Startseite
Icon Pfeil nach unten
Schwabmünchen
Icon Pfeil nach unten

Grundausbildung: Modernisierte Wehrdienstinhalte für Rekruten auf dem Lechfeld

Landkreis Augsburg

Wehrdienst auf dem Lechfeld: Das erwartet die Rekruten in der Grundausbildung

  • |
  • |
  • |
  • |
    Auf dem Lechfeld werden künftig junge Soldaten und Soldatinnen der Luftwaffe ausgebildet.
    Auf dem Lechfeld werden künftig junge Soldaten und Soldatinnen der Luftwaffe ausgebildet. Foto: Jens Kalaene, dpa (Archivbild)

    Die Luftwaffe will ab Herbst auf dem Flugplatz Lechfeld junge Soldaten und Soldatinnen ausbilden. Vorgesehen sind zwei neue Ausbildungskompanien mit jeweils rund 150 jungen Menschen. Auf sie warten Anforderungen, die es früher nicht gab: Dazu gehören Cyberangriffe, Drohnenkriege und hybride Konflikte.

    Einen festen Platz im Lehrplan bekommt beispielsweise der Drohnen-Kurs - er ist eine Folge der weltpolitischen Bedrohungslage. Die ferngesteuerten Objekte sind aus der modernen Kriegsführung nicht mehr wegzudenken. Sie klären auf, überwachen oder können Angriffe mit höchster Präzision ausführen. Sie sind leiser und oft effektiver als Kampfflugzeuge.

    Die Experten um die Ecke

    Experten für moderne Kriegsführung finden sich übrigens in direkter Nachbarschaft auf dem Lechfeld: Beim Zentrum elektronischer Kampf (ZEK) in Kleinaitingen geht es unter anderem um den Selbstschutz fliegender Waffensysteme der Bundeswehr und des Heeres. Soldatinnen und Soldaten sollen sowohl am Boden als auch in der Luft bestmöglich geschützt sein. Das ZEK beschäftigt sich dafür etwa mit elektromagnetischen Störungen. Es dürfte kein Geheimnis sein, dass in der Ulrich-Kaserne an hochsensiblen, oft geheimhaltungsbedürftigen Systemen gearbeitet wird.

    Das Fliegen und die Abwehr von unbemannten Flugkörpern gehören zur dreimonatigen Grundausbildung, die aktuell angeglichen wird: In naher Zukunft sollen alle Teilstreitkräfte dieselben Inhalte anbieten. Bisher hatten Heer und Luftwaffe die ersten zwölf Wochen jeweils auf sich zugeschnitten. Damit soll Schluss sein. Als gemeinsames Fundament rückt der Heimatschutz in den Vordergrund. Das heißt: Jeder Rekrut soll auf einen zivilen Krisenfall vorbereitet werden, berichtet der Spiegel. Unter dem Strich soll die Grundausbildung laut Bundeswehr abwechslungsreicher, vielfältiger und spannender als bisher sein.

    Der neue Wehrdienst dauert mindestens ein halbes Jahr

    Mindestens sechs Monate dauert der Wehrdienst. Diese Zeit sei laut Bundeswehr für eine angemessene militärische Ausbildung nötig. Der Fokus liege auf Fähigkeiten zum Einsatz im Heimatschutz. Der Plan dahinter ist klar: Selbst wer nur sechs Monate dient, soll anschließend als Heimatschützer für Reservedienste zur Verfügung stehen. Deutschland will dauerhaft die Nato-Anforderungen mit rund 265.000 aktiven Soldaten und einer stehenden Reserve von weiteren 200.000 Männern und Frauen erfüllen.

    Beim neuen Wehrdienst setzt die Regierung auch auf Freiwilligkeit. Konkret: Seit diesem Jahr erhalten alle 18-jährigen Frauen und Männer einen Fragebogen, der die Motivation und Eignung für den Einsatz in der Bundeswehr abfragt. Die Männer müssen den Fragebogen beantworten, für die Frauen ist die Beantwortung freiwillig. Ab Juli 2027 werden Männer (angefangen vom Geburtsjahrgang 2008) verpflichtend gemustert. Die Bundeswehr lädt anschließend alle Freiwilligen, die für den Dienst als Soldatin oder Soldat geeignet erscheinen, ein. Im sogenannten Karrierecenter geht es um die medizinische Tauglichkeit. Wer die Tests besteht, kann Wünsche äußern, wo er den Dienst antreten will. Zum Beispiel vor der Haustüre auf dem Lechfeld.

    Dem Ausbildungsbataillon sollen bis 2030 sieben Kompanien unterstellt sein

    Im Herbst soll ein zweites Luftwaffenausbildungsbataillon in Süddeutschland aufgestellt werden, dem bis spätestens 2030 sieben Ausbildungskompanien an verschiedenen Luftwaffenstandorten in Süddeutschland unterstellt werden - zwei davon auf dem Lechfeld. Der Startschuss für die erste Ausbildungskompanie mit 144 jungen Männern und Frauen am Nato-Flugplatz fällt im Herbst. Eine weitere soll in den Jahren darauf kommen. Das Stammpersonal umfasst pro Kompanie rund 50 Soldatinnen und Soldaten. Weitere Informationen soll es demnächst bei einem „Runden Tisch“ auf dem Lechfeld geben.

    Diskutieren Sie mit
    XXX 0 Kommentare
    hier kommen komentare rein

    Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.

    Anmelden

    Sie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren