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Ferienprogramm

11.08.2017

Zeitreise zu den römischen Legionären

Mit den Referenten vom Arbeitskreis für Vor- und Frühgeschichte, Siglinde Matysik und Rainer Linke, unternahmen die Buben und das Mädchen eine Zeitreise zurück zu unseren Vorfahren, die auf dem Lechfeld gesiedelt hatten.
Bild: Sabine Hämmer

Wie Königsbrunner Kinder frühe Geschichte ihrer Heimat erleben

Eine spannende und informative Zeitreise zurück zu unseren Vorfahren boten Siglinde Matysik und Rainer Linke vom Arbeitskreis für Vor- und Frühgeschichte, im Rahmen des Ferienprogramms an. Sieben Schüler und eine Schülerin im Alter von zehn bis vierzehn Jahren stiegen gemeinsam mit den beiden Referenten hinunter ins Archäologische Museum, das im Rathauskeller angesiedelt ist.

Dort unten ließen Matysik und Linke anhand von archäologischen Funden, einer großen Übersichtskarte und nachgestellten Requisiten die Zeit vom Jahr 400 (Abzug der Römer) bis zum Jahr 750 nach Christus (Alamannen) lebendig werden. Begeistert betrachteten die Schüler auch die Spuren der Menschen vor 6000 Jahren, die mit Pfeilspitzen, Bohrern und anderen Werkzeugen nachgewiesen werden konnten. Siglinde Matysik erklärte: „Schon in der Jungsteinzeit, um 4000 vor Christus, durchstreiften Jäger und Sammler den Königsbrunner Raum.“ Über den komplett erhaltenen Skelettfund aus der Glockenbecher-Kultur (2500 – 2100 v. Chr.), die drei Epochen der Bronzezeit bis hin zur Urnenfelderzeit (1200 – 800 v. Chr.) führte die Zeitreise, die mit der römischen Kaiserzeit endete (400 n. Chr.)

„An der Via Claudia Augusta, die sich in Nord-Süd-Richtung durch das Lechfeld zieht, werden immer wieder Zeugnisse der Römer gefunden“, erklärte Siglinde Matysik, die gemeinsam mit ihrem Kollegen Rainer Linke seit Jahrzehnten aktiv in der Grabungsarbeit tätig ist. „Kennt ihr denn bereits Ausgrabungen, die von den Römern stammen?“, fragte Rainer Linke. Julius, der als großer Geschichtsfan bereits im vergangenen Jahr beim Ferienprogramm aktiv war, nannte sofort das Mithraeum, eine Kultstätte für den römischen Gott Mithras und das Römerbad, beides entdeckt und freigelegt auf dem Gebiet des neuen Friedhofs.

Anhand einer großen Europakarte zeigte Rainer Linke der Gruppe das einstige riesige Römische Reich. „Da die Römer sehr wissbegierig waren und rasch von anderen Völkern lernten, gewannen sie mit diesem Wissen auch die Oberhand über weniger kultivierte Stämme“, sagte Linke. Unzählige Kaiser wurden in dieser Zeit gekrönt und ebenso schnell wieder ermordet, erfuhren die Schüler von ihm. Spezielle, für jeden von ihnen geprägte Münzen, kamen in Umlauf und erzählten auf diese Weise – quasi als moderne Presse – von der neuesten politischen Entwicklung im Römischen Reich.

„Um bartlos zu bleiben, ließen sich Römer bereits damals auf äußerst schmerzhafte Weise mit Wachs enthaaren“, sagte Siglinde Matysik. Begeistert betrachteten die Schüler einen römischen Krieger, mit Helm, Schild und Kettenhemd. Den dazu passenden Fototermin mit Schild und Schwert ließ sich keiner der jungen Gäste entgehen.

Als kleine Erinnerung an den spannenden Ausflug ins Römerreich durften sich die Schüler noch Überreste von Besiedlungen, Tuffsteine, römische Ziegelreste und zerbrochene Steine, aus denen Pfeilspitzen gefertigt wurden, einpacken. (hämm)

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