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18.06.2009

Zivilrichterin verlässt das Schwabmünchner Gericht

Schwabmünchen (uri) - Jetzt wird erst einmal Urlaub gemacht. Denn in wenigen Wochen kehrt sie nach Augsburg zu ihren privaten wie beruflichen Wurzeln zurück: Johanna Lengle, Richterin am Amtsgericht Augsburg in der Zweigstelle Schwabmünchen.

Zweieinhalb Jahre setzte sie vor Ort nachhaltige Akzente, ob nun als Zivilrichterin oder in ihrer Funktion als Abteilungsleiterin beziehungsweise als weitere aufsichtführende Richterin. Im Rahmen dieser Tätigkeit war die gebürtige Augsburgerin somit auch die Vorgesetzte für alle Mitarbeiter des nicht richterlichen Dienstes. Demnächst wird Johanna Lengle am Amtsgericht Augsburg voraussichtlich Insolvenz- und Zivilverfahren unter ihre (juristischen) Fittiche nehmen.

Letztlich handelt es sich nur um einen Wechsel innerhalb des Gerichts. Dennoch: Bis zum 15. Juli muss der Schreibtisch im Büro mit der Zimmernummer 101 geräumt sein, da bereits einen Tag später der Nachfolger im Amt erwartet wird. Kein Unbekannter ist am Schwabmünchner Amtsgericht Dr. Franz Geist-Schell, war er hier doch schon vor einigen Jahren als Zivilrichter tätig und wird als äußerst erfahren gewürdigt. Derzeit ist er noch am Amtsgericht Augsburg für Strafsachen zuständig.

Nicht gerade in die Wiege gelegt wurde Johanna Lengle die Juristerei, wenngleich der Schwager in gewissem Sinn die Weichen für ihren späteren Traumberuf stellte. Mit Leib und Seele ist die Mutter von drei erwachsenen Kindern Richterin. So ist ihre berufliche Tätigkeit geprägt von der Maxime, stets der Gerechtigkeit nahe zu kommen, einst gegnerische Parteien zu befrieden und dabei Entscheidungen herbeizuführen, mit denen beide Seiten leben und ihr Gesicht wahren können. Persönliche Unabhängigkeit, ein hohes Maß an Gestaltungsmöglichkeiten sowie der direkte Kontakt zu den Menschen sind für sie darüber hinaus wichtige, gleichwohl individuelle Bausteine ihres Berufs, der besonders große Menschenkenntnis erfordert.

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Sie war gerne hier

Nein, es hat sie nicht aus Schwabmünchen "weggezogen". Johanna Lengle war sehr gerne hier. Erleichtert ist sie allenfalls, dass künftig die für sie leidige Fahrerei mit dem Auto vorbei ist. Daneben hofft sie, alsbald wieder mehr Zeit für die schönen Dinge des Lebens, ihre vielfältigen Hobbys, zu finden.

Was bleibt, ist die Erinnerung an eine gute Zeit, aber auch an eine Vielzahl von Zivilprozessen, in denen nicht selten - gleich welcher Bildungsstand - "richtig viel gelogen wurde". Natürlich hat sie dies, und der menschlichen Schwächen sind noch mehr, immer wieder durchschaut. Was wundert, dass solche Verhaltensmuster auch schon mal eine wahrlich erfahrene Richterin zur Verzweiflung bringen. Und dann denkt sie sich: "Hört doch endlich auf zu lügen ...!"

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