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Gersthofen

04.05.2018

Zieht die ISA an den Gersthofer Bahnhof?

Die Internationale Schule Gersthofen will ihr altes Gebäude verlassen und einen neuen Campus bauen.
Bild: Marcus Merk

Bildung Die Gersthofer Internationale Schule wächst seit ihrer Gründung ständig und braucht ein neues Gelände. Doch die Suche   erweist sich als schwierig

 

Gersthofen Die neue Mittelschule ist gerade eröffnet, die Planungsarbeiten für das neue Paul-Klee-Gymnasium sind in vollem Gange. Nun zeichnet sich schon wieder ein Schulneubau in Gersthofen ab: Die International School Augsburg sucht dringend neue Räume für größere Kapazitäten. Doch ein Vorschlag für ein Grundstück in Bahnhofsnähe wurde vom Planungsausschuss knapp mit 7:6 Stimmen abgelehnt.

Vorgeschlagen hatten die beiden Schulleiter Cathie Mullen und Marcus Wagner eine Fläche nördlich des Park-and-Ride-Platzes beim Bahnhof. Sie verweisen darauf, dass die Stadt Gersthofen die Eröffnung der Schule im Jahr 2005 erst möglich gemacht hatte. „Die ISA hat heute knapp 350 Schüler aus 38 Nationen und 90 Mitarbeiter mit 18 Nationalitäten.“ Inzwischen leben auch mehr als sieben Prozent der Schüler mit ihren Eltern in Gersthofen.

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Die Erfolgsgeschichte wollen Mullen und Wagner weiterschreiben. Die Schule besitze in den nächsten fünf bis zehn Jahren aufgrund der aktuellen wirtschaftlichen Entwicklung des Wirtschaftsraums Augsburg ein Potenzial von bis zu 600 Schülern, das am heutigen Standort nicht unterzubringen sei.

Ein Umzug in den Altbau des Paul-Klee-Gymnasiums, wenn der Neubau auf dem Festplatz komme wegen der langen Zeit nicht infrage. „Aus Gesprächen ist uns bekannt, dass das Gymnasium frühestens 2024, eher 2025 vollständig umziehen wird.“ Erst in acht bis zehn Jahren einen neuen Campus beziehen zu können, sei ein unmachbar später Zeitpunkt.

Schulhaus ist sanierungsbedürftig

Denn das heutige ISA-Schulhaus, ein früheres Gewerbegebäude,  befindet sich in einem extrem sanierungsbedürftigen Zustand. „Ein weiteres Wachstum ist selbst mit Containern wegen der verkehrlichen und Parksituation maximal bis 400 Schüler vorstellbar.“

Zudem läuft die offizielle Schulgenehmigung des Landratsamts 2020 aus. Wagner: „Selbst wenn die Verlängerung signalisiert wurde, war dies sehr widerwillig und mit der Ankündigung versehen, dass dies nicht für lange sein wird.“

Weil bis aus Landsberg, Nördlingen, dem Münchner Westen und Ulm Schüler an die ISA kommen, sei eine optimale Anbindung an den Öffentlichen Nahverkehr und den Individualverkehr ein Schlüssel zum Erfolg. Für die auswärtigen ISA-Schüler würde wein zusätzlicher Bustransport vom Gersthofer Bahnhof zum heutigen Paul-Klee-Gebäude einen zusätzlichen Zeitbedarf bedeuten. Ein Standort am Bahnhof würde wiederum die Transportzeiten verkürzen und die Attraktivität der Schule weiter erhöhen, so Mullen und Wagner weiter.

Die Schulleitung hat in ersten Gesprächen die Auskunft von der Regierung von Schwaben bekommen, dass eine Förderung von bis zu 70 Prozent der Baukosten möglich sei. Von vorläufig 30 Millionen Euro geschätzten Baukosten wären dies dann bis zu 21 Millionen. Bei aller grundsätzlicher Unterstützung für die ISA passe ein Schulcampus nördlich des Bahnhofsbereichs nicht ins Gefüge sagte Max Poppe (CSU): „Wir sollten die Option für hochwertige Gewerbe- und Industrieansiedlungen offenhalten.“

Aufwertung für diese Ecke Gersthofens

Eine Aufwertung dieses Bereichs von Gersthofen hingegen erwartete sich Peter Schönfelder (SPD) von einem Schulcampus dort. „Das würde vielleicht ein weiteres Argument für ein drittes Gleis bringen.“ Dem stimmte Bürgermeister Michael Wörle zu: „Wir investieren zehn Millionen Euro in den Umbau des Bahnhofsgeländes. Eine Belebung durch Schüler könnte verhindern, dass das Areal dann wieder unattraktiv wird.“

Jürgen Schantin (W.I.R.) verwies auf den Lärm der Bahnlinie. „Das wäre planungsrechtlich eine Fehlentwicklung.“ Die ISA solle gemeinsam mit der Verwaltung nach anderen Grundstücken suchen. Diesem Vorschlag schloss sich Bernhard Happacher (Freie Wähler) an. Albert Kaps (Pro Gersthofen) erinnerte daran, dass es auch schwierig gewesen sei, den Lärmschutz am heutigen Standort der ISA zu lösen. Dass die Schule in die Nähe des Bahnhofs wolle, hielt er für verständlich.

Schließlich wurde eine weitere Prüfung des Areals beim Bahnhof mit 7:6 Stimmen abgelehnt. Es sollen Alternativgrundstücke gesucht werden. Marcus Wagner von der ISA wollte sich zu dieser Entscheidung gestern nicht äußern.

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