Es war eines der großen Themen im Bundestagswahlkampf. Das Heizungsgesetz. „Das muss weg!“, war das Schlagwort der Union. Mittlerweile wurde das Gesetz geändert. Die Energieberater Jonas Winninger und Florian Bock von „e3-Energieberatung“ in Schwabmünchen sehen bei der Neuerung des Gesetzes aber keine großen Änderungen im Landkreis Augsburg. „Es ist jetzt nicht so, dass unsere Kunden wünschen, dass die bisherigen Planungen über den Haufen geworfen werden“, so Winninger.
Jeder Hausbesitzer sollte sich Gedanken machen
Denn die groß angekündigten Änderungen wirken sich kaum aus. „Eigentlich war das viel Lärm um nichts“, so Bock. Am Ende seien es der Wegfall von der 65-Prozent-Quote für erneuerbare Energien und die Entkopplung des Heizungstauschs von der kommunalen Wärmeplanung gewesen, die die Beiden als wesentliche Änderung sehen. „Dabei hat jeder, der sich für die 65-Prozent-Quote entschieden hat, dies freiwillig gemacht. Der Einsatz von regenerativen Energien ist sinnvoll“, sagt Winninger. Florian Bock ergänzt: „Auch wenn Öl- und Gasheizungen nun weiter erlaubt sind, sollte sich jeder Hausbesitzer Gedanken machen, wie zukunftssicher das sein wird. Der Blick auf die aktuelle Lage am Ölmarkt zeigt dies auf.“
Dass die Änderungen nicht bedeutend sind, hängen die beiden auch an den Zuschüssen auf, die der Staat geben kann. „Da wurde kaum was geändert. Es sind weiterhin beim Austausch einer fossilen Heizung gegen ein klimafreundliches System bis zu 70 Prozent Förderung möglich. Da können sogar Rentner über diese Maßnahme nachdenken“, so Jonas Winninger. Auch wenn das neue Gesetz „technologieoffen“ ist, wird „Heizen mit Öl und Gas aufgrund des CO₂-Preises weiter teurer werden“, so Bock.
Das Haus als Ganzes in den Fokus nehmen
Da ändert sich auch nichts, wenn der Bio-Anteil in Öl und Gas ab 2029 steigen soll, denn diese Anteile sind teurer als der Grundbrennstoff. Die beiden Experten sind daher der Ansicht, dass es sich auch mit dem neuen Gesetz lohnt, weiter auf erneuerbare Energien zu setzen. Dabei raten Bock und Winniger, auch auf den Ausbau von Wärmenetzen zu blicken: „Diese werden in der ganzen Region mehr und mehr kommen und eine interessante Alternative darstellen.“ Wichtig ist in Augen der beiden eines: „Bei der Sanierung sollte nicht nur die Heizung im Fokus liegen, sondern das Haus als Ganzes betrachtet werden. Mit einem Sanierungsfahrplan kann man dann auch über mehrere Jahre Schritt für Schritt sein Gebäude voranbringen“, erklären die beiden.
Das Landratsamt in Augsburg bietet einmal im Monat eine kostenfreie Impulsberatung an. Dabei geht ein neutraler Energieberater auf individuelle Fragen ein und zeigt Handlungsmöglichkeiten auf. Die Termine stehen auf der Homepage des Landkreises.
Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.
AnmeldenSie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren