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Fußball,Bayernliga

21.11.2019

Charakter heißt die große Stärke

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Der TSV Schwabmünchen steht besser da als erwartet. Am Sonntag kommt der Spitzenreiter Pipinsried. Wie zwei Stützen der Mannschaft den Erfolg erklären

Die Schwabmünchner Fußballfamilie dürfte gerade mit viel Genuss auf die Bayernligatabelle blicken. 20 Spiele, 39 Punkte und Rang drei. Eine Bilanz, die so wohl niemand erwartet hätte. Am Sonntag kommt Spitzenreiter Pipinsried nach Schwabmünchen. Beste Abwehr, bester Sturm und noch keine Niederlage. Doch wenn es nach Maik und Tim Uhde geht, soll es am Sonntag die erste Niederlage für den Spitzenreiter geben.

„Natürlich sind die haushoher Favorit, aber wir sind zu Hause auch sehr stark“, stellt Tim Uhde klar. Und dass der Spitzenreiter nicht unantastbar ist, haben die Schwabmünchner im Hinspiel gezeigt. Doch woher kommt dieses Selbstvertrauen und der daraus resultierende Erfolg? Immerhin waren es gut zehn zum Teil wichtige Spieler, die den Verein verlassen haben. Dafür kam dieselbe Zahl an neuen Spielern, aber fast alle ziemlich jung und mit wenig höherklassiger Erfahrung.

Dass es trotzdem läuft, dafür nennen Maik und Tim Uhde zwei wesentliche Gründe: „Wir haben eine hohe fußballerische Qualität im Kader. Die hatten wir zwar in den vergangenen Jahren auch, aber der große Unterschied ist, dass es in dieser Spielzeit auch innerhalb des Teams super passt“, so Kapitän Tim Uhde. „Wir verstehen uns extrem gut, harmonieren top“, ergänzt Abwehrchef Maik. „Das war in der Zeit davor nicht immer so“, fügt Tim hinzu. Das ist es auch, was auf dem Platz zu sehen ist: Jungs, die gut Fußballspielen können und füreinander einstehen. „Jeder ist bereit, für den anderen da zu sein. Das macht sich auch im Training bemerkbar. Da ziehen alle richtig voll mit, keiner steckt zurück“, so Tim Uhde.

Zurückstecken ist auch nicht gut

Und zurückstecken ist auch nicht gut, denn so ist der Konkurrenzkampf groß, wie Maik darstellt: „Du musst im Training voll dabei sein, denn jeder will und wartet auf seine Chance.“ Vor allem die Jungen bekommen vom „alten Hasen“ in der Defensive viel Lob. „Die haben Geduld, geben richtig Gas und haben alle ihren Sprung nach vorn gemacht“, so Maik Uhde. Als Beispiel nennen sie Rainer D’Almeide. Der junge Offensivspieler ist im zweiten Jahr beim TSV und zählt mittlerweile zur Stammelf. „Rainer ist ein super Typ, hat immer Gas gegeben und nun einen richtig großen Sprung nach vorn gemacht“, so Maik. „Das ist auch bei den anderen jungen Spielern so. Sie haben alle viel Talent, aber natürlich wenig Erfahrung. Aber wenn sie Geduld haben, bekommen sie hier auch die Chance“, ergänzt Tim.

Beide wissen auch, dass sie mit 25 (Maik) und 27 (Tim) Jahren zu den „alten Hasen“ im Team zählen, die die Jungen führen müssen. Eine Rolle, die den beiden durchaus gefällt, vor allem, „wenn man merkt, dass die mitziehen. Dann ist man auch mehr bereit, sie zu unterstützen“, verrät Kapitän Tim. Wenn in einer Mannschaft der Zusammenhalt so groß ist wie derzeit in Schwabmünchen, dann fällt es auch nicht ins Gewicht, dass Spieler, zumindest nach außen, nicht die zugedachte Rolle erfüllen. So wie Stefan Meisel.

Als Stürmer eigentlich an Toren gemessen, fällt er da ab. Was den einen oder anderen Zuschauer zu Kritik nötigt, sehen die Uhdes anders. „Stefan arbeitet brutal viel für die Mannschaft, schafft Räume für andere. Die machen dadurch Tore. Zudem ist er mit seiner Erfahrung auch neben den Platz extrem wichtig“, so Tim, der ergänzt: „Ich kann es nicht anders beschreiben: Stefan ist dazu auch charakterlich Weltklasse.“

Wie groß die Leistungsdichte im Kader ist und wie sich der Zusammenhalt auswirkt, das war am vergangenen Wochenende gut zu sehen. Deutlich dezimiert ging es zu Türkspor Augsburg. Vor dem Spiel musste Maik Uhde sogar noch passen. Zwar fehlte der spielerische Glanz im Derby, aber dafür haben die Schwabmünchner den Sieg mit Moral geholt.

Können, Mut und Zusammenhalt

Etwas, das auch am Sonntag gegen Pipinsried wichtig sein wird. „Da brauchen wir unser Können, den Zusammenhalt und ein bisschen mehr Mut – und die Zuschauer. Die, die da sind, sind super. Aber zu diesem Spiel wäre eine große Kulisse natürlich was Gutes“, hoffen die beiden. Verdient hätte es die Mannschaft allemal.

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