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Baugewerbe Augsburg: Prozess um Millionenbetrug und Steuerhinterziehung startet

Landkreis Augsburg

Betrug in Millionenhöhe? Unternehmer aus dem Landkreis Augsburg vor Gericht

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    In dieser Woche beginnt ein Prozess am Landgericht. Es geht um Betrug im Baugewerbe im größeren Maßstab. (Symbolbild)
    In dieser Woche beginnt ein Prozess am Landgericht. Es geht um Betrug im Baugewerbe im größeren Maßstab. (Symbolbild) Foto: David-Wolfgang Ebener/dpa

    Schwarzarbeit, Steuerhinterziehung, Betrug und Scheinrechnungen: Darum geht es in einem Prozess, der in dieser Woche am Landgericht in Augsburg beginnt. Verantworten müssen sich drei Männer. Zwei von ihnen stammen aus dem Landkreis Augsburg.

    Steuerhinterziehung in über 100 Fällen

    Die Männer hatten mehrere Unternehmen im Baugewerbe und boten Arbeiten im Bereich Gerüstbau, Winterdienst, Landschaftsbau, Bahnsicherung und Glasfaserverlegung an. Sie sollen Gehälter vorenthalten oder veruntreut haben. Einen Teil des Lohnes der Mitarbeiter wurde offenbar mit Schwarzgeld bezahlt, das mit Scheinrechnungen verbucht wurde. Den beiden Angeklagten aus dem Landkreis Augsburg wird außerdem Steuerhinterziehung vorgeworfen - in jeweils über 100 Fällen.

    Die Anklage geht – neben dem Steuerschaden – von nicht abgeführten Sozialversicherungsbeiträgen in Höhe von rund 2,2 Millionen Euro aus. Die fehlenden Beträge an die Sozialkasse des Gerüstbauhandwerks sollen sich in zwei Jahren auf fast 250.000 Euro summiert haben. Zu den Betrugsvorwürfen kommen weitere fast 50.000 Euro, die das Bundesamt für Wirtschaft als Zuschuss ausgezahlt hatte. Einer der Männer soll sich außerdem amtliche Ausweise illegal besessen haben. Sie sollten laut Anklage Arbeitern aus dem Ausland einen Aufenthalt in der Europäischen Union ermöglichen.

    Ermittler entdeckten auch Waffen

    Was die Staatsanwaltschaft zwei der drei Männer noch vorwirft: Sie sollen Waffen besessen haben, darunter eine halbautomatische Kurzwaffe samt Munition sowie einen Schlagring. Laut Staatsanwaltschaft wussten offenbar noch mehr Menschen aus der Branche von den illegalen Geschäftspraktiken. Sie geht von einer Gruppierung aus. Einer der beiden Männer aus dem Landkreis Augsburg hatte als Kopf der Gruppe die Entscheidungsgewalt, sein Kollege soll das Forderungsmanagement und das Auftreten gegenüber öffentlichen Stellen wie dem Finanzamt und den Krankenkassen übernommen haben.

    Insgesamt sind zehn Verhandlungstage vorgesehen. Ende März könnte ein Urteil fallen.

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