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Untermeitingen

20.11.2018

Zwischen Himmel und Hölle liegt Untermeitingen

Pfarrhaushälterin (Sabine Fendt, links) wundert sich über den Pfarrer (Florian Osterried), der sich auch vom Engel Aloysius (Thomas Georgi) nicht beirren lässt.
Bild: Hieronymus Schneider

Der Untermeitinger Theaterverein Laetitia 1908 deckt mit der Komödie ungeahnte Probleme auf. Es gibt noch Karten für zwei weitere Aufführungen.

Regisseur Christian Schrodt kündigte gleich bei der Eröffnung der Theatersaison in der voll besetzten Imhofhalle an, dass das diesjährige Stück am Anfang und am Ende etwas anders als sonst sein wird. Die Komödie „Zweimal Himmel und zurück“ von Regina Harlander begann ungewöhnlich. Während die Besucher darauf warteten, dass sich der Vorhang öffnet, rannte ein dunkel gekleideter Ganove verfolgt von zwei Polizisten durch den Saal.

Dann hörte das Publikum im Polizeifunk, dass der Flüchtende von einer Brücke in den Lech gesprungen ist. Schließlich taucht er im Nebel wieder auf, der Vorhang öffnet sich und der Bankräuber „Rennbahn-Schorsch“ – gespielt von Florian Osterried – wird von drei lustig kichernden Engelskindern – Hanna und Julian Widmann, Lotta Mücke – geneckt. Bald taucht Aloisius – gespielt von Thomas Georgi – im weißen Gewand und mit Harfe auf und erklärt dem Schorsch, dass er den Brückensprung nicht überlebt hat und nun am Himmelstor angelangt ist.

Über die Aufnahme in den Himmel entscheidet aber der Erzengel Uriel, den Theatersenior Michael Klingshirn ganz im Stile eines strengen bayerischen Amtsrichters spielt. Aufgrund seines Lebenswandels sollte Schorschi in das Fegefeuer der Hölle geschickt werden, doch dort ist wegen Überfüllung kein Platz frei. Da denkt sich Uriel einen anderen Ort für die Läuterung aus und schickt ihn als Pfarrer nach Untermeitingen. Aloisius soll ihn dabei als unsichtbarer Engel begleiten.

Pfarrer verführt Bürgermeister-Frau zum Schnaps trinken

Der zweite und dritte Akt spielt dann im Untermeitinger Pfarrhof, wo die Pfarrhaushälterin Thea – Sabine Fendt – und Resi, die Leiterin des Kirchenchores – gespielt von Sabine Graalheer – den neuen Pfarrer erwarten. Dabei sparen sie nicht mit Streitereien und Tratsch über den Bürgermeister und darüber, warum kein Pfarrer lange im Dorf bleibt. Der neue Pfarrer benimmt sich aber so gar nicht pastoral, sondern verführt gleich die Frau des Bürgermeisters zum Schnaps trinken. In der Rolle der vom Bodensee stammenden Bürgermeistersgattin Edeltraud Rauchfass überzeugt Beatrice Lude, die in einem köstlich beschwipsten Dialog dem Pfarrer ihre Lebensgeschichte erzählt.

Der unsichtbare Aloisius glaubt in ihr seine „Verflossene“ zu erkennen und dann wäre ihre Tochter Birgit – Alisa Stierstorfer – möglicherweise auch seine Tochter. Schließlich wartet er schon zehn Jahre auf den Einlass ins Paradies, weil er angeblich eine Frau mit einem Kind sitzen ließ.

Dubiose Geschäfet und Skandale

Als sich im dritten Akt der vermeintliche Pfarrer und der Bürgermeister – Armin Georgi – begegnen, kommen dubiose Geschäfte und Skandale ans Licht und die Geschichte nimmt eine überraschende Wendung. Ob der Rennbahn-Schorsch und Aloisius die Bewährungsprobe bestehen und die himmlischen Weißwürste im Paradies empfangen dürfen, erfährt das Publikum erst nach dem ersten Vorhang. Das ist eben das ungewöhnliche Ende dieses Theaterstücks. Die acht Hauptdarsteller überzeugen in ihren auf den Leib geschneiderten Rollen mit Situationskomik und witziger Dialekt-Rhetorik. Die Souffleuse Monika Osterried sorgt für die Flüssigkeit der Textpassagen und die drei Kinderengel machen in ihrer fröhlichen Unbekümmertheit schon jetzt Lust auf die Märchenaufführung der Bühnenstrolche an Weihnachten.

Wer alle Details der Geschichte erleben will, kann sich noch für die weiteren Aufführungen am Samstag, 24. November, um 20 Uhr, sowie am Sonntag, 25. November um 18 Uhr, Plätze reservieren lassen. Telefonisch ist dies unter 08232/6371 möglich. Aber auch an der Abendkasse im Foyer der Imhofhalle sind noch Karten erhältlich.

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