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Bobingen

23.02.2021

Zu kleiner Kreisverkehr in Bobingen: Hier passiert alle sechs Wochen ein Unfall

Im Kreisverkehr in der Mitte Bobingens werden immer wieder die Geländer, die dort zum Fußgängerschutz angebracht sind, beschädigt. Die Stadtverwaltung sieht die Schuld bei unaufmerksamen Lkw-Fahrern.
Bild: Elmar Knöchel

Plus Immer wieder demolieren in Bobingen Lastwagen im Kreisel in der Hochstraße beim Hotel Krebs den Zaun für die Fußgänger. Was Polizei und Stadt dazu sagen.

Ein Kreisverkehr soll eine unübersichtliche Kreuzungssituation entzerren, die gefahrenen Geschwindigkeiten verringern und Unfallzahlen reduzieren. Das gelingt dem Minikreisel in der mittleren Hochstraße Bobingens nur bedingt. In den Jahren 2019 und 2020 wurde insgesamt 16-mal das umgebende Geländer angefahren. Im Schnitt kracht es dort in jeder sechsten Woche.

Der Grund scheint der mangelnde Platz zu sein. Denn an dieser Stelle mit Hotel, einer gegenüberliegenden Metzgereifiliale und dem Flüchtlingsheim konnte kein zusätzlicher Platz geschaffen werden. So wurde der Kreisverkehr auf der zur Verfügung stehenden Fläche gebaut. Die Mitte des Kreisels ist zwar befahrbar, aber die in der Einfahrt angebrachten Querungshilfen für Fußgänger schaffen räumliche Enge. Somit werden, hauptsächlich von langen Lastern oder Sattelschleppern, oftmals die zum Fußgängerschutz angebrachten Geländer durch die Hecks der abbiegenden Fahrzeuge beschädigt.

Pro Unfall ein Schaden von 1000 Euro

Dabei entsteht am Geländer pro Unfall ein durchschnittlicher Schaden von rund 1000 Euro. Gerade die Fahrer von Sattelschleppern bemerken die Berührung am hinteren Fahrzeugteil oft nicht. Es geschieht oftmals, dass die Lkw-Lenker einfach weiterfahren. Die Bobinger Polizei muss also immer wieder wegen Unfallflucht ermitteln. In Fällen, in denen der Unfallverursacher nicht ermittelt werden kann, bleibt die Stadt Bobingen auf den Kosten sitzen.

Auf Anfrage unserer Zeitung wurde seitens der Stadt bestätigt, dass die Reparaturarbeiten von externen Firmen erledigt würden. Als Unfallursache sieht man bei der Verwaltung die Unachtsamkeit der Fahrer und oftmals überhöhte Geschwindigkeit. Der auf engem Raum realisierte Minikreisel erfülle alle planerischen Vorgaben, sodass die Schuld bei den Fahrzeuglenkern zu suchen sei, teilte die Pressestelle der Stadt mit.

Durchfahrt für Lkw verbieten?

Bei der Bobinger Polizei sieht man das Geschehen etwas differenzierter. Im Gespräch mit unserer Zeitung bestätigte Markus Graf, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion Bobingen, dass es dort am Kreisverkehr schon sehr eng zuginge. Speziell für die Fahrer von sehr langen Lastern sei diese Verkehrssituation nicht immer leicht zu beherrschen. Doch, so erklärte Graf, seien gerade die immer wieder beschädigten Geländer für die Sicherheit der Fußgänger in dem Bereich wichtig. "Lieber einen Sachschaden riskieren, als dass ein Mensch zu Schaden kommt."

Über mögliche Lösungsansätze sei immer wieder nachgedacht worden. Es wäre nun, da die Hochstraße mittlerweile keine Kreisstraße mehr ist, möglich, die Durchfahrt für schwere Lkw komplett zu verbieten. Eine andere Variante wäre ein Abbiegeverbot. Momentan seien aber keine Veränderungen der Verkehrsführung geplant.

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