Sicher ist sicher: Das sind die Straßensperren für mehr Sicherheit bei Veranstaltungen im Landkreis Augsburg
Königsbrunn/Landkreis Augsburg
Sicher ist sicher: Diese Zufahrtssperren sind bald bei zahlreichen Veranstaltungen im Einsatz
Neue Fahrzeugsperren werden bald bei Festen zu sehen sein. Genutzt werden sie in vielen Gemeinden im südlichen Landkreis Augsburg. Das steckt hinter dem Projekt.
Zeigen, wie schnell der Weg für ein Rettungsfahrzeug freigemacht werden kann: Christian Kunert (links) vom Betriebshof Königsbrunn und Raphael Morhard vom Begegnungsland Lech-Wertach.Foto: Marco Keitel
In wenigen Sekunden hat Christian Kunert vom Betriebshof Königsbrunn die Straßensperre heruntergeklappt. Auf einer Veranstaltung könnte nun im Notfall ein Rettungswagen durchfahren. Andernfalls, ohne Schlüssel oder Zahlencode, lässt die Fahrzeugsperre „Armis One“ kein Durchkommen zu. Selbst einen Lastwagen hält die Anlage auf. „Für uns ist es das beste System“, so Kunert. Rund ein Dutzend Bürgermeister sind an diesem Tag zum Betriebshof in Königsbrunn gekommen, um sich die Sperren genauer anzuschauen. Sie alle können sie in Zukunft nutzen. Los geht es mit den Faschingsumzügen.
Zahlreiche Bürgermeister wollten sich die neuen Fahrzeugsperren im Königsbrunner Betriebshof genauer anschauen.Foto: Marco Keitel
Angeschafft hat sie das Begegnungsland Lech-Wertach, zu dem zwölf Gemeinden im südlichen Landkreis Augsburg und eine im Landkreis Landsberg gehören: Bobingen, Graben, Großaitingen, Hiltenfingen, Kleinaitingen, Klosterlechfeld, Königsbrunn, Langerringen, Obermeitingen, Oberottmarshausen, Schwabmünchen, Untermeitingen und Wehringen. Durch das Projekt „Veranstaltungen sicherer machen, kulturelles Leben erhalten“ müssen diese nicht selbst Sperren anschaffen. Die sind häufig nötig – oder zumindest sinnvoll. Begegnungsland-Geschäftsführer Raphael Morhard sagt: „Ab einer gewissen Veranstaltungsgröße müssen Sicherheitskonzepte vorliegen.“ Die Zusammenarbeit sei im Freistaat vermutlich einzigartig. „In keiner anderen Region gibt es vergleichbare Projekte.“
Das kosten Straßensperren für Sicherheit bei Veranstaltungen im Kreis Augsburg
Mehr als 400.000 Euro hat das Begegnungsland dafür investiert. Etwas weniger als die Hälfte der Sperren hat es von Königsbrunn übernommen. Die Stadt hatte im Sicherheitsbereich bereits aufgerüstet, etwa für die Königsmeile. Für das Projekt sind „Leader“-Fördermittel in Höhe von bis zu 140.000 Euro bewilligt. Dabei handelt es sich um ein Förderprogramm der Europäischen Union für innovative Aktionen im ländlichen Raum. Die interkommunale Zusammenarbeit spart laut Morhard im Vergleich zu Einzelanschaffungen in den Gemeinden mehr als zwei Drittel der Kosten.
Über ein digitales Verleihsystem soll sichergestellt werden, dass die Sperren immer dort zum Einsatz kommen, wo sie gerade gebraucht werden. Es wurde genügend beschafft, um mehrere Veranstaltungen gleichzeitig abdecken zu können. Gelagert werden die tonnenschweren Systeme in Königsbrunn und Schwabmünchen. In Königsbrunn können Mitarbeiter des Betriebshofs sie aufbauen. In Gemeinden mit weniger Geräten zur Unterstützung übernehmen diese Aufgabe voraussichtlich Baufirmen.
Bei den Faschingsumzügen in Wehringen und Schwabmünchen sind Sperren im Einsatz
Neben 18 Modulen der Straßensperre „Armis One“ (jedes Modul kann einen Fahrstreifen abriegeln) umfasst das Repertoire des Begegnungslands Lech-Wertach sechs Poller, wie sie zuletzt beim Christkindlesmarkt in Augsburg für Aufsehen gesorgt hatten. Dort mussten Sicherheitskräfte die 450-Kilogramm-schweren Metallteile im Minutentakt mit einem Hubwagen verschieben, damit die Straßenbahn passieren kann. Im südlichen Landkreis Augsburg sollen sie als Lückenfüller im Einsatz sein, um schmalere Stellen abzusichern. Das Problem mit der Tram käme dort ohnehin nicht auf. Die fährt nur in Königsbrunn – wo keine Veranstaltung ihr den Weg versperrt.
Sie sichern Veranstaltungen: vorne "Safety Claw", dahinter in rot "Armis One", im Hintergrund Poller.Foto: Marco Keitel
Die Sperre, die in Königsbrunn bereits im Einsatz war, und nun auch in anderen Orten Veranstaltungen vor Angriffen schützen soll, nennt sich „SafetyClaw“. Die Vorrichtung aus einem gut einen Meter hohen Bügel und einer rund drei Meter breiten Bodenplatte hat das Begegnungsland viermal auf Lager. Fahrzeuge, fast egal welcher Größe und welchen Gewichts, bremst sie nach wenigen Metern, indem Krallen auf der Bodenplatte die Reifen aufschneiden und der Bügel sich in der Karosserie verkeilt.
Im Einsatz sind die Systeme etwa bei den bevorstehenden Faschingsumzügen: am 15. Februar in Wehringen, sowie am 17. Februar in Schwabmünchen und Klosterlechfeld.
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