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Mickhausen

18.05.2015

Zögern vor dem großen Wurf

Baudirektor Ludger Klinge (rechts) referierte in Mickhausen über Möglichkeiten zur Ausarbeitung eines Gemeindeentwicklungskonzepts. Bürgermeister Hans Biechele (links) und seine Gemeinderäte sehen sich hier vor einer großen Herausforderung.
Bild: Günter Köhler

 Mickhausen weiß um die Chancen eines Einwicklungsplans. Doch die Kosten für die Umsetzung schrecken ab

  Im Mickhauser Gemeinderat gab es in den letzten Jahren immer wieder mal Überlegungen, wie sich die Gemeinde künftig weiterentwickeln sollte und könnte. Dies führte jedoch bis heute zu keinen konkreten Ergebnissen. Bürgermeister Hans Biechele nahm dies jetzt zum Anlass, Baudirektor Ludger Klinge vom Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) Schwaben in Krumbach zu einer Gemeinderatssitzung einzuladen, um über Aufgaben und Möglichkeiten eines Gemeindeentwicklungsprogramms zu referieren und entsprechende Denkanstöße in dieser Richtung zu geben. Das Fazit von Ludger Klinge: Um auch möglichst alle finanziellen Fördermöglichkeiten ausschöpfen zu können, sollte sich Mickhausen zur Erstellung eines sogenannten Gemeindeentwicklungskonzepts (GEK), das etwa die Entwicklung der kommenden 15 Jahre umfassen könnte, entschließen. Dieses Konzept würde sowohl eine Dorferneuerungsplanung als auch notwendig werdende Infrastrukturmaßnahmen beinhalten.

Von einer in der Diskussion angesprochenen Beschränkung auf einzelne Maßnahmen im Rahmen der Dorferneuerungsrichtlinien, was theoretisch möglich wäre, riet der Baudirektor trotz gestiegener Fördersätze eher ab und plädierte stattdessen für die Erstellung eines GEK. „Denn es geht hier auch um eine kontrollierte Gemeindeentwicklung, die die Herausforderungen im ländlichen Raum wie etwa Strukturwandel, zunehmende Überalterung der Bevölkerung, aber auch die Bereiche Freizeit, Er-holung, Hochwasserschutz oder etwa erhöhtes Verkehrsaufkommen mit berücksichtigt“, umriss Klinge das Konzept.

Ludwig Klinge betonte: „Gemeindeentwicklung ist für Sie ein bürgerorientierter Prozess, um Leitlinien und Ziele für die künftige nachhaltige Entwicklung in der Gesamtgemeinde Mickhausen zu erarbeiten.“ Dabei gehe es vor allem um Handlungsfelder wie Soziales und Generationen, Bauen und Wohnen, Umwelt, Energie und Umweltschutz, Verkehr und Flächenmanagement. Aber auch um ein zu erstellendes „Leitbild“ für Mickhausen.

Für die Aufstellung eines GEK ist eine finanzielle Förderung bis zu 75 Prozent oder maximal 50000 Euro möglich. Nach der Bewilligung sollte eine öffentliche Auftaktveranstaltung mit der Gründung von Arbeitskreisen folgen zur weiteren Ausarbeitung des Entwicklungskonzepts bis zu seiner Fertigstellung.

Bürgermeister Biechele und seine Gemeinderäte sehen sich vor einer großen Herausforderung und waren sich einig, dass es sicher noch einiger Überlegungen und Zusammenkünfte bedürfe, bis es soweit ist. „Denn bei allen Entwicklungsgedanken müssen wir immer auch unsere finanziellen Möglichkeiten im Auge behalten“, mahnte Biechele.

Vorstellbar sei zunächst eine Klausurtagung oder ein Seminar des Gemeinderats vor einem Beschluss zur Gemeindeentwicklung. Das von Ludger Klinge auch erwähnte Integrierte Ländliche Entwicklungskonzept (ILEK), an dem mehrere Kommunen beteiligt wären und das laut Klinge auch „gewisse Einspareffekte“ mit sich bringen könnte, wurde von Bürgermeister Biechele und dem Gemeinderat eher als „hier wohl nicht praktikabel“ angesehen. Auch wenn die Fördersumme mit 70000 Euro nochmal um 20000 Euro höher als beim GEK wäre.

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