Fußball

15.06.2019

Eine torreiche Saison ist zu Ende

Fischachs Spielertrainer Dominik Bröll (weißes Trikot) war in der abgelaufenen Saison der Schrecken aller A-Klassen-Torhüter. 30 Tore erzielte Bröll in nur 16 Partien – knapp ein Drittel aller Treffer seines Teams.
Bild: Marcus Angele

Zwei überragende Aufsteiger, ein trauriger Rückzieher und unerfüllte Erwartungen prägen die A-Klasse

Vor wenigen Tagen ist mit dem erfolgreichen Relegationsspiel des TSV Walkertshofen gegen den VfL Westendorf die letzte Entscheidung in der A-Klasse Augsburg Süd gefallen. Somit verlassen mit dem Meister aus Fischach und dem TSV Walkertshofen gleich zwei Staudenteams die A-Klasse in Richtung Kreisklasse. Die Reserve des FSV Wehringen hatte sich indes schon früher verabschiedet – sie löste sich am 21. Spieltag gleich ganz auf. Aber auch sonst bot die A-Klasse im Rückblick alles, was der Fußball zu bieten hat.

Lange war es in der A-Klasse spannend, wer das Rennen um die beiden ersten Plätze macht. Gut, eigentlich ging es nach der starken Vorrunde des TSV Fischach nur noch darum, wer Zweiter wird. Sehr überlegen nahm die Bröll-Elf vor der Pause ihre Gegner teilweise heftig auseinander. Doch nach dem Winter gab es verletzungsbedingt eine kurze Schwächeperiode mit mehreren sieglosen Spielen und der große Vorsprung war schwuppdiwupp auf vier Punkte zusammengeschmolzen. Neben dem Ausfall einiger Leistungsträger schmerzte vor allem das Fehlen des bis dahin überragenden Torjägers Dominik Bröll sehr. Letztendlich erholte sich Fischach doch noch und feierte mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung die Meisterschaft mit drei Punkten Vorsprung vor dem TSV Walkertshofen.

Der Vizemeister startete dagegen nach der verlorenen letztjährigen Relegation etwas frustriert in die Saison und gab unnötig Punkte ab. Mitte Oktober verlor man am zwölften Spieltag zu Hause gegen Klosterlechfeld, rutschte auf Platz sieben ab und viele schrieben die Staudenelf ab. „Miraculix“ Bernhard Vogg holte danach wohl den richtigen Zauberkessel aus dem Schrank und impfte seine Truppe das Sieges-Gen ein. Ab da verlor die Staudenelf nämlich kein Spiel mehr und holte aus 16 Spielen 15 Siege und ein Unentschieden. Der 17. Sieg war dann das Highlight der Saison: Nach dramatischen 120 Minuten und einem 2:1 gegen Westendorf krönte Walkertshofen seine Leistung mit dem Aufstieg in die Kreisklasse.

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Gut dabei, aber am Schluss etwas kraft- und glücklos, war der stark aufspielende Aufsteiger Türkgücü Königsbrunn II. Bis zum 20. Spieltag konnten sie den zweiten Tabellenplatz verteidigen, ehe sie dann abgefangen wurden. Vor allem spielerisch überzeugte die Bezirksliga-Reserve und schloss die Saison auf einem hervorragenden dritten Platz ab. Auch der SV Hurlach war lange im Aufstiegsrennen dabei. Als einer der Favoriten gestartet, hatten sie in dieser Saison aber den ein oder anderen Ausrutscher zu viel, um ganz oben mitzumischen. Sollte die Mannschaft aber so zusammenbleiben und noch konzentrierter ans Werk gehen, dürften sie in der nächsten Saison wieder ein Wörtchen beim Thema Aufstieg mitreden. Ebenfalls mitreden könnte die zweite Mannschaft der SpVgg Langerringen, die in dieser Spielrunde dem ein oder anderen Favoriten ein Bein stellen konnte und gerade zu Hause eine Macht war.

Etwas mehr als Platz sechs hatten sich die Kicker und Verantwortlichen des SV Reinhartshausen ausgerechnet. Aber die Saison verlief trotz Trainerwechsel durchgängig wie eine Achterbahn: mal hoch, mal tief. Eher tief blieben auch die Bobinger Teams. Wenn man so will, sicherte sich der SSV Bobingen auf Rang acht die klasseninterne Stadtmeisterschaft vor dem TSV Bobingen II und Türk Bobingen. Gerade der TSV war mit großen Ambitionen gestartet, konnte aber seinem Anspruch nie gerecht werden. Türk Bobingen kämpfte nach seinem Abstieg erneut lange um das rettende Ufer. Auch der Aufsteiger TSV Straßberg musste schwer Lehrgeld zahlen und profitierte nur von einer einigermaßen guten Vorrunde. In der Rückrunde wurden sie regelrecht nach hinten durchgereicht. So erwies sich vielleicht für beide der Rückzug des FSV Wehringen II am 21. Spieltag als eine Art Rettungsring, da es mit dieser Entscheidung keinen Absteiger mehr gab.

Aufgrund Personalmangels mussten die Verantwortlichen des FSV die unangenehme Reißleine ziehen. Wie auf der B17 verlief die Runde für Klosterlechfeld und Kaufering II. Während Kaufering am Anfang mächtig Gas gab und sogar in Fischach mit 4:0 gewann, wurden sie ab Ende der Vorrunde ein ums andere Mal scharf ausgebremst. Für Klosterlechfeld gab es dagegen schon den ein oder anderen Totalschaden und nach einem Zwischenhoch ging in der Rückrunde gleich gar nichts mehr. Eher durchschnittlich gestaltete auch der TSV Königsbrunn II seine Aufstiegssaison, hatte aber mit der Abstiegsfrage nie etwas zu tun.

Kommen wir noch zu den Torschützen und ein paar andere interessante Zahlen: Er ist der China-B(r)öller der Liga und obwohl er verletzungsbedingt nur auf 16 Spiele kam, knallte Spielertrainer Dominik Bröll vom TSV Fischach das Leder 30 Mal in die gegnerischen Maschen. Beinahe hätte Dennis Biber vom SV Reinhartshausen die Fischacher Tormaschine noch eingeholt. Er erzielte mit 29 Treffern fast die Hälfte aller SVR-Tore. Aber ein Bröll gibt eben auch verletzt nicht auf und so wechselte er sich am Ende der Saison noch zweimal für eine Viertelstunde selbst ein und erzielte dabei auch tatsächlich die benötigten zwei Tore. Dritter wurde Patrick Wolf mit 20 Buden. Er war vor allem in der Rückrunde der Torgarant der Walkertshofer und erzielte auch die beiden Treffer in der Relegation.

Wenn man sich die Fair-Play-Tabelle einmal von unten anschaut, waren hier die Bobinger Teams spitze. Der SSV Bobingen brachte mit zehn Gelb-Roten und drei knall-Roten Karten richtige Farbe auf den Platz. Auch Türk Bobingen stand dem kaum nach und kassierte achtmal die Ampelkarte und zwei Rote. Der TSV Bobingen holte sich auch zehnmal das Gelb-Rote „Vorzeitig-Duschen-Ticket“ ab. Der TSV Königsbrunn ergatterte mit 36 Gelben Karten zwar mehr Verwarnungen als Punkte, trotzdem geht der Glückwunsch an die Brunnenstädter als fairste Mannschaft der A-Klasse.

In die FuPa-Elf der Woche stand Stefan Maier vom TSV Walkertshofen vierzehn Mal unter den besten elf Spielern. Auf Platz zwei folgte Dennis Biber aus Reinhartshausen mit acht Nominierungen. Knapp dahinter folgte sein Mannschaftskollege Felix Idel sowie Fischachs Dominik Bröll mit sieben Berufungen.

Den höchsten Sieg fuhr der TSV Fischach beim 10:0 gegen den TSV Straßberg ein. Die meisten Tore gab es in der Partie zwischen dem VfL Kaufering und Türk Bobingen mit einem 9:3. Insgesamt erzielten die Torjäger 689 Treffer, davon Fischach allein 92. Die heimstärkste Mannschaft mit 31 Punkten aus 13 Spielen war der TSV Walkertshofen. Fischach war dagegen auswärts mit 29 Punkten aus 13 Begegnungen der eher „unangenehme“ Gast. Last but not least besuchten 11710 Zuschauer die insgesamt 173 Spiele der A-Klasse, fünf Spiele fanden aufgrund des Wehringer Rückzugs nicht mehr statt.

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