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Warentauschtag

25.04.2012

Zum Wegwerfen zu schade, zum Tauschen gut genug

Reichlich Bierkrüge füllten beim Warentauschtag den Haushaltswarentisch in der Vergangenheit – und fanden schnell Interesse.

70 Helfer sind am Samstag im Einsatz, damit nicht mehr benötigte Dinge ihre Besitzer wechseln können

Königsbrunn Manchen Menschen fällt es schwer, Dinge wegzuschmeißen, die sie zwar definitiv nicht mehr benötigen, die aber zum Wegwerfen eigentlich viel zu schade sind. Diese Menschen sollten sich den Samstag, 28. April, ganz dick im Kalender anstreichen: Dann findet in Königsbrunn wieder der Warentauschtag statt. Zum vierten Mal organisiert die Zeitbörse Königsbrunn den Warentauschtag auf dem Pausenhof des Fritz-Felsenstein-Hauses, zu dem in den vergangenen Jahren mehrere Hundert Besucher kamen, Tendenz steigend.

„Der Reiz des Warentauschtages liegt in der doppelten Freude“, erläutert Ulrich Galas vom Organisationsteam, „die einen geben etwas ab und befreien sich von Dingen, die sie nicht mehr benötigen und für die anderen haben die Sachen noch einen Wert“. Am Vormittag kann jeder Dinge, die er loswerden möchte, bei den ehrenamtlichen Helfern abgeben. Es wird alles angenommen, was sauber, ordentlich und funktionsfähig ist und was von einer Person getragen werden kann. Textilien und Schuhe sind ausgeschlossen. Nachmittags kann jeder – unabhängig davon, ob er etwas abgegeben hat oder nicht – kostenlos so viel mitnehmen wie er will beziehungsweise tragen kann. Der Königsbrunner Warentauschtag ist im Großraum Augsburg und München einzigartig, weiß Galas. Lediglich in Memmingen wird ähnliches geboten. Viele Anfragen aus anderen Städten sind bei den Königsbrunnern schon von Leuten eingegangen, die so etwas auch in ihrem Ort organisieren wollten, „aber die meisten haben nicht die Menge von Helfern zur Verfügung, ohne die es einfach nicht geht“, so Galas. In der Brunnenstadt sind 70 Mitglieder der Zeitbörse ehrenamtlich im Einsatz.

Sie holen die 120 Biertische mit einem Lkw ab und bauen diese auf, nehmen die Waren entgegen und verkaufen während der Veranstaltung Kuchen und Schmankerl vom Grill. Zudem ist ein Spenden-Clown im Einsatz. Denn auch wenn die ganze Aktion für „Bringer“ und „Mitnehmer“ kostenlos ist, so entstehen dem Verein Kosten für Biertischmiete und Transport. Sollen auch zukünftig Warentauschtage stattfinden, so ist der Verein auf die Geldspenden angewiesen, heißt es.

In der Vergangenheit hat schon so manches schöne oder kuriose Teil seinen Besitzer gewechselt. „Beim zweiten Warentauschtag wurde ein riesiger Gartenbrunnen aus Stein von mehreren Personen mühsam angeschleppt. Wir nahmen ihn an, weil er sehr schön war“, erzählt Galas von einer Ausnahme, die die Organisatoren machten, „aber wir fragten uns schon: Wer würde so ein Monstrum mitnehmen?“ Doch bereits nach 15 Minuten war der Brunnen zur Freude aller wieder weg. Dagegen wartet ein Paar Ski seit Jahren auf einen Abnehmer. Vielleicht findet sich beim vierten Warentauschtag ein neuer Besitzer. Falls nicht, werden die Ski am Ende der Veranstaltung mit all den anderen liegen gelassenen Schätzen eingepackt und beim Mehrgenerationenfest oder beim Markt der Vereine von der Zeitbörse erneut angeboten.

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