Newsticker

Bund und Länder beschränken Feiern in öffentlichen Räumen auf 50 Teilnehmer
  1. Startseite
  2. Lokales (Schwabmünchen)
  3. Zusammen ist man hier weniger allein

03.06.2009

Zusammen ist man hier weniger allein

Königsbrunn Mit dem Start des Architektenwettbewerbs haben die Stadt Königsbrunn und die städtische Gesellschaft für Wohnungsbau und Gewerbeansiedlung (GWG) dieser Tage das Projekt "MehrGenerationenWohnen" auf den Weg gebracht. Als Motto dafür könnte auch der Titel eines französischen Spielfilms dienen: "Zusammen ist man weniger allein". Bei der Vorstellung des Projekts im Hauptausschuss des Stadtrates begrüßten alle Fraktionen das Konzept.

Bis Ende 2011 soll im Baugebiet 110 nahe dem evangelischen Gemeindezentrum St. Johannes eine Anlage mit vorerst 50 Wohnungen für ganz unterschiedliche Alters- und Zielgruppen - von alleinerziehenden Müttern bis zu Senioren-Wohngemeinschaften - sowie einer integrativen Kinderkrippe entstehen (siehe Info-Kasten).

Gemeinsame Aktionen und gegenseitige Unterstützung

Erklärtes Ziel von Stadt und GWG ist es, nicht nur den Bewohnern auf ihre jeweiligen Bedürfnisse zugeschnittenen Wohnraum zu bieten, sondern auch einen Rahmen, der gemeinsame Aktionen und gegenseitige Unterstützung möglich macht.

Zusammen ist man hier weniger allein

Es wurde von GWG, Stadtverwaltung, dem Leiter des Königsbrunner Mehrgenerationenhauses Achim Friedrich - entgegen dem Namen ist dies in erster Linie ein organisatorischer Rahmen für die Kooperation verschiedenster sozialer Gruppen in der Brunnenstadt - unter Mitwirkung des Augsburger Architekten Eberhard Wunderle nach dem Besuch ähnlicher Projekte in Günzburg und Kempten (wir berichteten) ausgearbeitet.

Reaktion auf den sozialen Wandel in der Gesellschaft

Königsbrunn will damit, so wird es in einem ausführlichen Projektpapier dargelegt, den Schwerpunkt familienfreundlicher Projekte in der Stadt aktuellen und abzusehenden Entwicklungen in der Gesellschaft anpassen.

Dazu werden vor allem die Auflösung traditioneller Familienstrukturen gezählt, die Zunahme Alleinerziehender, aber auch wachsende Vereinsamung, oft gepaart mit Armut, im Alter. Als Reaktion darauf will das Projekt MehrGenerationenWohnen exemplarisch das Zusammenleben mehrerer Generationen im Sozialraum gestaltet - füreinander da sein und miteinander handeln.

Dieser Tage wurde nun ein Architektenwettbewerb auf den Weg gebracht, eine Voraussetzung für staatliche Zuschüsse. An dem "begrenzt offenen" Verfahren können 40 Planer teilnehmen. Zehn wurden von Mitgliedern der Jury dafür gewonnen, die übrigen 30 unter mehr als 300 Interessenten ausgelost.

Bei der Auswahl der zehn gesetzten Planungsbüros, so betonte GWG-Geschäftsführer Günther Riebel, habe man "keine regionalen Gefälligkeiten verteilt", sondern Architekten mit großer Erfahrung im Mehr-Generationen-Wohnen im gesamten deutschsprachigen Raum gesucht.

Bis Anfang August müssen Entwürfe und Modelle eingegangen sein. Am Donnerstag, 6. August, wird das Preisgericht alle Entwürfe prüfen und seine Entscheidung treffen. Im Herbst sollen dann die Entwürfe ausgestellt werden.

Betreuung ist entscheidend für das Gelingen des Projekts

Im Hauptausschuss des Stadtrates waren sich Sprecher aller Fraktionen einig, dass nun ein solides Konzept für das MehrGenerationenWohnen vorliege. "Der bislang eher vage Begriff wurde sehr präzise aufgelöst", lobte etwa Wolfgang Peitzsch (SPD).

Sozialreferentin Brigitte Holz (CSU) unterstrich, das Gelingen werde stark davon abhängen, wie das Zusammenleben der Bewohner - zumindest in den ersten Jahren - betreut werde.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren