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Fußball

19.06.2017

Der Mann zwischen Spielfeld und Schreibtisch

Er ist der neue Bezirksspielleiter Fußball: Reinhold Mießl.
Bild: Reinhold Radloff

Der neue Fußball-Bezirksspielleiter Reinhold Mießl aus Neusäß spricht über dubiose Spielabsagen und die Problematik der Ligen-Einteilung. Was sich für ihn nun alles ändert – und was seine Frau dazu sagt

Nach dem Rücktritt des Fußball-Bezirksvorsitzenden Volker Wedel übernimmt Reinhold Mießl den Posten des Bezirksspielleiters. Der 61-Jährige war mehr als zehn Jahre Spielleiter im Kreis Augsburg. Als Fußballer schnürte der Neusäßer die Schuhe für den TSV Kriegshaber und den TSV Täfertingen, wo er auch Jugendleiter und Abteilungsleiter war. Nach seinen Vereinstätigkeiten fungierte er als Kreisjugendleiter.

Herr Mießl, die Saison ist nun vorbei. Wie fällt Ihr Fazit aus?

Mießl: Der Spielbetrieb hat bis auf ein paar kleine Schönheitsfehler gut funktioniert. Wir hatten wieder einige dubiose Spielabsagen, bei denen das schlechte Wetter vorgeschoben wurde. Und am Ende gab es wieder etliche Mannschaften, die nicht angetreten sind. Das war hauptsächlich in den Reservegruppen. Das ist zwar ärgerlich, aber eigentlich nichts Neues.

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Dubiose Spielabsagen, meinen Sie da ein bestimmtes Spiel?

Mießl: Da gab es mehrere, unter anderem den TSV Rehling. Solche Absagen ärgern mich besonders. Gerade, wenn alle anderen spielen.

Was hat Sie am meisten überrascht?

Mießl: Wir konnten in einigen Klassen, hauptsächlich in der Stadt Augsburg, aber auch im Aichacher Raum, nicht alle Spiele mit Verbandsschiedsrichtern besetzen. Der Aufschrei war zunächst groß und ich hatte die Befürchtung, dass es zu Auseinandersetzungen kommen könnte. Das hat sich nicht bewahrheitet und es hat insgesamt wirklich gut funktioniert.

Die Relegation ist nun zu Ende gegangen. Was entgegnen Sie den Kritikern der Entscheidungsspiele?

Mießl: Die Besucherzahlen sind sehr erfreulich. Selbst in der zweiten und dritten Runde waren viele Fans vor Ort. Wir haben laut Satzung kaum eine andere Wahl. Man könnte überlegen, ob man nicht wieder zwei Absteiger in den Kreisklassen einführt und dafür in den A-Klassen Platz eins und zwei direkt aufsteigen.

Wird sich in der kommenden Saison etwas am Modus ändern?

Mießl: Der wird die Ligen von der Bezirksliga bis runter zu den B-Klassen in ganz Schwaben einteilen. Da wird dann auch über die Auf- und Abstiegsplätze entschieden und über die Relegation gesprochen.

Das klingt nicht nach Sommerpause für Sie und ihre Kollegen, oder?

Mießl: Noch nicht. Nach dieser Sitzung geht es dann noch ans Erstellen der Spielpläne. Dann kommen die Spielgruppentagungen bis zum 6. Juli. Im Anschluss können die Vereine noch Wünsche und Anträge vorbringen – das dauert dann noch ein bis zwei Wochen, bis alles steht.

Sie sind der neue Bezirksspielleiter. Was ändert sich dadurch für Sie?

Mießl: Ich habe jetzt mehr Verantwortung. Ich bin die Schaltstelle zwischen dem Bezirksvorsitzenden und den Kreisspielleitern. Ich muss zwar nur noch zwei Ligen betreuen, aber dafür habe ich andere Aufgaben, wie etwa die Organisation der schwäbischen Hallenmeisterschaft.

Was sagt Ihre Frau dazu?

Mießl: Die hat mich gefragt, ob ich das wirklich machen will. Es war mir aber wichtig, dass im Kreis Augsburg alles geregelt ist. Den wollte ich auf keinen Fall im Stich lassen. Ich habe auch mit meinem Nachfolger Christoph Marzini viele Dinge besprochen und mitgeplant.

Werden wir Sie auch weiterhin auf den Fußballplätzen der Region antreffen?

Mießl: Natürlich bin ich nach wie vor auf den Plätzen unterwegs. Allerdings aufgrund meiner neuen Tätigkeit vorwiegend in den Bezirksligen. Dort werde ich mit Leuten zu tun haben, die ich bisher kaum kenne. Aber das wird sicher sehr interessant und ich freue mich darauf.

Apropos Bezirksligen. Wie sieht es bei der Ligen-Einteilung aus?

Mießl: Da wird es Härtefälle geben. Mit dem Aufsteiger FC Horgau haben wir derzeit 18 Teams, die im Norden spielen wollen, aber nur 14 Mannschaften im Süden. Das ist unter anderem der Fall, weil der Landesliga-Absteiger Kissinger SC einen Antrag für den Norden gestellt hat. Wir müssen also noch zwei Vereine in den Süden umgruppieren.

Sie sind bis März 2018 interimsmäßig im Amt. Was kommt danach?

Mießl: Beim Bezirkstag im März kommenden Jahres steht die Wahl des Bezirksspielleiters an. Wir werden sehen, welche Kandidaten dann bereitstehen.

Davor steht die kommende Hinrunde an. Haben Sie einen Wunsch?

Mießl: Ich wünsche mir, dass alles reibungslos funktioniert. Die Fragen stellte Sebastian Richly

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