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Lagerlechfeld

24.06.2018

Zwei Gründungsväter werden Ehrenmitglieder

Oberst Dirk Niedermeier ernannte Jürgen Jacobs (links) und Dieter Ladda (rechts) für ihre Aufbauarbeit der MGS zu Ehrenmitgliedern.
Bild: Hieronymus Schneider

Militärgeschichtliche Sammlung Lechfeld feiert ihr zehnjähriges Bestehen. Was beim Festakt alles geboten war.

Die Militärgeschichtliche Sammlung (MGS) inmitten der Lechfeldkaserne gibt es seit zehn Jahren. Ihre Entstehung ist genauso ungewöhnlich wie die Tatsache, dass sie innerhalb eines bewachten und umzäunten Militärgeländes trotzdem für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Die Idee dazu entstand bei einer Aufräumaktion, als nach Auflösung der Traditionsräume etliches „altes Glump“ entsorgt werden sollte. Dabei wurden Dokumente aus der wechselvollen Geschichte des Standorts seit 1858 entdeckt.

Der damalige Leiter der Ausbildungsgruppe der Technischen Schule, Oberstleutnant Dieter Ladda, hatte den Mut zur Gründung eines Museums. Dieses entstand über alle Genehmigungshürden hinweg im leer stehenden Haus 25, Baujahr 1937, das mit vielen Helfern renoviert wurde. Mit Unterstützung des Landkreises Augsburg, Sponsoren und des neu gegründeten Fördervereins der Bundeswehr wurde daneben im Jahr 2012 ein Blockbohlenhaus gebaut. Inzwischen haben seit der Eröffnung am 25. Juli 2008 mehr als 20000 Menschen diese für das Militär und die Region bedeutende historische Sammlung gesehen.

Beim Festakt zum zehnjährigen Bestehen würdigte der Kommandeur der Abteilung Süd des Technischen Ausbildungszentrums, Oberst Dirk Niedermeier, insbesondere die beiden Gründungsväter Dieter Ladda und Jürgen Jacobs. Ohne diese beiden ehemaligen Oberstleutnante wäre die MGS niemals möglich gewesen, sagte Niedermeier und ernannte sie zu Ehrenmitgliedern. Ladda reiste aus seiner Heimat im Münsterland zu dieser Ehrung an, Jacobs ist nach seiner Dienstzeit immer noch im Team der MGS aktiv.

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Niedermeier ging auch auf den Traditionserlass der Bundesverteidigungsministerin ein, der aufgrund von Vorkommnissen falsch verstandener Traditionsstiftung durch die Wehrmacht veranlasst wurde. „Die MGS ist aber gerade ein Beispiel für die historische Bildung in der Bundeswehr und darüber hinaus. Nur wer seine Geschichte kennt, kann diese einordnen und Schlüsse für eine werteorientierte Traditionspflege ziehen und gerade dazu fordert der Traditionserlass auf“, sagte der Standortälteste und dankte dem Team der MGS für die ehrenamtliche Arbeit.

Der stellvertretende Landrat Heinz Liebert stellte die Bedeutung der Sammlung für die Geschichte des Landkreises heraus und sagte: „Heimat ist auch da, wo man sich seiner Tradition bewusst ist.“ Als Zeichen der Unterstützung durch den Landkreis überreichte er ein Kuvert mit einer Geldzuwendung. Grabens Bürgermeister Andreas Scharf sprach für alle anwesenden Bürgermeister der Lechfeld-Gemeinden. „Großes entsteht nur, wenn Verrückte am Werk sind, das weiß man in Bayern spätestens seit König Ludwig II.“, sagte er und erinnerte daran, dass das jährliche Wasserturmfest als Verbindung zwischen Bundeswehr und Zivilbevölkerung auch mit der Gründung der MGS verbunden ist. „Die Lechfeld-Gemeinden haben das Projekt von Anfang an begeistert aufgenommen und finanziell mit angeschoben“, sagte Scharf und überreichte seinerseits ein Geldkuvert.

Der Vorsitzende der Traditionsgemeinschaft Jagdbombergeschwader 32, Generalmajor a.D. Bruno von Mengden, erinnerte an seine Zeit als Pilot vor 60 Jahren. Mit der Geschichte vom Absturz des Flugzeugführers Ferdinand Eckert am 17. April 1968 bei Gauting, der von einer Gruppe der Jugendfeuerwehr gefunden wurde, wies er auf die Verbindung zwischen der Bundeswehr und der Bevölkerung hin. Denn dieser Absturz führte zur tief gehenden Auseinandersetzung der jungen Feuerwehrleute mit dem Piloten und dem Jagdbombergeschwader. Daraus entstand eine Broschüre über den Unfall und sein Umfeld und eine Gedenkstätte am Absturzort.

Den Festvortrag über die Geschichte der MGS Lechfeld hielt Werner Bischler. Der Hauptmann a.D. ist als Historiker im Team der „noch zehn Aufrechten“ der MGS stets bemüht, die Geschichte des Militärstandorts Lechfeld in Wort, Schrift, Bild und mit Exponaten lebendig zu halten. „Denn Menschen machen und schreiben Geschichte“, sagte Bischler. Der Festakt wurde von der Standortkapelle unter Mitwirkung des ehemaligen Militär- und jetzigen Gemeindepfarrers Leander Sünkel musikalisch begleitet.

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