Fußball I

05.01.2018

Höhenflüge und Abstürze

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Nach dem Abstieg aus der Bezirksliga durfte Heiko Plischke noch bleiben, doch nach neun Spielen in der Kreisliga trennte sich der FC Königsbrunn von seinem Trainer.
Bild: Christian Kruppe

Wie sich die Kreisliga Augsburg verändert hat – So viele Vereine im Süden wie noch nie

Die Fußballsaison richtet sich bekanntlich nicht nach dem Kalenderjahr, trotzdem lohnt es sich, einen Jahresrückblick und Ausblick auf das kommende Jahr zu halten.

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Zu Beginn der Rückrunde 2016/17 waren in der Kreisliga Augsburg drei Mannschaften aus dem Landkreissüden vertreten und in der Tabelle gut verteilt. Die zweite Mannschaft des TSV Schwabmünchen hatte die beste Ausgangsposition für den Aufstieg in die Bezirksliga. Doch in den letzten beiden Saisonspielen wurde die große Chance versiebt. Mit der 3:4-Heimniederlage gegen den FC Horgau war der Titeltraum geplatzt und der direkte Aufstieg musste dem VfL Kaufering überlassen werden.

So blieb nur noch die Chance auf die Relegation über den zweiten Platz und dazu hätte am letzten Spieltag ein einziger Punkt beim schon feststehenden Absteiger VfR EM Foret genügt. Doch der wollte nicht gelingen, der hochmotivierte Absteiger bezwang die junge Truppe von Trainer Klaus Köbler mit 4:2. Obwohl die Schwabmünchner die weitaus bessere Tordifferenz hatten, zog der punktgleiche FC Horgau aufgrund des direkten Vergleichs in die Relegation ein und schaffte auch den Aufstieg in die Bezirksliga.

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Der SV Türkgücü Königsbrunn hatte als Aufsteiger in seiner ersten Kreisligasaison eine grundsolide Vorrunde hingelegt und mit Platz neun einen relativ sicheren Platz im hinteren Mittelfeld erobert. In der Winterpause gelang mit der Verpflichtung des neuen Spielertrainers Ajet Abazi ein besonderer Coup. Dessen vorheriger Verein Stadtwerke SV Augsburg hatte seine Fußballabteilung aufgelöst. Mit der neuen Führungsfigur hatte die Mannschaft auch in der Rückrunde mit dem Abstieg nichts zu tun und verfehlte das Saisonziel einstelliger Tabellenplatz mit Platz zehn nur ganz knapp.

Anders sah es beim zweiten Aufsteiger FC Kleinaitingen aus. Da war von Anfang an Abstiegskampf angesagt. Zum Jahresbeginn bestand mit Platz zwölf und drei Punkten Rückstand zum rettenden elften Platz noch Hoffnung auf den Klassenerhalt. Doch die fünfte Heimniederlage der Rückrunde gegen den TSV Diedorf bedeutete den Abstieg in die Kreisklasse. Der FCK trennte sich von Trainer Sepp Schlögel und machte einen Neuanfang mit dem bisherigen Co-Trainer Dominik Gawantka. Mit dem FC Kleinaitingen stiegen der SSV Margertshausen und der VfR EM Foret in die Kreisklasse ab.

In der neuen Saison nahm der souveräne Kreisklassenmeister FSV Wehringen den Platz des FC Kleinaitingen ein und es kamen von oben aus der Bezirksliga mit dem FC Königsbrunn und dem SV Schwabegg noch zwei Südvereine dazu. Mit fünf Mannschaften ist der Landkreissüden so stark wie noch nie in der Kreisliga präsent.

Doch wer dachte, dass die Ex-Bezirksligisten oben mitspielen würden, sah sich gründlich getäuscht. Beide stürzten in die Abstiegszone ab, beide trennten sich früh von ihren Trainern und für beide dürfte es bis zuletzt einen Kampf gegen den Abstieg geben.

