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Bobingens Bürgermeister schließt Amtszeit mit Dank und Emotionen ab

Bobingen

Nach sechs Jahren als Bürgermeister: Abschied mit Tränen

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    Abschiedsgeschenk für Bürgermeister Klaus Förster (rechts): Er erhielt von seinem Stellvertreter Armin Bergmann eine kolorierte Zeichnung.
    Abschiedsgeschenk für Bürgermeister Klaus Förster (rechts): Er erhielt von seinem Stellvertreter Armin Bergmann eine kolorierte Zeichnung. Foto: Eva-Maria Gürpinar, Stadt Bobingen

    Hellblauer Anzug und dazu hellbraune Lederschuhe: In diesem Outfit hat Stadtbaumeister Rainer Thierbach den scheidenden Bürgermeister Klaus Förster vor dem Rathaus gezeichnet. Die kolorierte und gerahmte Zeichnung ist ein Abschiedsgeschenk an Förster, für den es in der letzten Sitzung der Wahlperiode Zuspruch gab. Dem Anlass angemessen – verabschiedet wurden neben dem Bürgermeister auch langjährige Stadträte – spielte die Familie Schmalhofer Kammermusik.

    Stadtkämmerer Stefan Thiele und Hauptamtsleiter Fabian Koppel erinnerten im Wechsel an die zurückliegenden sechs Jahre der Ära Förster. Der Start sei unter Corona schwierig gewesen. Viele Entscheidungen mussten unter Druck gefällt werden. „Es war kein leichter Start. Trotzdem ist etwas entstanden“, sagte Thiele. Die Stadträte hätten sich zusammengerauft. Koppel erinnerte daran, dass Förster die Stadtverwaltung neu aufgestellt habe und sie zusammenwachsen ließ. Offene Gespräche und Diskussionen wurden ermöglicht. Thiele lobte die fachübergreifende Zusammenarbeit. Er gewährte noch einen weiteren Einblick.

    Die emotionale Seite von Klaus Förster

    Als der frühere Bauhofleiter überraschend gestorben war, sei Förster tief getroffen gewesen. „So etwas ließ sich auch in anderen Situationen erkennen. Das zeigt, ob jemand nur eine Funktion ausübt, oder Mensch ist“, sagte Thiele. Rückhalt habe Förster seine Familie gegeben. Thiele merkte an: Für die sei es im Übrigen nicht immer leicht, im Fokus der Öffentlichkeit zu stehen. Denn das bedeute zum Beispiel neugierige Blicke im Supermarkt in den Einkaufskorb. Hauptamtsleiter Koppel fasste die Ära Förster zusammen: „Sechs Jahre - nicht perfekt, aber ehrlich. Das bleibt.“ Danach gab es langen Applaus. Diese Wertschätzung erhielten auch Stadträte und Ortssprecher, die aus dem Gremium ausscheiden.

    Kommunalpolitik kein Ort für Ideologie

    Bürgermeister Förster dankte für ihren Einsatz, der viele Abende im Sitzungssaal, Vorbereitung, Gespräche und manchmal auch schwierige Entscheidungen bedeutete. Er wünschte sich, dass dieses Ehrenamt mehr Wertschätzung erhält. Kommunalpolitik sei kein Ort für Ideologie. „Sie ist ein Ort für Lösungen. Und sie lebt davon, dass Menschen bereit sind, Verantwortung zu übernehmen.“ Für die Leidenschaft, das persönliche Umfeld mitzugestalten, brennen einige Stadträte nicht nur seit Jahren, sondern seit einigen Jahrzehnten. Hans-Peter Dangl (CSU) gehört dem Gremium seit 1978 an, Ernst-Hinrich Abbenseth (CSU) wurde 1984 in den Stadtrat gewählt.

    Sie scheiden als Stadträte aus

    • Karin Hoffmann, CSU, Nachrückerin für Reinhold Eckl, Stadträtin vom 24. Februar bis April 2026.
    • Clemens Bürger, Bündnis 90/Die Grünen, 2020 bis 2026.
    • Lukas Geirhos, Bündnis 90/Die Grünen, 2020 bis 2026.
    • Monika Müller-Weigand, Bündnis 90/Die Grünen, Nachrückerin für Ulrich Opitz, 2013 bis 2026.
    • Helmut Jesske, SPD, 2002 bis 2026.
    • Elisabeth König, CSU, 1996 bis 2026.
    • Ernst-Hinrich Abbenseth, CSU, 1984 bis 2026.
    • Hans-Peter Dangl, CSU, 1978 bis 2026.
    • Simon Nachtrub, Ortssprecher Reinhartshausen/Burgwalden, Januar 2024 bis April 2026.
    • Michael Spatz, Freie Wähler, Ortssprecher Waldberg, Juni 2021 bis April 2026.

    In Summe wurde in den vergangenen sechs Jahren in 262 Sitzungen beraten, diskutiert und entschieden. Nicht zu vergessen: „Hinter jeder einzelnen Sitzung standen umfangreiche Vorbereitungen, Abstimmungen und Gespräche“, so Förster, der auch daran erinnerte, was in seiner Amtszeit umgesetzt wurde. In seinen Schlussworten bedankte er sich rundum und verdrückte auch einige Tränen, als er sagte: „Wir schließen heute ein Kapitel. Aber wir schließen es mit dem Bewusstsein, dass wir gemeinsam Verantwortung getragen haben. Dass wir Entscheidungen getroffen haben – manchmal leicht, manchmal schwierig – und dass wir dabei immer das Wohl unserer Stadt im Blick hatten.“ Bobingen sei eine starke Stadt. „Eine Stadt mit engagierten Bürgerinnen und Bürgern, mit einem lebendigen Vereinsleben, mit wirtschaftlicher Stärke und mit einem starken Gemeinschaftsgefühl. Und genau darauf können wir auch in Zukunft bauen.“

    Scheiden aus dem Bobinger Stadtrat aus: Zum Abschied gab es Urkunden und kulinarische Spezialitäten für (von links) Simon Nachtrub, Michael Spatz, Karin Hoffmann, Lukas Geirhos, Monika Müller-Weigand, Helmut Jesske, Elisabeth König, Ernst-Hinrich Abbenseth und Hans-Peter Dangl. Auf dem Bild fehlt Clemens Bürger.
    Scheiden aus dem Bobinger Stadtrat aus: Zum Abschied gab es Urkunden und kulinarische Spezialitäten für (von links) Simon Nachtrub, Michael Spatz, Karin Hoffmann, Lukas Geirhos, Monika Müller-Weigand, Helmut Jesske, Elisabeth König, Ernst-Hinrich Abbenseth und Hans-Peter Dangl. Auf dem Bild fehlt Clemens Bürger. Foto: Eva-Maria Gürpinar, Stadt Bobingen
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