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Bobingen
23.06.2022

Fünf Künstler zeigen in Bobingen unterschiedliche Ansichten und Sichtweisen

Zeigen ihre Sicht auf die Welt: (von links) Ottilie Leimbeck-Rindle, Jürgen Hörauf, Linda Bennani und Sophia Pospiech. Nicht mit auf dem Bild ist Eva Bley.
Foto: Anja Fischer

Sie ist eine persönliche Sicht auf die Welt und öffnet zugleich die eigene Welt für den Blick der anderen: die neue Ausstellung im Kunstverein Bobingen.

"Welten-Sicht" haben die fünf teilnehmenden Künstler Linda Bennani, Sophia Pospiech, Ottilie Leimbeck-Rindle, Eva Bley und Jürgen Hörauf ihre neue Ausstellung im Unteren Schlösschen in Bobingen genannt.

Das größte Bild in der Ausstellung im Format von 340 auf 150 Zentimeter stammt von Sophia Pospiech und nimmt eine ganze Wand im Ausstellungsbereich ein. Es ist ein Sommertag an der Mangfall, der die junge Künstlerin dazu inspiriert hat. "Das ist mein Motiv, viel Wasser und Natur", sagt die studierte Kommunikationsdesignerin. Zwar gehe es stilistisch auch mal in die grafische Richtung, ein anderes Mal tauchen Häuser auf ihren Bildern auf, aber ihre Hauptrichtung habe mit Wasser und Natur zu tun. Diese bannt sie mit Acrylfarben auf die Leinwand, eine künstlerische Ausdrucksweise, die eine Ergänzung zu ihrem streng geregelten Berufsalltag ist. "Ich brauche das Haptische, die freie Kreativität, die nur die Arbeit auf Auftrag bringt", so Pospiech. Deshalb nehme sie sich die Zeit zum Malen auch sehr bewusst.

Das Quadrat ist in Bobingen als visuelle Spracheinheit zu erleben

Linda Bennanis Schwerpunkt in der Malerei ist die visuelle Kommunikation. Sie sieht in ihren Bildern eine eigene Sprache, die ganz ohne Worte auskommt und mit ihren Arbeiten in Interaktion mit dem Betrachter treten möchte. Erst vor Kurzem hat sie das Quadrat als visuelle Spracheinheit und Ausdrucksform für sich entdeckt. Dieses gestaltet sie einzeln oder setzt es ins Verhältnis zu anderen Quadraten. Linda Bennani arbeitet mit Acrylfarben und Mischtechnik, viele ihrer Bilder haben einen Schwarzlicht-Effekt. "In meiner Lebensreise habe ich festgestellt, dass Sprache manchmal für Missverständnisse und Fremdheit sorgt", erzählt sie. "Um mit mir selbst und anderen Menschen ins Verhältnis zu treten, habe ich die Malerei für mich entdeckt, sie ist für mich ein Kommunikationsmittel." Ein Kommunikationsmittel, das sich öffnet in Richtung Weltraum und Kosmos und den Besucher einlädt, die Weltensicht der Künstlerin zu teilen.

Die Schönheit der Natur im Unteren Schlösschen in Bobingen

Sich mitteilen, aufmerksam machen, das will auch Ottlilie Leimbeck-Rindle. Ihr Thema ist die Natur, die sie einerseits in ihrer Schönheit, andererseits in ihrem Vergehen zeigt. "Wir nutzen die Natur, beschädigen sie aber auch", sagt Leimbeck-Rindle, die selbst gerne am und im Wasser entspannt. Ihre Bilder, die sie bewusst für die Ausstellung ausgesucht hat, sind zum ersten Mal in der Öffentlichkeit zu sehen. Acryl auf Leinwand, Mixed Media – ihre Arbeitsweise ist vielfältig. "Die Malerei gibt mir Freiheit und Freude, Freiheit im Umgang mit Größe, Material und die Fantasie, etwas darzustellen, was in der Wirklichkeit nicht da ist", so Ottilie Leimbeck-Rindle. Es sei auch die Freiheit, etwas künstlerisch zu verarbeiten, welches sie beschäftigt.

Beschäftigung mit der Malerei findet Eva Bley schon seit vielen Jahren. Sie gibt selbst Aquarellkurse, hat daneben aber seit einigen Jahren die Acrylmalerei für sich entdeckt. Bei der Ausstellung im Kunstverein Bobingen gibt sie Kostproben von beiden Stilrichtungen. Licht und Dunkelheit spielen in ihren Arbeiten eine große Rolle, vieles ergibt sich erst durch das Spiel mit den Schatten. In ihren Acrylbildern erzählt Eva Bley gerne Geschichten, dort eröffnet sich dem Betrachter vieles erst bei mehrmaligem Hinsehen.

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In der Ausstellung ebenfalls zu sehen: Ein Bad im Wald

Jürgen Höraufs übergreifendes Thema lautet "Waldbaden". Das komme noch aus der Corona-Zeit, als man nur in den Wald habe gehen können, erklärt er. "Ich bin gerne im Wald, genieße die Ruhe dort, sortiere meine Gedanken. Hörauf stellt Lithografien und Grafitzeichnungen aus. Seine Anfänge liegen in der klassischen Ölmalerei, später wechselte er zum Airbrush. Etliche Kurse an der freien Kunstakademie später, schätzt er es, freier arbeiten zu können. Auf Farben verzichtet er dabei mittlerweile fast gänzlich, schätzt dagegen die reduzierte Darstellung von schwarz und weiß.

Die Vernissage mit Künstlergespräch findet am heutigen Freitag um 19 Uhr statt. Die Ausstellung ist bis zum 24. Juli zu sehen.

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