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Ballonfahrt in Königsbrunn fällt aus

28.06.2009

Zum Jubiläum müssen Ballone am Boden bleiben

Königsbrunn "Wir wollen ja, dass alle wieder heil runterkommen." Andreas Aigner klingt enttäuscht, als er das am Samstagabend sagt - denn es bedeutet, dass zum Jubiläum 25. Heißluftballonwettfahrt in Königsbrunn keiner der Ballonpiloten abheben wird. Von Manuela Antosch

Königsbrunn. "Wir wollen ja, dass alle wieder heil runterkommen." Andreas Aigner klingt enttäuscht, als er das am Samstagabend sagt - denn es bedeutet, dass zum Jubiläum 25. Heißluftballonwettfahrt in Königsbrunn keiner der Ballonpiloten abheben wird.

Die Umstehenden klatschen verhalten. 25 Teams aus Deutschland und der Schweiz sind teils mehrere Hundert Kilometer angereist, um zum Gautsch-Auftakt an der traditionellen Heißluftballonwettfahrt teilzunehmen. Aber das Wetter machte ihnen einen Strich durch die Rechnung: Dunkle Gewitterwolken am Himmel verdrängten die bunten Ballone. Die Organisatoren sagten notgedrungen alle Fahrten des LEW-Ballon-Cups ab.

"Der Sport ist nun mal so witterungsabhängig wie fast kein anderer", kommentiert das Josef Stöhr, "nicht nur bei Gewitter können wir nicht fahren, sondern auch schon bei relativ leichtem Wind." Doch genau das macht für ihn den Reiz des Sports aus: dass Ballonfahren nur bei guten Bedingungen möglich ist: "Das ist eben was Besonderes."

Zum Jubiläum müssen Ballone am Boden bleiben

Dass Stöhr auf die Absage relativ gelassen reagiert, kann auch daran liegen, dass er wegen einer Knieverletzung heuer hätte sowieso nicht starten können. Das erste Mal in 25 Königsbrunner Wettfahrten. Dieses Jubiläum feiern die Ballonfreunde nun am Boden, im "Wettfahrtstadel" an der Fohlenhofstraße.

Erste Wettfahrt zum Spatenstich für die Königstherme

Anfang der 80er-Jahre kam unter Bürgermeister Fritz Wohlfarth die Idee auf, in Königsbrunn ein europäisches Ballonmuseum zu bauen. Im Oktober 1983 gab es deshalb zum Spatenstich der Königstherme die erste Königsbrunner Heißluftballonwettfahrt. Neun Ballone trafen sich dazu auf dem Sportplatz des Gymnasiums. Unter ihnen war auch eine Nachbildung des ersten Heißluftballons, der Montgolfière aus dem Jahr 1783. Die Hülle litt schon in der Brunnenstadt an den Tücken der historischen Konstruktion und trug einige Brandlöcher davon, erinnert sich Josef Stöhr - kurz nach der Königsbrunner Wettfahrt sei dieser Ballon ganz in Flammen aufgegangen.

Das geplante Ballonmuseum ging 1985 nach Gersthofen

Damals ist der Meringer zum ersten Mal in einem Ballon mitgefahren. Als Mitarbeiter im Bauamt der Stadt Königsbrunn hatte er die Wettfahrt mit organisiert und Gasflaschen geschleppt - und dabei Blut geleckt. Drei Jahre später begann Stöhr seine Ausbildung zum Ballonpiloten.

1985 kam dann der Rückschlag für Königsbrunn: Das Ballonmuseum ging nach Gersthofen in den dortigen Wasserturm. Das Ballonfahren ging trotzdem weiter. 1986 fand die Wettfahrt erstmals im Rahmen der Gautsch statt, zwölf Heißluftballone traten damals an. Organisiert wurden die Wettfahrten von der "Kulturgesellschaft Freiballon", in deren Vorstand Stöhr aktiv war, später dann vom Freiballonverein Augsburg.

Freude am Ballonfahren steht vor dem Wettkampf

Am 16. November 1994 gründete Stöhr mit einigen Gleichgesinnten den Verein "Ballonfreunde Lechfeld" mit Sitz in Königsbrunn. Seither sind die Ballonfreunde auch Ausrichter der Königsbrunner Heißluftballonwettfahrt. Vorsitzender Andreas Aigner aus Oberottmarshausen erklärt: "Nicht der sportliche Ehrgeiz steht im Vordergrund, sondern die Freude am Ballonfahren."

Diese Freude blieb den Luftfahrern am Wochenende verwehrt. Der guten Laune im Wettfahrstadel tat das keinen Abbruch: "Eigentlich hatten wir bisher ja viel Glück: Das ist erst das dritte Mal, dass die Wettfahrt witterungsbedingt ausfällt", meint Stöhr.

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