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Tischtennis

17.10.2020

Mit 67 immer noch an der Platte

Ball und Netz fest im Blick: So spielt Johann Fischer seit 50 Jahren Tischtennis.
Bild: Hieronymus Schneider

Johann Fischer erhielt die Ehrenmedaille für sein Engagement als Spieler, Schiedsrichter und Funktionär

Mit 17 Jahren entdeckte Johann Fischer seinen Lieblingssport Tischtennis und blieb ihm bis heute als Spieler, Funktionär und Schiedsrichter treu. Nun wurde der 67-jährige Untermeitinger vom Bayerischen Innenminister Joachim Herrmann und von Jörg Ammon, dem Präsidenten des Bayerischen Landessportverbandes (BLSV), mit der Ehrenmedaille für seine besonderen Verdienste für den Sport in Bayern ausgezeichnet.

„Bis 1970 gab es in Untermeitingen nur Fußball oder Schießen als Vereinssport. Als der Malermeister und Raumausstatter Kaspar Klits mit sechs bis sieben Mitgliedern eine Tischtennisabteilung gründete, interessierte ich mich für diesen dynamischen Sport ohne Körperkontakt“, sagt Johann Fischer zu seinen Anfängen. Am 1. Oktober 1970 erhielt er die Spielberechtigung für die erste Herrenmannschaft der am 8. März gegründeten Tischtennisabteilung des SV Untermeitingen.

„Training und Wettkämpfe waren zu Beginn im Keller der Imhofhalle mit räumlich sehr begrenzten Verhältnissen, bis dann die große Mehrzweckhalle zur Nutzung fertig war. Bei Engpässen im Fasching oder bei Theateraufführungen wich man dann in die Pausenhalle der Grundschule oder in die Werkshalle des Betriebs Klits aus, worüber sich unsere Gegner schon wunderten“, erinnert sich Fischer.

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Heute, nach 50 Jahren, spielt er immer noch in der ersten Herrenmannschaft, nunmehr in der Bezirksklasse B (Unterallgäu Ost und Landkreis Augsburg Süd) und die Spiele werden jetzt in der Halle der Mittelschule ausgetragen. „Tischtennis ist ein Sport für jedes Alter und mit Erfahrung kann man auch gegen jüngere Gegner mithalten“, sagt der mit 67 Jahren noch aktive Sportler. 18 Mannschaftsspiele bei einer Sechsermannschaft mit acht Einzeln und vier Doppeln bei einer Dauer von oft vier Stunden kommen da pro Saison zusammen. Heute geht die Tendenz aber eher zur Vierermannschaften mit acht Einzeln und zwei Doppeln mit etwa zweieinhalb Stunden Spielzeit. „Aber wegen Corona spielen wir derzeit auch ohne Doppel“, merkt Johann Fischer an.

Schon seit 1971 widmete sich Fischer auch der Funktionärstätigkeit im Verein und im Bezirksverband. Vom Spielleiter stieg er zum Kreisjugendwart, stellvertretenden Kreisvorstand, Bezirks-Schülerwart bis zum stellvertretenden Bezirksvorsitzenden auf. Im Jahre 2000 wurde er zum Bezirksvorsitzenden für ganz Schwaben mit 216 Vereinen in sieben Bezirken gewählt. Vor zwei Jahren wirkte er an der bayernweiten Struktur- und Verwaltungsreform der bisherigen 63 Kreise und acht Bezirke mit. Die Kreise wurden aufgelöst und 16 neue Bezirke formiert. Seitdem ist Fischer Vorsitzender des Bezirks Schwaben-Süd, der 102 Vereine mit 437 Mannschaften und etwa 3.200 aktive Spieler vereinigt. „Meine Hauptaufgabe ist die Weiterentwicklung der Vereine, die Organisation und Koordination des Spielbetriebs und des jährlichen Bezirkstages als Bindeglied zum Landesverband“, sagt Fischer.

Um das geliebte Tischtennisspiel in allen seinen Facetten zu erleben, wurde Johann Fischer auch noch Schiedsrichter und stieg seit 1983 vom Bezirks- und Verbands- bis zum National-Schiedsrichter auf. Als solcher entscheidet er über die Punkte bei Spielen der ersten bis dritten Bundesliga, die im südbayerischen Raum stattfinden. Höhepunkte seiner Schiedsrichterkarriere waren die Europameisterschaft 2000 und die Senioren-Weltmeisterschaft 2006, die beide in Bremen stattfanden, sowie die Einsätze bei den German Open in Bayreuth und den deutschen Meisterschaften in Bamberg und Augsburg. Sogar Deutschlands Nummer eins, Timo Boll, hat Fischer schon mehrmals als Schiedsrichter begleitet.

Johann Fischer erinnert sich gerne an die legendären Ausflüge der SVU-Tischtennis-Abteilung in die ungarische Hauptstadt Budapest in den achtziger Jahren, verbunden mit Trainingslager und Freundschaftsspielen. „Bei einem Turnier mit den damaligen ungarischen Spitzenspielern um die Weltmeister Klampar, Jonyer und Gergely kam für uns natürlich immer schnell das Aus in der ersten Runde“, sagt Fischer lächelnd. In besonderer Erinnerung bleiben ihm auch die Besuche als Zuschauer bei den Europameisterschaften 1980 in Budapest und 1984 in Moskau. Unter unzähligen Urkunden und Medaillen ist die nun verliehene Ehrenmedaille Johann Fischers höchste Auszeichnung.

Sein Herz hängt aber dennoch mehr am Spiel mit dem kleinen Zelluloidball als an der Funktionärstätigkeit. „Das Tischtennis spielen werde ich nie aufgeben, solange ich gesundheitlich dazu in der Lage bin“, sagt er und begibt sich zum nächsten Training in die Mittelschulhalle.

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