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Prozess

22.06.2017

Zwei Tonnen Fisch bestellt, aber nicht bezahlt

Fast 2000 Kilogramm Fische – Forellen und Saiblinge – sollte ein Händler liefern.
Bild: Peter von Neubeck (Archiv)

Ein 61-jähriger Mann soll Tiere im Wert von mehr als 8000 Euro geordert haben. Doch nur ein Bruchteil der Ware wurde beglichen.

Der Kunde ist König – das dachte sich auch Fischgroßhändler Ralf B* aus dem südlichen Landkreis, als er von einem seiner Geschäftspartner aus Österreich eine Bestellung erhielt. Dieser wollte knapp zwei Tonnen Biofische. 800 Kilogramm Bachsaiblinge und 1150 Kilogramm Regenbogenforellen. Das Problem: Ralf kannte niemanden, von dem er diese Menge erhalten könne. Da fiel ihm sein 61-jähriger Schwager ein, von dem er die Firma 2012 übernahm und der im August 2014 noch immer aushilfsweise im Unternehmen arbeitete.

Der 61-jährige angeklagte Schwager stellte den Kontakt zu einem ehemaligen Geschäftspartner in Baden-Württemberg her und orderte bei diesem die knapp zwei Tonnen Fisch. „Im Auftrag meines Schwagers“, stellte der Angeklagte während der Verhandlung am Augsburger Amtsgericht immer wieder klar. Er habe die Fische lediglich bestellt, sie mit seinem und Ralfs Sohn in Baden-Württemberg stundenlang verladen und sei wieder gefahren.

Händler kümmerte sich um die 8400 Euro teure Rechnung nicht

Bezahlen sollte und wollte die Summe sein Schwager Ralf – was er aber bis heute nicht tat. Das gab der als Zeuge geladene Ralf vor Gericht auch zu. Seine lapidare Begründung, warum er bis jetzt noch nicht gezahlt habe: „Ich habe nie eine Rechnung erhalten“, sagte Ralf vor Gericht aus. Er habe sich auch nicht weiter um die Zahlung der 8400 Euro gekümmert, da er inzwischen gesundheitlich stark angeschlagen und Alkoholiker sei, eine Scheidung hinter sich habe und sein Fischhandel ohnehin nicht mehr existiere. „Damals war mir alles wurst“, sagte Ralf.

Sein angeklagter Schwager erhielt dagegen zwei Monate nach dem Fischtransport eine Zahlungsaufforderung über mehr als 8000 Euro. Doch auch er habe sich nicht um die Begleichung der Rechnung gekümmert, da ja Ralf dafür zuständig gewesen sei. Er habe sprichwörtlich den Kopf in den Sand gesteckt und gedacht, dass sich alles von selbst erledige. Da er zu dieser Zeit eh pleite war, sei ihm die ganze Sache ziemlich egal gewesen. Das änderte sich, als sein Sohn ein eigenes Fischgeschäft eröffnen wollte. Er wollte die Geschäftsbeziehungen mit dem Geschädigten aus Baden-Württemberg fortführen und habe deshalb im Juni 2015 freiwillig 1000 Euro überwiesen. Doch das genügte nicht, es fehlten weitere knapp 7400 Euro.

Da der Geschädigte nicht am Gericht erschienen ist, wird die Verhandlung am 29. Juni fortgesetzt. Dann soll endgültig geklärt werden, ob der Angeklagte oder dessen Schwager für das Geschäft verantwortlich ist.

*Name von der Redaktion geändert

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