Newsticker

Nach Trumps Wahlkampfauftritt steigen die Corona-Fälle in Tulsa
  1. Startseite
  2. Lokales (Schwabmünchen)
  3. Lokalsport
  4. Sport ist für sie eine Herzensangelegenheit

Bobingen

14.01.2020

Sport ist für sie eine Herzensangelegenheit

Anneliese Wolf mit ihrer Herzsportgruppe bei einer Vorführung im Rahmen der Sportgala. Sie gibt nach 17 Jahren die Leitung ab.
2 Bilder
Anneliese Wolf mit ihrer Herzsportgruppe bei einer Vorführung im Rahmen der Sportgala. Sie gibt nach 17 Jahren die Leitung ab.

Anneliese Wolf hat über viele Jahre die Herzsportgruppen im TSV Bobingen geleitet. Jetzt hört sie auf und nennt die Gründe für ihren Rückzug.

Dass Sport im richtigen Maß betrieben positive Auswirkungen auf die Gesundheit hat, ist mittlerweile keine Neuigkeit mehr. Dass, entgegen früherer ärztlicher Meinungen, Sport auch positiv bei Herzkrankheiten wirken kann, ist eine Erkenntnis, die sich erst in jüngerer Zeit durchgesetzt hat. Dr. Oliver Csernai, einer der langjährigen ärztlichen Begleiter der Bobinger Herzsportgruppen, erklärt es so: „Eine Überschonung ist negativ für die Leistungsfähigkeit des Herzens. Moderates Training hilft, die eigene Leistungsfähigkeit zu erkennen und die Angst vor der Bewegung zu verlieren.“ So ist Koronarsport nicht einfach nur Gymnastik, sondern ein auf die Bedürfnisse der Teilnehmer abgestimmtes Training.

Ausbildung ist nicht einfach

„Die Ausbildung, die man braucht, um solche Übungsstunden geben zu können, ist nicht von Pappe“, sagt Anneliese Wolf. Sie habe über mehrere Wochen dauernde Kurse besuchen müssen. Da sei auch eine Menge medizinisches Wissen vermittelt worden. Notfallmaßnahmen und Wiederbelebung seien dort ebenfalls gelehrt worden. Zudem müsse jeder Übungsleiter sein Wissen immer wieder auffrischen.

Stolz ist sie darauf, dass in den 17 Jahren, in denen sie Herzsportgruppen geleitet hat, nie etwas Ernsthaftes passiert sei. Ein leichter Schlaganfall und ein Kreislaufkollaps war alles. Das sei umso bemerkenswerter, da die Teilnehmer in diesen Gruppen in der Regel zwischen 50 und 80 Jahre alt seien. Zudem kämen die meisten aufgrund ärztlicher Verordnungen in die Sportstunden.

Sport ist für sie eine Herzensangelegenheit

Denn der Herzsport stelle einen Baustein in der gesundheitlichen Versorgung von herzkranken Menschen dar. Aus diesem Grund sei laut Wolf auch in jeder Übungsstunde ein Arzt anwesend, der sofort eingreifen könne. Wer mit einer Verordnung vom Arzt zum Herzsport komme, der könne die Kosten dann über die Krankenkassen abrechnen.

Zu viel Bürokratie

Doch genau dies ist mit einer der Gründe, warum Anneliese Wolf nun schweren Herzens beschlossen hat, die Leitung „ihrer“ Gruppen abzugeben. „Die Bürokratie wächst und wächst. Ständig kommen neue Vorschriften dazu, und die Verantwortung, die man tragen muss, wenn bis zu 40 Teilnehmer in einer Gruppe sind, wird auch nicht weniger.“ Auch müsse immer mehr an Verwaltungsarbeit am Computer geleistet werden. Und das sei überhaupt nicht ihr Ding.

Ihr Anliegen sei es immer gewesen, Menschen zum Sport zu bewegen, so Anneliese Wolf. Gerade wenn diese aus gesundheitlichen Gründen eingeschränkt sind, sei es umso wichtiger, das richtige Maß an Bewegung zu finden. Dies und der Kontakt mit den Menschen sei für sie der Antrieb gewesen, die aufwendige Ausbildung zu machen und auch immer auf dem Laufenden zu bleiben. So falle es ihr zwar schwer, nach den vielen Jahren ihr Amt abzugeben, aber irgendwann sollte man auch Platz für Jüngere machen, meint Anneliese Wolf.

Besonders gerührt habe sie der Abschiedsbrief, den sie von den Teilnehmern ihrer Gruppe bekommen habe: „Das geht einem schon ans Herz. Man kennt sich natürlich auch lange.“ Es seien viele Herzsportler in ihren Gruppen, die schon bis zu zehn Jahre lang dabei sind. „Da sind mir natürlich viele sehr ans Herz gewachsen.“ Es sei ja klar, dass es dabei nicht nur um Sport und Bewegung gehe. Wenn man über einen so langen Zeitraum immer wieder mit den gleichen Menschen zusammentreffe, entstünden natürlich auch persönliche Kontakte. Und schließlich habe man immer darauf geachtet, dass die Geselligkeit nicht zu kurz gekommen ist.

Anneliese Wolf

Entscheidung ist nicht leicht gefallen

So sei ihr die Entscheidung nicht leicht gefallen, aber irgendwann hätte es einfach sein müssen, ist sich Anneliese Wolf sicher. Außerdem wäre der Zeitpunkt momentan sehr günstig. Denn es sei nicht gerade einfach gewesen, eine Nachfolgerin zu finden. Einige Jahre seien darüber ins Land gegangen. Doch nun könne sie die Verantwortung in gute Hände übergeben. Denn mit Ulrike Willutzki als Leiterin und Barbara Heider als zusätzlicher Übungsleiterin für die Herzsportgruppen seien nun zwei kompetente Frauen bereit, diese wichtige Arbeit im TSV Bobingen weiterzuführen.

Ganz auf Anneliese Wolf verzichten muss der TSV Bobingen allerdings nicht. Denn nachdem sie bis auf eine Babypause Gymnastikgruppen geleitet hat, seit sie 17 Jahre alt war, kann sie sich nicht vorstellen, jetzt ganz damit aufzuhören. Deshalb wird sie auch weiterhin ihre Seniorengymnastikgruppe und ihre Sitzsportgruppe behalten. Diese hatte sie bereits neben der Herzsportgruppe geleitet. Anneliese Wolf: „Ganz ohne meine gewohnten Sporteinheiten und den Kontakt zu den Menschen geht es nicht.“

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren