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Schießen

30.12.2015

Sorgenvoller Blick ins nächste Jahr

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Josef Waworka will am 13. März im Schützengau Lech/Wertach nicht mehr für das Amt des Gauschützenmeisters kandidieren und blickt etwas sorgenvoll in die Zukunft.

Im Gau Lech/Wertach stehen Neuwahlen vor der Tür. Trotz des Schreckgespenstes Auflösung fehlen die Kandidaten für wichtige Ämter. Ein Stammtisch brachte erste Fortschritte

Von Reinhold Radloff

Reinhartshausen Schwierig ist zurzeit die Situation im Schützengau Lech/Wertach. Seit Jahren sind mehrere Posten in der Führung des im Altlandkreis Schwabmünchen beheimateten Schützenverbandes nicht besetzt. Und bei den nächsten Wahlen wollen auch noch einige weitere Funktionäre ihre Ämter niederlegen. Da ist guter Rat teuer. Deshalb wurde im Schützenheim in Reinhartshausen von den gastgebenden Auerhahnschützen ein bisher einmaliger Stammtisch für die Vereine des Gaues mit dem einzigen Tagesordnungspunkt „Neuwahlen“ abgehalten. Dabei wurde erkundet, ob der Gau vor dem Aus steht oder ob sich wieder Kandidaten finden. Und es zeigte sich ein schwacher Lichtschimmer am Ende des Tunnels.

Mit gut 40 von rund 4000 Mitgliedern aus 20 von insgesamt 38 Vereinen war das Interesse an der Versammlung unerwartet groß. Gauschützenmeister Josef Waworka aus Großaitingen stellte die Situation dar: Seit Jahren gibt es keinen Gausportleiter, keinen Jugendleiter und keine Jugendsprecher mehr. Dazu kommt, dass sich Waworka sowie sein zweiter Stellvertreter Dieter Bruche, die Gauschriftführerin Inge Seibt, die Gaudamenleiterin Brigitte Mayr und eventuell weitere Mitglieder der bisherigen Führungsmannschaft im März nächsten Jahres nicht mehr zur Wahl stellen. Damit muss der Großteil des Schützenmeisteramts neu besetzt werden.

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Waworkas schwerpunktmäßig im Sport tätiger Stellvertreter Manfred Stahl aus Schwabmünchen, der seit über 30 Jahren in der Gauführung aktiv und damit mit Abstand dienstältestes Mitglied der Führungsmannschaft ist, sprach davon, dass in den letzten Jahren im Gau nur eine „Notstandsverwaltung“ stattgefunden habe. Die Zahl der im Ligabetrieb um Punkte kämpfenden Mannschaften sei von über 200 auf jetzt 170 gesunken. „Das ist ein Ergebnis der mangelnden Jugendarbeit in den vergangenen Jahren“, so Manfred Stahl, der anschließend erläuterte: „Sollten sich keine Kandidaten finden, dann müsste im Extremfall der Gau aufgelöst werden und die Vereine würden wohl auf die umliegenden Gaue verteilt. Meine Vorstellung ist, dass wir die Arbeit auf möglichst viele Schultern verteilen und auch möglichst viele Vereine in die Gauführung einbinden.“

Zwei junge Frauen wollen in der Jugendleitung mitarbeiten

Er erklärte weiter, dass er seine bisherigen Aufgaben, zu denen unter anderem die Leitung der Ligawettkämpfe auf Gauebene gehören, nur dann weiter ausfüllen werde, wenn die Führungsmannschaft wieder komplett ist und alle Posten besetzt werden können. Diese Worte und das von ihm beschriebene Schreckgespenst „Auflösung“ rüttelte die Versammlungsteilnehmer auf.

In der folgenden Diskussion stellte sich heraus, dass die Vereine die Probleme erkannt haben, keine Gauauflösung wollen und zu einer Mitarbeit in gewissem Maße bereit sind. Zur Überraschung aller, boten mit Annette Kromer und Maxine Reis zwei junge Frauen aus Oberottmarshausen an, in der Jugendleitung mitzuarbeiten. Das zog nach sich, dass sich drei weitere Schützen aus unterschiedlichen Vereinen überlegen, künftig im Gau mitzuarbeiten. Für den Posten des Gauschützenmeisters meldete allerdings noch niemand Interesse an.

Die nach Reinhartshausen gekommenen Schützen vereinbarten, sich am 20. Januar nochmals zu treffen. Der im März aus seinen Amt scheidende Gauschützenmeister Josef Waworka erhofft sich davon Ergebnisse in Sachen Neuwahlen. Manfred Stahl bot potenziellen Interessenten an, sich wegen weitergehenden Informationen bei ihm bereits im Vorfeld der nächsten Zusammenkunft am 20. Januar zu melden.

Waworka und Stahl sehen inzwischen nicht mehr ganz so schwarz wie vorher und hoffen, dass der Gau am 13. März wieder eine komplette Vorstandschaft wählen kann.

Josef Waworka hat einen ganz eigenen Lösungsansatz

Während Manfred Stahl darauf setzt, in nächster Zeit mit potenziellen Kandidaten ins Gespräch zu kommen und dabei auszuloten, inwieweit diese dem Gau weiterhelfen können, hat Waworka hierzu eine ganz eigene Meinung: „Nicht wir müssen Kandidaten finden, sondern die Vereine Mitglieder aus ihren Reihen zur Verfügung stellen. Denn der Gau ist nichts anderes als eine Zwischenverwaltungsebene, ein Organisationsgremium für Meisterschaften und Rundenwettkämpfe sowie ein Sprachrohr des Schützensports nach außen. Die Vereine sollten Personen finden, mit denen sie gerne zusammenarbeiten“, betonte Waworka nach der Versammlung und zeigte sich überzeugt, dass es mit dem Gau weitergeht.

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