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Klosterlechfeld

25.03.2009

Wolfgang Morhart kämpft um sein Idyll

Mit allem hatte Wolfgang Morhart gerechnet, nur damit nicht. Vor fünf Jahren kaufte sich der Klosterlechfelder ein Stückchen Grund hinter seinem Haus in der Fuggerstraße. Er pflanzte Sträucher, legte Beete an und baute ein kleines Gewächshaus. Jetzt muss der Garten weg - samt Pflanzen und Bebauung. Von Monika Schmich

Klosterlechfeld/ Untermeitingen. Mit allem hatte Wolfgang Morhart gerechnet, nur damit nicht. Vor fünf Jahren kaufte sich der Klosterlechfelder ein Stückchen Grund hinter seinem Haus in der Fuggerstraße. Er pflanzte Sträucher, legte Beete an und baute ein kleines Gewächshaus. Jetzt muss der Garten weg - samt Pflanzen und Bebauung. Eine Aufforderung des Landratsamtes. Wolfgang Morhart versteht die Welt nicht mehr: "Wer kann mir denn verbieten, dass ich auf meinem Grund Radieschen oder Tomaten anpflanze". In "Servus", dem Mitmach-Portal unserer Zeitung, machte Morhart seinen Fall publik.

Fälle wie der des 51-Jährigen sind nicht selten, heißt es im Landratsamt. Dabei würde ein Blick ins Gesetzbuch so manchem Eigentümer reichlich Ärger ersparen. Auch im Fall Morhart. Doch der Tipp kommt für den Klosterlechfelder zu spät. Was dem Mann beim Kauf seines Gartens nicht bewusst war: Das Areal, das damals brachlag, gehört nicht zum Ortsbereich von Klosterlechfeld.

Sein privates Idyll pflanzte der Mann auf Untermeitinger Flur - und zwar in den Außenbereich. Für diese Gebiete gelten ganz spezielle Regeln: Bauen und ackern darf hier nur, wer Privilegien genießt, Landwirte zum Beispiel. Und da Wolfgang Morhart kein Landwirt ist, ist sein Garten - streng nach dem Gesetz - illegal.

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Jahrelang ist der Missstand niemandem aufgefallen. Weder dem Notar, der den Kauf abgewickelt hat, noch der Gemeinde Untermeitingen, die die Fläche vermessen hat. "Woher sollen wir wissen, dass Herr Morhart kein Landwirt ist", verteidigt man sich dort. Drei Gärten entstanden entlang der Anwesen in der Fuggerstraße. Doch jetzt ist Schluss.

Unablässiges Bauen brachte das Fass zum Überlaufen

Der "illegale Gartenbau" kam ans Licht, als einer der Grundstückseigentümer einen Antrag im Gemeinderat einreichte. Schon zuvor hatte der immer wieder kleine Hütten und Unterstände auf dem Grundstück errichtet - illegal. Nun wollte er auch noch einen Stromanschluss beantragen. Die Gemeinde Untermeitingen wurde stutzig. "Wir wurden gebeten, die Sache zu überprüfen", berichtet der Sachbearbeiter im Landratsamt, Gerald Reichhart. Und plötzlich geriet auch Wolfgang Morhart ins Visier. "Um die Gärten hätten wir kein Aufhebens gemacht", sagt Reichhart. "Aber das unablässige Bauen des Nachbarn hat das Fass zum Überlaufen gebracht."

Wolfgang Morhart nutzt das wenig. Nicht nur die Bauten des Nachbarn müssen weg, auch sein Garten muss weichen. Schließlich handelt es sich dabei um einen Verstoß gegen das Gesetz - egal, wie groß das Ausmaß ist.

Gleichbehandlung ist das Prinzip, betont der Fachmann im Landratsamt: "Ich kann nicht vom einen verlangen, dass er es wegreißen muss, und beim anderen wegschauen", sagt er.

Bisher hat es das Landratsamt bei einer formlosen Aufforderung belassen. Wenn Wolfgang Morhart bis zum 20. Juni seinen Garten nicht beseitigt hat, drohen Zwangsgeld oder gar Prozesskosten. Der 51-Jährige will aber auf keinen Fall klein beigeben. "Es gibt immer Wege, wenn man nur nicht so stur ist", sagt er.

Bei uns im Internet

Mehr über den Fall Morhart und das Mitmach-Portal "Servus" unter

schwabmuenchner-allgemeine.de

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