Die Gründe für den Abstieg des FC Königsbrunn sah schon Ex-Trainer Heiko Plischke im Umbruch des Spielerkaders einhergehend mit einer starken Verjüngung. Während seiner Bezirksligazeit verließen 13 Spieler den FC und zehn neue kamen. Dieser Umbruch setzte sich nach dem Abstieg mit 14 Abgängen und neun Neuzugängen, davon fünf aus der eigenen Reserve, dramatisch fort.

Nach neun Spieltagen wurde Heiko Plischke entlassen. Damals stand das Team auf Platz elf. Der bisherige Co-Trainer Florian Egger übernahm das Kommando als Spielertrainer und es ging vorübergehend auf Platz acht hoch. Aber in der Winterpause steht das Team wieder auf Platz elf punktgleich mit dem Abstiegsplatz zwölf, den der TSV Diedorf besetzt.

Abstiegskampf bis zum letzten Spieltag mit ungewissem Ausgang.

Noch dramatischer war der Absturz des SV Schwabegg. Leistungsträger früherer Jahre haben aufgehört oder waren lange Zeit verletzt. So konnte der neue Trainer René Finke nicht verhindern, dass das Team nach acht Spieltagen mit nur einem Sieg auf dem letzten Platz gelandet war und warf das Handtuch. Seinem nachgerückten Co-Trainer Michael Hanwalter gelang danach auch nur ein Heimsieg gegen Leitershofen und so steht das Team mit sieben Punkten nach wie vor auf dem letzten Platz. Zum rettenden Ufer fehlen mindestens sechs Punkte. Ob die Aufholjagd mit der Rückkehr des Kapitäns Peter Ziegler gelingt, erscheint zumindest sehr fraglich.

Abstiegskandidat Nummer eins, die Rettung wäre eine faustdicke Überraschung.

Beim Aufsteiger FSV Wehringen lief es trotz eines schier unglaublichen Verletzungspechs mit sage und schreibe sieben Langzeitausfällen von Stammspielern sehr gut. Mit dem sechsten Platz bei noch drei Nachholspielen steht das Team von Trainer Reinhard Brachert als bester Aufsteiger blendend da. Wenn dazu in der Rückrunde noch einige Leistungsträger wieder zurückkommen, dürfte sich das Team in der Spitzengruppe behaupten können.

Ein Platz in der oberen Tabellenhälfte dürfte sicher erreicht werden.

Punktgleich mit den Wehringern steht der TSV Schwabmünchen II auf Platz fünf. Trainer Klaus Köbler hatte nach dem Weggang von Routiniers wie Torhüter Sebastian Steidle, Paul Fischer, Michael Ostner oder Julian Trüdinger die Erwartungen schon etwas gedämpft. Die Formkurve zeigte aber deutlich nach oben.

Ein Platz in der Spitzengruppe ist möglich, für den Aufstieg dürfte es aber auch in diesem Jahr noch nicht reichen.

Bleibt noch der SV Türkgücü Königsbrunn. Ajet Abazi hat ein spielstarkes Team geformt. Die Neuzugänge Erdinc Kaygisiz, Tolga Özkan, Tuan Pham und Oguzhan Karaduman waren gute Verstärkungen des ohnehin schon starken Teams. Kerem Cakin führt die Torjägerliste der Liga mit 16 Toren an. So hat Türkgücü am neunten Spieltag die Tabellenführung erobert und bis zur Winterpause nicht mehr abgegeben.

Der Vorsprung ist zwar durch zwei Unentschieden in den letzten Spielen vor der Pause auf effektiv zwei Punkte geschmolzen. Doch mit den in der Hinrunde gezeigten Leistungen sollte sich die aktuelle Nummer eins des Königsbrunner Fußballs die schärfsten Verfolger aus Westheim, Dinkelscherben und Zusmarshausen vom Leibe halten können.

Türkgücü ist der Topfavorit für die Meisterschaft und den Aufstieg in die Bezirksliga.

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