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Schwabmünchen

01.07.2020

Zweiter Anlauf für Sozial-Zweig am Leonhard-Wagner-Gymnasium

Ein neuer Versuch: Das Leonhard-Wagner-Gymnasium will einen sozialwissenschaftlichen Zweig anbieten.
Bild: Uwe Bolten (Archiv)

Plus Das Kultusministerium hatte die Idee für das Leonhard-Wagner-Gymnasium schon einmal abgelehnt. Doch jetzt hat die Schule einen besseren Vorschlag und ein gutes Argument.

Die Schulgemeinschaft des Leonhard-Wagner-Gymnasiums in Schwabmünchen versucht es noch einmal: Schulleitung, Lehrer, Schüler und Eltern haben sich im Schulforum dafür ausgesprochen, an der Schule einen sozialwissenschaftlichen Zweig anzubieten. Hinter diesen Vorschlag hat sich jetzt der Schul- und Kulturausschuss des Landkreises einstimmig gestellt.

Schon im vergangenen Jahr hatten vor allem die Eltern die Idee vorangetrieben, den sprachlichen Zweig durch den sozialwissenschaftlichen zu ersetzen. Auch damals war der Schulausschuss schon dafür, allerdings hatte das Kultusministerium den Wechsel abgelehnt. Nun hat die Schule den Antrag verändert und rechnet sich bessere Chancen im Kultusministerium aus.

Angebot am Gymnasium soll nun erweitert werden

Denn in der ablehnenden Antwort aus München war vor allem so argumentiert worden: „Grundsätzlich kommt nämlich eine Ausweitung des Ausbildungsangebots einer Schule nur dann in Betracht, wenn eine nennenswerte Beeinträchtigung des bisherigen Angebots der Schule ausgeschlossen werden kann“, so der Wortlaut in dem Schreiben des zuständigen Ministerialdirektors. Das wäre aber freilich der Fall gewesen, wenn der sprachliche Zweig abgeschafft würde. Nun hat sich die gesamte Schule dafür ausgesprochen, das Angebot um den sozialwissenschaftlichen Zweig zu erweitern und die beiden anderen Ausbildungsrichtungen, sprachlich und naturwissenschaftlich-technologisch, auch beizubehalten.

Zweiter Anlauf für Sozial-Zweig am Leonhard-Wagner-Gymnasium

Nur wenige Schüler wählen den sprachlichen Zweig

Im ersten Antrag 2019 hatten die Eltern als Grund für den Tausch angegeben, dass der Druck im sprachlichen Zweig zu hoch sei und deshalb nicht mehr so häufig gewählt werde. Sie hofften, dass das im sozialwissenschaftlichen Zweig anders wäre. Der sprachliche Zweig, wie er aktuell in Schwabmünchen unterrichtet wird, besteht zwingend aus der Sprachenfolge Englisch - Latein - Französisch. In der zehnten Klasse kann dann auf Wunsch Latein durch Spanisch oder Italienisch ersetzt werden. Wer sich für den naturwissenschaftlich-technologischen Zweig entscheidet, kann als zweite Fremdsprache Latein oder Französisch wählen und hat dann vor allem mehr Unterricht in Chemie und Physik. „Nur circa zehn Prozent der Schüler werden am Leonhard-Wagner-Gymnasium im sprachlichen Gymnasium beschult“, so Schulleiter Alexander Pfaffendorf in einem Schreiben an den Ausschuss.

In einem sozialwissenschaftlichen Zweig wäre grundsätzlich ebenfalls als zweite Fremdsprache Latein oder Französisch möglich. Dazu kommen ab der achten Klasse mehrere Praktika sowie sozialpraktischer Unterricht und Sozialkunde als Schwerpunktfächer. Die Praktika müssen in Einrichtungen wie Kindergärten, Horten, Altenheimen oder auch in Berufen der sozialen Arbeit abgeleistet werden. Schulleiter Pfaffendorf sieht den sozialwissenschaftlichen Zweig zudem als ideale Ergänzung zum Schulprofil Inklusion, das die Schule bereits seit Jahren lebt.

Das Kultusministerium hatte zunächst bezweifelt, dass der sprachliche Zweig zu schwach besucht wäre. „Allerdings belegen die Schülerzahlen der vergangenen Jahre die Argumentation der Schule nur bedingt“, schreibt es der Schule.

Schülerzahlen könnten in Schwabmünchen stark steigen

Gerade die Schülerzahlen sind nun ein Argument, dass für die Schule spricht, so Armin Falkenhein, im Landratsamt für die Schulen zuständig, im Ausschuss. Denn ein Gutachten hat ergeben, dass die Schülerzahlen in den nächsten zehn Jahren auch in Schwabmünchen stark steigen könnten. Wurden beispielsweise im Schuljahr 2018/19 nur 24 der 34 vorhandenen Klassenzimmer benötigt, wird voraussichtlich im Schuljahr 2030/31 die Schule wieder ganz voll sein. Bereits 2025 könnten es 1250 Schülerinnen und Schüler sein, so Alexander Pfaffendorf. „Mehr Schüler kommen so oder so, da hat die Schule ein Argument, dass sie auch problemlos drei Zweige anbieten kann“, schätzt Armin Falkenhein.

Die Entscheidung liegt nun beim Kultusministerium. Durch die erste Ablehnung aus München habe man nur Zeit verloren, ärgerte sich Kreisrat Alexander Kolb (Grüne) im Ausschuss.

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