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Schwabmünchen

12.10.2018

Ein neuer Pfarrer in der evangelischen Gemeinde

David Metzger ist seit kurzem Pfarrer in der Evangelisch-Lutherischen Gemeinde Schwabmünchen.
Bild: Uwe Bolten

 Seit kurzem ist David Metzger Pfarrer in der Evangelisch-Lutherischen Gemeinde Schwabmünchen. Was Theologe zu seiner neuen Heimat sagt.

Noch stapeln sich in der Dienstwohnung von David Metzger die Umzugskartons. Der gebürtige Franke wird von seiner neuen Tätigkeit, Pfarrer in der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Schwabmünchen, voll in Beschlag genommen. „Schwabmünchen gehörte zu meinen Wunschstandorten bei den offenen Stellen“, bekannte Metzger zur Stellenwahl. „Eine Stadt dieser Größe bietet die Möglichkeit, persönlich die Leute kennenzulernen. Gleichzeitig ist die Nähe zu Augsburg ideal, auch mal inkognito unterzutauchen, ohne gleich als Pfarrer erkannt zu werden“, so der junge Pfarrer weiter. „Als Franke fühle ich mich in Bayrisch-Schwaben sehr wohl. Ich wurde sehr freundlich und offen aufgenommen. Ich genieße es, dass hier noch Umgangsformen gepflegt werden, die vielerorts abhandengekommen sind“, kommentierte er beispielsweise den täglichen Gruß auf der Straße. Die gegenseitige Rücksichtnahme sei hier ausgeprägter als in den großen Städten.

In Nürnberg aufgewachsen

Im Großraum Nürnberg/Fürth aufgewachsen, stand Metzger nach dem Abitur vor der Entscheidung, Polizist, Lehrer oder „Hauptamtlicher in der Kirche“ zu werden. Seine christliche Prägung und seine bis dahin gemachten Erfahrungen ließen den Wunsch, Pfarrer zu werden, immer stärker in den Vordergrund treten. Er beendete sein Studium an der Friedrich-Alexander-Universität, sein Vikariat leistete er in Weißenhorn. Dort legte er auch sein zweites Examen ab. Regionalbischof Michael Grabow ordinierte Metzger am 23. September diesen Jahres in Schwabmünchen zum Pfarrer. Nun steht der 33-jährige, unverheiratete evangelische Theologe Pfarrer Martin Kögel im weitläufigen Gemeindebereich gleichberechtigt zur Seite. Nach dreijähriger Bewährungszeit mit dem Titelzusatz „zur Probe“ kann David Metzger als Beamter in den Kirchendienst übernommen werden.

„Es hat mich gefreut, dass es soweit ist. Es war doch ein langer Weg bis dahin. Vorweg war ich sehr nervös an diesem besonderen Tag, der ja nur einmal im Leben stattfindet“, erinnert sich Metzger an den Tag der Ordination. Besonders sei es für ihn dabei gewesen, dass seine Eltern aus Franken der Zeremonie beiwohnten. „Es ist schön, mit einem Segen in eine neue Aufgabe zu starten. Heiliger fühle ich mich deswegen auch nicht“, sagte er mit einem Lächeln in den Augen. Die Ordination sei seiner Ansicht nach keine Aufnahme in einen Stand als Gegenpol zu gemeindlichen Laien, sondern eher im lutherischen Sinn die öffentliche Einsetzung in Wortverkündigung und Sakrament.

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Schwerpunkte: Seelsorge und Jugendarbeit

„Ein Pfarrer ist ein normaler Mensch, der einen besonderen Beruf hat. Wir Pfarrer treiben genauso Sport, schauen genauso fern oder spielen am Computer, wie andere auch. Wir sind nicht der Welt entrückt“, beschreibt er sein Leben. Schwerpunkt in seinem Berufsziel sei die Seelsorge und die Jugendarbeit. „Bei der Seelsorge spielt Zeit eine große Rolle. Sie findet ständig in vielen Bereichen statt. Bei der Jugendarbeit spielen Erfahrungen – besonders die Erfahrungen zu und mit Gott – eine bedeutende Rolle“, erläutert er seine Ansätze. Gerade die Erfahrungen im Leben führten zu Gott und könnten beispielsweise in Gebeten oder Liedern angesprochen werden.

Die regionale Weitläufigkeit seines neuen Wirkungskreises ist für Metzger nichts Neues. „Auch in Weißenhorn war die Gemeinde weit verstreut“, sagte er. Für ihn sei es wichtig, nahe an die Menschen heranzukommen. In dörflichen Gebieten sei vieles mit Fahren verbunden. Dies gelte sowohl für die Geistlichen als auch für die Gemeindemitglieder. „Einfach darauf warten, dass die Menschen zur Kirche kommen, funktioniert nicht“, mahnte er. Heutzutage seien die Seelsorger eher daran ausgerichtet, was die Gemeinde denke. Gleichzeitig gibt es auf der anderen Seite die Forderungen der Kirchenleitung. „Diese Wechselwirkung erfordert meiner Ansicht nach eine hohe Dynamik des seelsorgerischen Personals“, sagt er. „Eine weitere Herausforderung besteht in den Angeboten, die gemacht werden sollten, jedoch an der personellen Situation leider scheitern“, fügte er nachdenklich hinzu.

Ökumene ist ihm wichtig

Die Besinnung auf Gemeinsamkeiten der christlichen Kirchen steht für den neuen Pfarrer im Bereich der Ökumene an vorderster Stelle. „Ich freue mich sehr über die Offenheit, die die katholische Kirche hier an den Tag legt. Es ist sehr schön, dass es auf Gemeindeebene funktioniert“, sagt Metzger, der dabei die aus seiner Sicht gut funktionierende Zusammenarbeit auch in den Kirchenleitungen hervorhebt. Er habe das Gefühl, dass vieles – jeweils unter Beachtung der eigenen Kirchenstrukturen – umgesetzt werde. „Es ist nicht entscheidend, wie die Kirche heißt, die Grundhaltung zu Gott macht es aus. Im Glauben verbindet uns mehr, als man denkt“, fügt er hinzu. Bei den Angeboten – wie beispielsweise ein Seniorenkreis – trennten die Besucher auch nicht, welche Kirche es organisiere, erzählt er aus der Praxis.

Die Zukunft der Kirche liege nach Metzgers Ansicht bei Angeboten in Bereichen, die neben oder außerhalb der Welt liegt. „Das können Antworten auf Sinnfragen bei bestehender Reizüberflutung und die Besinnung auf das Empfinden „Da ist noch mehr“ sein. Sowohl die Wertevermittlung als auch die Rolle als Ruhepol spielen dabei eine große Rolle“, kommentiert er seine Sichtweise. Ebenso dürfe der Platz zur inneren Einkehr, weg von der Hektik und Überflutung des Alltags, nicht verloren gehen.

In der Zukunft möchte Pfarrer David Metzger besonders die Jugend außerhalb der Konfirmandenarbeit erreichen. „Kirche ist ein Ganzes. Einzelaktionen wie Gruppen und Gottesdienste miteinander zu verbinden, wäre ein Wunsch. Eine Lösung habe ich derzeit noch nicht“, sagt er abschließend und fügt lächelnd hinzu, sein sehnlichster Wunsch für die Zukunft sei das Auspacken seiner Umzugskisten und das Einrichten der Wohnung, um richtig ankommen zu können.

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