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Königsbrunn

21.01.2020

Woher kommt der mysteriöse Kreis im Gras?

Auf einer Wiese in Königsbrunn ist recht gut sichtbar ein Kreis im Gras entstanden, der durch die dunklere Farbe auffällt.
Foto: Claudia Deeney

Plus Der Kreis in einer Wiese bei Königsbrunn ist kein gewöhnlicher Hexenring. Ein Historiker hat eine Vermutung, die jetzt geprüft wird.

Kreise in Kornfeldern haben immer wieder für Aufregungen in der Öffentlichkeit gesorgt und zu wilden Spekulationen geführt. Was diese Kreise gemeinsam haben ist, dass sie auf den ersten Blick auffallen. In der Brunnenstadt gibt es nun auch einen Kreis, allerdings muss der Interessierte schon querfeldein durch eine Wiese laufen und genau hinschauen, um dieses ringförmige Gebilde überhaupt auszumachen.

Die 16-jährige Nina Patel geht regelmäßig mit ihrem Hund spazieren und dabei fiel ihr am vergangenen Wochenende ein runder Kringel im Gras auf. Sie machte mit dem Handy ein Foto und zeigte es daheim ihrer Mutter Heidi. Heidi Patel ist Lehrerin am Gymnasium Königsbrunn und setzt sich für Natur ein und mit Natur auseinander. Ihr ließ der Anblick des Kreises keine rechte Ruhe, wie sie erzählt: „Ich dachte zuerst eigentlich an so lustige Sachen, wie Ufos gelandet in der Brunnenstadt.“ Von ihrem Schlafzimmerfenster aus, sehen die Patels immer wieder Flugzeuge im Anflug, die dann in der Warteschleife vollbeleuchtet ihre Runden drehen und ganz plötzlich verschwinden. Und aus dieser lustigen Laune heraus, hat sich die Lehrerin auch an unsere Zeitung gewandt.

Für einen Hexenring fehlen die Pilze

Zusammen mit ihrem Mann Minesh und unserer Mitarbeiterin wanderte sie dann noch mal in die Richtung, wo sie das ringförmige Gebilde laut Angaben der Tochter vermutete und tatsächlich ist dort ein Kreis zu sehen. Das Gras ist ringförmig dunkler, als auf dem Rest der kurzgemähten Wiese. Heidi Patels ursprüngliche Erklärung, dass eventuell ein bestimmter Pilz für die dunklere Färbung verantwortlich sein könnte, gerät ins Wanken beim genauen Betrachten der Grasbüschel. Die sogenannten Hexenringe, die durch den Pilzwuchs entstehen, sind in der freien Natur immer wieder zu bewundern. Beim genauen Betrachten der Grasbüschel finden sich aber keine Spuren der Fruchtkörper und die müssten eigentlich zu sehen sein.

„Also vielleicht doch die Ruine eines keltischen Grabes, oder sonst irgendwelche Überreste dieser Art“, überlegt Heidi Patel laut, meint das aber eher scherzhaft. Daheim wartet dann eine Überraschung auf sie. Den Dingen auf den Grund gehen, das liegt ihr am Herzen und deswegen hatte sie das Foto an einen Archäologen gesandt mit der Bitte sich das mal anzuschauen. Sein Kommentar per Mail: „Der Kreis könnte tatsächlich ein archäologischer Befund sein, der zufällig jetzt, da die Vegetation in einer ganz bestimmten Phase ist, sichtbar wird. Es gibt vorgeschichtliche kultische Kreisgrabenanlagen, teils auch im Zusammenhang mit Totenkult.“

Die Denkmalbehörde soll den Fund prüfen

Vielleicht habe der Kreis aber auch eine völlig andere Ursache. Damit dies seriös geprüft wird, solle sich Heidi Patel an die zuständige Denkmalbehörde wenden. Das hat die Englisch- und Spanisch-Lehrerin selbstverständlich sofort gemacht und wartet nun gespannt auf eine Reaktion, wie sie sagt: „So oder so, egal was rauskommt, es ist auf jeden Fall interessant für mich und meine Familie und wir hoffen, dass wir für den Kreis eine Erklärung erhalten.“

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