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22.06.2009

Kleine Kicker in Massen - große in Maßen

Der Jugendfußball hat ein Problem: Immer weniger Jugendliche spielen Fußball. Bei den kleinen und kleinsten Nachwuchskickern haben die Vereine keine Probleme. Unzählige F- und E-Jugendmannschaften drängen sich auf dem Rasen und jagen teils im Pulk dem Ball hinterher. Doch sobald die Kinder ins jugendliche Alter kommen, ist von dieser Spielfreude nur noch wenig übrig geblieben - sie hören auf.

Das weiß auch Fritz Glück. Der Augsburger ist Beisitzer im Jugendausschuss des Bayerischen Fußballverbandes (BFV). "Ein Patentrezept gibt es nicht", sagt Glück. Ursachen für das abnehmende Interesse bei den Heranwachsenden gibt es einige. Zunächst nennt Glück den Leistungsgedanken, der bei den Kindern und Jugendlichen den Spaßfaktor beeinflusst. "Die Jugendlichen wollen sich nicht unter Druck setzen lassen", erklärt Glück. Diejenigen, die nicht höherklassig spielen wollen, reagieren enthaltsam. Die Kleinen kann man noch begeistern, da ist Fußball noch Volkssport. Doch auch bei den Kids zählt immer mehr das Ergebnis, der Ehrgeiz der Eltern an der Linie übersteigt des Öfteren den der Knirpse auf dem Platz. Hinter der Förderung der guten Spieler kämen Aspekte wie Kameradschaft und Gemeinschaft zu kurz. Weitere Probleme: das unerschöpfliche Freizeitangebot, die Pubertät, die variablen Arbeitszeiten schon in jungen Jahren.

"Die Anforderungen bei der Freizeit, in der Schule und im Beruf sind anders. Das fängt in der C-Jugend an", bestätigt Kreisjugendleiter Rudolf Hoffmann. Auch der Fußballverein müsse deshalb sein Freizeitangebot erweitern - fernab des Rasens. Discobesuche mit den Jugendlichen, Badespaß mit den Kindern. "Vielleicht ein Ansatz", sagt Funktionär Glück.

Der Wille ist bei Trainern und Betreuern da, die Zeit fehlt ihnen, die Kinder einerseits zu betreuen und andererseits fußballerisch weiterzubringen. Und der Sportverein spielt nicht mehr die prägende Rolle wie vor Jahren. Mit Spielgemeinschaften versuchen Vereine, Mannschaften zusammenzukratzen.

Kleine Kicker in Massen - große in Maßen

Zwischenlösung geplant

Auch bei den Fußballverbänden macht man sich Gedanken. Zunächst geht es darum, wie man die Umstellung von Klein- auf Großfeld in der D-Jugend erleichtert. Geplant ist eine Zwischenlösung mit verkürztem Spielfeld und acht Feldspielern. Vereine könnten dann mit minimal neun Spielern eine Mannschaft stellen.

Den Trend zu weniger Fußballern und Mannschaften bei den Heranwachsenden wird man damit aber nicht aufhalten können. Denn spätestens in der A-Jugend sind immer elf Spieler notwendig.

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