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Taekwon-Do

17.04.2019

Saskia Blätz will noch mal ganz oben stehen

Dreimal die Woche trainiert Saskia Blätz derzeit, um sich auf die Weltmeisterschaft Ende April vorzubereiten. Dann tritt sie in Inzell im Formenlauf an. Bereits 2013 konnte sie in dieser Disziplin mit der Mannschaft den Weltmeistertitel holen.
Bild: Fotografie Thomas Hillenbrand

Saskia Blätz tritt wieder bei einer Weltmeisterschaft an. Wie die junge Mutter Familie und Leistungssport unter einen Hut bringt.

Zweifache Mutter, verheiratet, gelernte Erzieherin – nicht unbedingt das Klischee, das man sich von einer Taekwon-Do-Kämpferin, die gerade für die Weltmeisterschaft trainiert, vorstellt. Doch genau das trifft auf die 29-jährige Saskia Blätz aus Hiltenfingen zu. Sie wird vom 24. bis 27. April bei der Taekwondo-Weltmeisterschaft im bayrischen Inzell in der Disziplin „Formenlauf Einzel“ an den Start gehen.

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Bereits mit fünf Jahren fing sie mit dem Taekwon-Do an. Ursprünglich bekam Saskia Blätz über ihre Nachbarin Kontakt zu diesem Sport. Ihre Begeisterung ging nie verloren und sie blieb dabei: „Das Taekwon-Do ist ein sehr vielfältiger Sport, man lernt neben Technik und Bewegungen auch Disziplin und Anstand“, sagt Saskia Blätz. Mit 16 Jahren wechselte sie den Verband, dann wurde aus dem Hobby Leistungssport. Bis dato ist die 29-Jährige mehrfache deutsche Meisterin, zweifache Europameisterin und gewann 2013 sogar die Weltmeisterschaft.

„Es ist schwer, alles unter einen Hut zu bringen“

Doch heute sieht ihr Leben als Mutter anders aus. Während ihrer ersten Schwangerschaft trainierte sie solange, wie es ihr Körper mitmachte, in der zweiten dann gar nicht mehr. „Es ist schwer mit Kindern alles unter einen Hut zu bekommen. Das funktioniert nicht ohne Unterstützung“, sagt Saskia Blätz, deren Kinder ein und drei Jahre alt sind. Dadurch, dass ihr Mann, der eine Taekwon-Do-Schule in Schwabmünchen betreibt und gleichzeitig ihr Trainer ist, brauchen die Eltern zu Trainingszeiten Betreuung für die Kinder.

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Früher hat die Hiltenfingerin fünf bis sieben Mal die Woche Taekwon-Do gemacht. „Das ist heute nicht mehr möglich“, sagt sie.

Aktiv für die Weltmeisterschaft bereitet sich Saskia Blätz seit Dezember vor. Derzeit trainiert sie ungefähr drei Mal die Woche, jedes zweite Wochenende fährt die Familie außerdem zum Kadertraining nach Köln. Dort bereitet sie sich unter den Augen der Bundestrainer speziell auf den „Formenlauf“ vor, die Disziplin, in der sie auch in Inzell an den Start gehen wird.“ Zwei Gegner führen parallel zueinander eine Art Choreografie vor Kampfrichtern auf, aber jeder wird für sich bewertet“, so Saskia Blätz.

Jeden Tag trainiert Saskia Blätz

Doch es gibt auch Tage, an denen gar nichts klappt: „Zuletzt hatte es bei einem Training nicht funktioniert. Ich habe immer wieder Fehler bei der Schrittfolge gemacht. Als erstes dachte ich, es hat keinen Sinn und habe abgebrochen, aber letztendlich habe ich es bei uns Zuhause weiterprobiert. Tage, an denen ich dann doch nicht trainiere, gibt es nicht“, sagt Saskia Blätz.

„Dass die Weltmeisterschaft dieses Jahr in Bayern veranstaltet wird, ist etwas ganz Besonderes für uns“, sagt die Athletin. Dies war für sie das ausschlaggebende Argument trotz schon vieler gewonnenen Titeln, noch einmal an einem Großereignis teilzunehmen: „In meiner Klasse sind alle sehr gut. Zu Beginn hatte ich noch die Einstellung, ich bin ja jetzt Mama, aber jetzt habe ich Blut geleckt und möchte schon wieder ganz oben stehen.“

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