Türkise Wellen, eine grüne Liegewiese und Eiscreme – mit mildem Sonnenschein startet die Freibadsaison im Aquamarin Bobingen. Rund 20 Schwimmer kamen am Samstagvormittag pünktlich zur Saisoneröffnung. Während die milde Frühlingsluft nur 15° C warm war, hatte das Wasser im beheizten 50-Meter-Becken angenehme 25° C.
Annette Klein (50) und Alexander Wild (61) gehören zu den Ersten im Becken. Trotz des warmen Wassers tragen beide Neoprenanzüge. Der Grund: Sie sind Triathleten und müssen sich ans Schwimmen im Anzug gewöhnen. „Ich mache dieses Jahr eine Kurzdistanz in Neustadt an der Donau. 600 Meter schwimmen, 20 Kilometer Fahrradfahren und 6,3 Kilometer laufen“, erklärt Klein. Ihr Trainingspartner Wild hat noch größere Ziele: „Ich trainiere für eine Mitteldistanz im August in Immenstadt. 2 km Schwimmen, 90 km Radfahren und dann laufe ich einen Halbmarathon.“
Einige Badegäste trainieren für einen Triathlon-Wettkampf
In Immenstadt wird Wild nicht im Schwimmbad, sondern im kalten Alpsee schwimmen. Dort braucht er den Neoprenanzug, um nicht auszukühlen. Beim Einschwimmen sind die beiden langsam – für ihre Verhältnisse: „Jetzt schwimmen wir die 100 Meter in 2:10 Minuten. Wenn wir nachher Gas geben, schaffen wir es in 1:45 Minuten“, sagt Klein stolz. Das Aquamarin ist eins ihrer Lieblingsbäder: „Ich finde es schön, dass es immer sauber ist. Mir gefallen die Liegeflächen und das Personal ist sehr nett und hilfreich“, sagt Wild.
Andreas Magnus trainiert ebenfalls die Triathlon-Sportarten Schwimmen, Radfahren und Laufen: „Ich bin vor drei Wochen in Zürich einen Marathon gelaufen“, sagt er. Schwimmen geht er rund ums Jahr: „Zum Saisonstart bin ich hier im Aquamarin. Im Sommer geht’s zum See. Im Winter gehe ich in den Bach zum Eisbaden. Das hält man höchstens eine Minute aus.“ Er war Punkt neun Uhr im Freibad und ist binnen 30 Minuten seine 25 Bahnen geschwommen. Er krault nicht nur, sondern schwimmt auch im Delfin-Stil, auf dem Rücken und auf der Brust.
Physiotherapeutin: „Schwimmen ist besonders für die Gelenke gut“
Gisela Asam und ihre Freundin gehen das Schwimmen ebenso regelmäßig, aber gemütlicher an: „Ich bin jeden Tag im Aquamarin, auch bei schlechtem Wetter“, sagt Asam. Eine Stunde schwimmt die 78-Jährige täglich. „Ich finde es schlimm, dass wir kein Hallenbad mehr haben. Woanders fahre ich nicht extra hin“, sagt sie. Um das fehlende Schwimmtraining zu kompensieren, ist sie im Winter spazieren gegangen. Doch das Schwimmen tut ihr nach einer Knieoperation besonders gut.
Bettina Kuhn (63) ist Physiotherapeutin und bekräftigt, wie gesund das Schwimmen für den Körper ist: „Schwimmen ist gerade für die Gelenke gut. Man kann bis ins hohe Alter schwimmen gehen, das geht immer.“ Aus Berufserfahrung und aus persönlicher Überzeugung wünscht sie, dass sich die Menschen mehr bewegen. Sie selbst ist mit vollem Einsatz dabei: „Ich bin heute 30 Bahnen geschwommen. Normalerweise schwimme ich 50 Bahnen, aber ich muss erst wieder reinkommen, weil ich operiert wurde.“ Am Aquamarin schätzt sie die Sauberkeit, aber auch die gute Gesellschaft der anderen Schwimmer: „Die Leute hier sind nett. Es ist ein gutes Publikum.“
Sonnensegel und Ampelrutsche: Diese Neuerungen gibt es im Aquamarin Bobingen
Betriebsleiter und Bademeister Adam Suslowicz verweist auf kleine Neuerungen: „Wir haben jetzt Sonnensegel über dem Spielplatz. Außerdem gibt es ein neues Ein-Meter-Sprungbrett“, berichtet er. Die Rutsche ist noch nicht in Betrieb, wird aber in den nächsten Tagen eröffnet. „Da muss ein Lackschaden ausgebessert werden. Immerhin ist sie schon 40 Jahre alt!“, sagt Suslowicz. Sie hat seit dieser Saison eine Ampel, damit die Rutschenden Sicherheitsabstand halten. „Wir hoffen auf schöne, warme Tage – aber zu heiß soll es nicht werden! Ansonsten freuen wir uns auf eine ruhige, schöne Badesaison“, sagt der Betriebsleiter.
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