Zwei Vereine feiern am Wochenende vom 26. bis 28. Juni gemeinsam ein Jubiläum. Die Reinhartshofer Feuerwehr wird 150 Jahre alt und der Schützenverein „Waldfrieden“ ist mit 75 Jahren halb so alt. Ein Festausschuss mit etwa 20 Personen aus beiden Vereinen mit Manuel Siegel für die Feuerwehr und Martin Haßmann für die Schützen an der Spitze, bereitet ein großes Festwochenende vor und hat sich dabei ganz besondere Attraktionen einfallen lassen. Ein absoluter Hingucker wird der Auftakt am Freitag um 18 Uhr.
Da wird der Bürgermeister mit dem Bieranstich warten müssen, bis ihm der Zapfhahn und der Schlägel quasi vom Himmel in die Hände fällt. Denn die Fallschirmspringergruppe „Flying Bones“ hat diese Werkzeuge im Rucksack und wird nach dem Start am Flugplatz Schwabegg damit über Reinhartshofen zum Bierzelt am Leitenberg einschweben.
Die Fallschirmspringer bringen Zapfhahn und Schlägel mit
Nach dem Bieranstich beginnt der große Festabend mit der Musikkapelle Memmenhausen und einer weiteren Attraktion. Es gibt nämlich „Ochs am Spieß“. Am Samstag beginnt der Bierzeltbetrieb ab 14 Uhr mit Kaffee und Kuchen. Im Umfeld gibt es ein Oldtimer- und Traktorentreffen. Das Familienprogramm mit dem Dorfsoundfestival wird zur Nachwuchsbühne für Musikbands. Musikgruppen, die sich vor dem Publikum präsentieren wollen, können sich per E-Mail an feuerwehr-schuetzenfest@web.de anmelden.
Feuerwehr wurde 1876 gegründet
Die Freiwillige Feuerwehr Reinhartshofen wurde am 26. Oktober 1876 gegründet. Anlass war ein Gesetz zur allgemeinen Feuerwehrpflicht, das bereits 1874 erlassen wurde. Trotz der damals weit verstreuten Ortsteile gelang es dem Bürgermeister Bunz, genügend Männer für die Gründung zu gewinnen. Erster Kommandant wurde Franz Hieber, während Josef Amann das Amt des Vorstands übernahm und später viele Jahre als Kommandant tätig war. Bereits 1877 erhielt die Feuerwehr ihre erste Saug- und Druckspritze und weitere Ausrüstungsgegenstände. Um 1900 konnte das erste Feuerwehrhaus bezogen werden. 1906 wurde eine moderne vierrädrige Spritze angeschafft, die über 45 Jahre im Einsatz blieb. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Feuerwehr 1952 mit einer Motorspritze modernisiert. 1971 erhielt die Wehr ihr erstes Tragkraftspritzenfahrzeug. Im Zuge der Gemeindegebietsreform wurde Reinhartshofen 1978 nach Großaitingen eingemeindet. Die Gemeinde unterstützte die Feuerwehr weiterhin bei wichtigen Anschaffungen und Projekten. 1991 wurde eine neue Tragkraftspritze beschafft. Da das alte Feuerwehrhaus zu klein geworden war, entschied sich die Gemeinde Ende der 1990er-Jahre für einen Neubau, der 1999 fertiggestellt wurde. Die Feuerwehrmitglieder leisteten dabei über 500 Stunden Eigenarbeit. 2019 wurde erneut eine neue Tragkraftspritze in Dienst gestellt. Ein weiterer Meilenstein war die Gründung der Kinderfeuerwehr am 1. Januar 2023. Dort werden Kinder ab sechs Jahren spielerisch an die Aufgaben der Feuerwehr herangeführt. Das Jahr 2024 stand im Zeichen neuer Beschaffungen. Mit Unterstützung der Gemeinde und privater Spender konnten ein Mannschaftstransportfahrzeug sowie ein Anhänger angeschafft werden.
Begleitet wird das Dorfsoundfestival von einem bunten Kinderprogramm und ab 19.30 Uhr steigt der Partyabend mit der legendären Partyband „Die Lumpenbacher“ aus Königsbrunn. Der Sonntag beginnt traditionell mit dem Festgottesdienst um 10 Uhr im Zelt und anschließendem Mittagessen. Um 14 Uhr findet der große Festumzug durch das Dorf statt, das während des Umzugs für den Verkehr gesperrt wird.
Ein letzter Höhepunkt: Ein Zündapp-Roller wird verlost
Über eineinhalb Kilometer wird sich der Zug mit den Fahnen der benachbarten Feuerwehren, der Schützenvereine, den Abordnungen aus den Nachbargemeinden und den Musikkapellen durch die Dorfstraßen ziehen. Danach wird im Bierzelt bei Kaffee und Kuchen, sowie erfrischenden Kaltgetränken und Speisen bei musikalischer Unterhaltung durch die Musikkapellen Großaitingen und Wehringen der Festausklang gefeiert. Als letzter Höhepunkt wird ein Zündapp-Roller verlost.
Der Schützenverein ist jünger
Der Schützenverein „Waldfrieden“ Reinhartshofen wurde am 6. Januar 1951 auf Initiative von Franz Fendt gegründet. Der Vereinsname erinnert an einen früheren Heimatverein. Dank der Unterstützung der Fürst Fugger’schen Brauerei konnte bereits kurz nach der Gründung das erste Gewehr angeschafft werden. Geschossen wurde zunächst auf einem einfachen Acht-Meter-Stand in der Gaststube des Vereinslokals. Mit dem Beitritt zum Bayerischen Sportschützenbund im Jahr 1964 begann die sportliche Ausrichtung des Vereins. Durch den Bau von fünf modernen Schießständen im Jahr 1972 wurde ein geregelter Wettkampfbetrieb möglich. Bereits 1973 nahm erstmals eine Mannschaft an den Rundenwettkämpfen des Schützengaus Lech-Wertach teil. Zum 25-jährigen Vereinsjubiläum wurde 1976 eine Vereinsfahne angeschafft. Sie zeigt die Kirche St. Jakobus, das Ortswappen von Reinhartshofen und den Wahlspruch „Ziellos wär das Leben nichtig“. 1983 wurde der Verein in das Vereinsregister eingetragen. Mit dem Ausbau der Schießanlage 1994 durch die Familie Donderer verbesserten sich die Trainingsbedingungen deutlich, was zu steigenden Mitgliederzahlen und sportlichen Erfolgen führte. Seit 2019 befindet sich die Vereinsheimat im Bürgerhaus „Alte Schule“ in Reinhartshofen. Dort stehen ein moderner elektronischer Schießstand mit sieben Bahnen sowie ein gemütliches Vereinsstüberl zur Verfügung. Neben dem sportlichen Schießen spielt das gesellschaftliche Leben eine große Rolle. Beliebte Veranstaltungen sind das Königsschießen, das Starkbierfest, das Weinfest und das Weihnachtsschießen. Seit 2023 wird außerdem eine Offene Dorfmeisterschaft durchgeführt. Besonders wichtig ist dem Verein auch die Jugendarbeit und er engagiert sich aktiv im kulturellen und kirchlichen Leben der Gemeinde. Seit seiner Gründung wird der Verein von engagierten Schützenmeistern und Vorstandsmitgliedern geführt, die maßgeblich zur erfolgreichen Entwicklung des Vereins beigetragen haben. Heute verbindet der Schützenverein „Waldfrieden“ Reinhartshofen sportliche Tradition, Gemeinschaft und ehrenamtliches Engagement und ist ein wichtiger Bestandteil des Dorflebens.
Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.
AnmeldenSie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren