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Schwabmünchen

18.03.2015

Ziemlich beste Freunde

Mittelschüler Ali Akubar (rechts) war zusammen mit seinem „Mitarbeiter“ Mathias Auer von den Ulrichswerkstätten für das Backen der Waffeln zuständig.
Bild: Foto: Sandra Deschler 

Die Mittelschule Schwabmünchen lässt sich auf Menschen mit Behinderung ein. Und schon lösen  sich die Berührungsängste in Luft auf.

„Soziales Handeln in Institutionen und Einrichtungen sowie gemeinsame Vorhaben mit ausgewählten Zielgruppen planen und gestalten“, so steht es explizit im aktuellen Lehrplan des berufsorientierenden Zweiges „Soziales“ an Mittelschulen in der 10. Jahrgangsstufe. Diese Inhalte setzten jetzt die Schüler des zehnten Jahrgangs im Fach Soziales an zwei Tagen um.

Für Fachlehrerin Judith Müller-Weh war jedoch nicht nur der Lehrplan ausschlaggebend für diese Aktion. Die Erfahrung zeigt, dass Projekte, in denen sich die Schüler aktiv und selbstständig mit anderen Personengruppen, seien es Kindergartenkinder, Alte, Kranke oder Menschen mit Behinderung, auseinandersetzen, die beste Möglichkeit bieten, Berührungsängste und Vorurteile abzubauen. Die ersten Kontakte knüpften die Schüler bei einem Besuch der Ulrichswerkstätten im Dezember. Bei einem Rundgang durch die Werkstätten sowie bei einer individuellen Hospitation (jeder Schüler arbeitete mit den Menschen mit Behinderung in einer anderen Gruppe) gewannen die Schüler einen ersten Eindruck: Wie ist der Tag strukturiert? Wo wohnen diese Menschen? Was machen sie in den einzelnen Werkstattgruppen? Wie sieht ihre Freizeit aus?

Geduldig beantwortete Daniela Füchsle, die Leiterin der Förderstätte, die vielen Fragen der Schüler im Anschluss, die sich vor allem um mögliche Berufsbilder drehten. Als kleines Dankeschön für diesen Einblick in die Einrichtung überreichten die Schüler den jeweiligen Werkstattleitern einen „Kuchen im Glas“ und versprachen eine Gegeneinladung an die Leonhard-Wagner Mittelschule.

Im neuen Jahr begannen sofort die Planungen, die von den Schülern komplett selbstständig durchgeführt wurden. Im März war es dann so weit. 15 Menschen mit Behinderung und drei Betreuer der Ulrichswerkstätten besuchten die Mittelschule. Nun wurden in Zweierteams Mini-Monster-Pizzas gebacken, Desserts zubereitet, Tische gedeckt, Eier bemalt, Servietten gefaltet. Es wurde viel gelacht und die eine oder andere Gemeinsamkeit entdeckt, Berührungsängste lösten sich in Luft auf.

Viel Spaß hatten schließlich noch alle bei der gemeinsamen Schulhausführung und beim abschließenden Quiz, bei dem es Gummibärchen zu gewinnen gab. (SZ)

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