits im Mai dieses Jahres sei in Deutschland genauso viel Strom aus Solarenergie erzeugt worden wie in Atomkraftwerken. Und nun würden Photovoltaikanlagen noch einmal attraktiver. Zwar sei im Laufe der vergangenen Jahre die Einspeisevergütung durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) gesunken. Gleichzeitig sei aber auch der Preis für Solarmodule stark zurückgegangen. Und nun komme noch das Thema der Batteriespeicher hinzu, die Solarenergie halten können. „Batteriespeicher gibt es jetzt schon an der Grenze zur Wirtschaftlichkeit“, so Spöttle. Was sie damit meint: In Zukunft könnte Solarenergie für viele Hausbesitzer eine echte Alternative zum Kauf von Strom von einem Erzeuger werden.

Und gleichzeitig könnte das Projekt der Umwelt helfen, hofft Kreisrat Joachim Schoner (Grüne), indem es hilft, Lücken auf den Dächern zu füllen. So sieht das auch Landrat Martin Sailer. Als neutrale Behörde könnte das Landratsamt helfen, Potenziale für die Solarenergie zu heben. Der Ausschuss entschloss sich für das Solarkataster als lokales Umweltprojekt 2017. Allein die Kreisräte Peter Kraus und Markus Brem (FW) waren dagegen. „Warum brauchen wir das? Das fällt doch in eine Zeit, in der das eh jeder macht, der wirtschaftlich denkt“, so Brem. Kraus schlug vor, die Summe in Liegenschaften des Landkreises zu investieren. Es handle sich um nicht viel mehr als ein Marketinginstrument.

Alte Kühlgeräte wurden ausgetauscht

Allerdings eines, das auch Erfolge aufweisen kann, berichtete Margit Spöttle aus dem Landkreis Ebersberg. Seit es dort ein ähnliches Solarkataster gibt, übrigens eines von bereits 800 in Deutschland, ist die Zahl der Solaranlagen dort um 76 Prozent gestiegen.

Auf derselben Sitzung berichtete der Energieberater für die Landkreisschulen, Norbert Endres, auch über das lokale Umweltprojekt 2016. Damals waren in den Landkreisschulen mehr als 20 mindestens zehn Jahre alte Kühlgeräte ausgetauscht worden. Der Investitionssumme von gut 15000 Euro steht nun eine jährliche Energieersparnis von gut 2500 Euro gegenüber, sodass sich das Projekt nach sechs Jahren amortisiert. Hinzu komme freilich noch der Umweltschutzeffekt, so Endres. Er geht von einer theoretischen Emissionsminderung von mehr als 500 Gramm CO2 je genutzter Kilowattstunde Strom aus.

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