Langerringen

13.06.2019

Der Aufstieg war fällig

Langerringens Kapitän Lukas Müller feiert den Titel - und im Hintergrund die Erinnerung an Joschi Peruschitsch
Bild: Christian Kruppe

Nach vielen vergeblichen Anläufen hat Langerringen den Aufstieg geschafft. Doch im Saisonendspurt musste die Mannschaft einen Schicksalsschlag verkraften

Sechs lange Spielzeiten hat die SpVgg Langerringen an der Tür zur Kreisliga geklopft, im siebten Jahr hat es dann geklappt. Was Hans Seldmeir und Michael Fischer als Trainer verwehrt blieb, schaffte das Duo Klaus Köbler und Daniel Koller. Dabei gibt Klaus Köbler gerne einen Teil des „Ruhms“ an seine Vorgänger ab. „Der Aufstieg war einfach fällig, das ist der Lohn für viele Jahre gute Arbeit“, bilanziert er. „Wichtig war all die Jahre, dass das Team zusammengeblieben ist und so wachsen konnte“, urteilt Köbler. Vor allem vom breiten Kader profitierten die Langerringer in der vergangenen Spielzeit. „Wir mussten lange auf Lukas und Mario Müller verzichten und waren trotzdem erfolgreich“, so Köbler, der sich aber auch bewusst ist, dass ein breiter Kader nicht immer einfach ist: „Auf der einen Seite ist es toll, wenn Spieler in die Bresche springen, die Qualität mitbringen, aber wenn dann alle da sind, gibt es auch ein die, die nicht mehr so zum Zug kommen.“

Dass es in diesen Situationen keine Probleme gab, erklärt Michael Fischer. Der ehemalige Trainer ist nun sportlicher Leiter und darf so um die Geschicke von vier Mannschaften im Seniorenbereich kümmern. „In den ersten drei Mannschaften sind fast ausnahmslos Einheimische. Das ist der Bonus. So ist in den vergangenen Jahren eine hohe Identifikation gewachsen. Für die Vereinsführung gibt es keinen Unterschied, ob ein Spieler zur ersten oder zur dritten Mannschaft zählt, alle werden gleich behandelt“, beschreibt Fischer das Besondere an Langerringen.

Nach dem Training sitzen alle zusammen

Wie sich diese Zusammengehörigkeit abbildet, zeigen die Donnerstagabende. Nach dem Training sitzen alle im Sportheim zusammen. „Da gibt es Abendessen. Immer zwei oder drei Spieler kümmern sich darum. Da sitzen dann alle zusammen, meist ziemlich lange“ erzählt Michael Fischer.

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Dieses „Wir-Gefühl“ kommt nicht von irgendwo her, weiß Abteilungsleiter Thomas Baumgartner: „Vor gut 15 Jahren war der Verein am Boden. Daraufhin wurde ein Umbruch eingeleitet. Die Ergebnisse sind nun zu sehen.“ Die Kernidee war, auf einheimische Spieler zu setzen. Dazu kam, dass sich im Laufe der Zeit viel Eigendynamik entwickelt hat – weil den Spielern der Raum dafür gegeben wurde. „Wenn man so will, gehört das Sportheim den Spielern. Das nutzen sie auch“, so Baumgartner und zeigt auf die Tribüne. „Die hat sich die Mannschaft selbst gebaut“, erklärt Baumgartner nicht ohne Stolz. Ähnlich ist es mit der Erweiterung der Flutlichtanlage. Auch hier packen viele Hände mit an. Dieses Zusammenarbeiten findet sich in allen Bereichen der Abteilung. So stehen Spieler aus der ersten Mannschaft einmal die Woche als Paten für die Kleinfeldmannschaften „in der Pflicht“. Einmal in der Woche unterstützen die „Großen“ das Training der „Kleinen“.

„Für dass was wir hier nun haben, gibt es zwei Konstanten, die diesen Weg eingeleitet haben und ihn konsequent gegangen sind“, blickt Baumgartner zurück. „Das sind Franz Strehle und Joschi Peruschitsch“, so der Abteilungsleiter weiter. Peruschitsch ist Ende April überraschend gestorben. Ein schwerer Schlag für den Verein. Nicht umsonst trug er bei vielen den Beinamen „der ewige Joschi“. Seit 1965 war er Mitglied der Langerringer, bestritt mehr als 600 Spiele. Schon während seiner aktiven Zeit brachte er sich – obwohl er nie in Langerringen lebte – auch in die Vereinsarbeit ein. Peruschitsch bekleidete in den vielen Jahren unzählige Ämter im Verein, drängte sich dabei aber nie in den Vordergrund. „Er war einfach immer da und erledigte das, was zu erledigen war“, blickt Baumgartner zurück.

Ein schwerer Schlag für die Mannschaft

Für die Mannschaft war es ein Schlag, den es erst einmal zu verdauen gab. „Wir haben das Team nach der Partie in Königsbrunn darüber informiert, das war schon hart“, so Baumgartner. Die Reaktion, die die Mannschaft zeigte, beeindruckte alle. Von da an hing ein Plakat am Ballfangzaun. „Joschi – für uns unsterblich“ ist da zu lesen. Auch für die Trainer keine leichte Situation. Aber die Mannschaft reagierte auf ihre besondere Weise. „Es war, als hätten die Jungs nun einen Auftrag“, beschreibt Klaus Köbler die Situation, die vielleicht auch ihren Teil zum sportlichen Happy End betrug.

Nun blicken die Verantwortlichen der Langerringen nach vorne – ganz im Sinne von Joschi Peruschitsch. Die Vorbereitungen auf die Kreisliga laufen auf Hochtouren. Dabei wird sich im Kader nicht viel ändern. „Die Mannschaft hat das Potenzial für die Kreisliga“, sind Klaus Köbler und Daniel Koller überzeugt. Aus diesem Grund sind die Langerringer nicht groß auf Spielersuche gegangen. „Wir sind inzwischen eine sehr attraktive Braut“, umschreibt Micheal Fischer die Lage.

Drei Spieler kommen aus Schwabmünchen

Mit Patrick Joder, Gero Wurm und Michael Keppeler kommen drei Spieler aus Schwabmünchnes U23. „Gero und Michael kennen unsere Jungs auch privat, so kam deren Wechsel zu Stande“, erklärt Fischer. Patrick Joder ergänzt das Torhüterteam der Langerringer, da vor allem nicht klar ist, wie lange es dauert, bis der junge Bernd Renner nach seiner schweren Verletzung wieder fit sein wird. Zum Schwabmünchner Trio gesellt sich noch Stefan Arndt vom FC Memmingen.

Die Breite des Langerringer Kaders nimmt somit noch mehr zu, da wohl nur Dominik Grund das Team verlässt, da er weiter weg zieht. „Davon wird auch die zweite Mannschaft profitieren“, ist sich Michael Fischer sicher.

Und die hat auch Ziele – zumindest stand das auf den Aufstiegs-Shirts. Denn die „Zweite“ soll in die Kreisklasse nachrücken. Eine anspruchsvolle, aber durchaus machbare Aufgabe. Ebenso wie das große Ziel der ersten Mannschaft. „Wir wollen die Klasse halten und uns dann in der Kreisliga etablieren“, gibt Klaus Köbler vor.

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