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Mitgliederversammlung

24.01.2019

Sportheim teurer: TSV Bobingen fehlen 350.000 Euro

Das Sportheim des TSV Bobingen wird teurer als geplant.
Bild: Pitt Schurian

Das neue Sportheim an der Hoechster Straße in Bobingen wird 350.000 Euro teurer als geplant. Was die Verantwortlichen jetzt unternehmen wollen.

Erstmals fand eine Mitgliederversammlung des TSV Bobingen im neuen Sportheim an der Hoechster Straße statt. Der freundliche und helle Bau stand denn auch im Mittelpunkt der Versammlung, denn er ist teurer geworden als geplant: 350 000 Euro muss der Verein noch aufbringen.

Klaus Förster, der Vorsitzende des TSV Bobingen, hatte auf der Versammlung, zu der etwas mehr als 50 Mitglieder gekommen waren, keinen leichten Stand. Zum einen musste er darlegen, warum es zu den Mehrkosten kam, aber auch die Verzögerungen bei der Baumaßnahme waren ein Thema.

Bei der Planung im Jahr 2014 war man von Kosten in Höhe von 1,84 Millionen Euro ausgegangen. Förster: „Der Aushub und der Rohbau waren noch einigermaßen im preislichen Rahmen. Doch dann sind die Kosten wegen des Baubooms steil nach oben gegangen. Bei einigen Gewerken sind wir derzeit bei dem Doppelten von dem, was veranschlagt worden war.“ Förster betonte, dass man sich keinerlei Luxusausgaben für das Sportheim geleistet habe: „Es gibt hier keine goldenen Wasserhähne oder teuren Marmor. Das einzige, was wir zusätzlich noch reingenommen haben, war eine Lüftung und einbruchshemmende Rollladen. Aber jeder, der gebaut hat, weiß, wie sich die Preise entwickelt haben.“

Schwierige Sponsorensuche

Ein großer Teil der Kostensteigerungen sei durch Eigeninitiative der Mitglieder abgefangen wurde, wofür Förster allen Beteiligten dankte. Ab das reichte nicht: Selbst wenn man bei den noch nicht fertig gestellten Außenanlagen wie Parkplatz und Tribüne noch einmal 100 000 Euro einspart, bleiben laut Förster immer noch 350 000 Euro, die nicht gedeckt sind. Auch der Versuch, über Spenden oder den Verkauf der Namensrechte an Geld zu kommen, war bislang nicht erfolgreich, so Förster: „Ich muss zugeben, das ist ein schwieriges Geschäft, Unterstützer für so ein Projekt zu gewinnen. Aber ich werde es weiter versuchen“, versprach der TSV-Vorsitzende.

Er will auch bei der Regierung von Schwaben, dem Bayerischen Landessportverband (BLSV), dem Landratsamt und der Stadt Bobingen versuchen, zusätzliche Gelder im Rahmen einer Nachförderung zu erhalten, versprach Förster, der hofft, dass einige Arbeiten an den Außenanlagen auch von den Vereinsmitgliedern erledigt werden können. „Wir werden einen Plan erstellen und dann bei den Abteilungen nachfragen, was wir selber machen können. Wir versuchen alles menschenmögliche, um Geld, das noch fehlt, reinzuholen.“

Kritik gab es vor allem aus den Reihen der Fußballabteilung. „Uns brennt die Tribüne auf den Nägeln. Wann steht das Ding?“, wollte einer wissen. Dazu Förster „Ich denke, dass drei Monate realistisch sind. Wir müssen noch mit dem Tribünenbauer sprechen, ob Einsparungen möglich sind.“ Die Tribüne wird aus Kostengründen eh kleiner gebaut, als geplant (20 statt 30 Meter). „Und die restlichen Außenanlagen wie beispielsweise Parkflächen werden wohl erst gebaut, wenn wieder Geld da ist“, so Förster.

Der Vorsitzende Klaus Förster musste den Mitgliedern des TSV Bobingen Rede und Antwort zu den Kostensteigerungen beim neuen Sportheim stehen.
Bild: Norbert Staub

Auch über die bisherige Spielstätte der Bobinger Bezirksliga-Fußballer am Wiesenhang wurde diskutiert. Eigentlich sollten die Fußballer schon zum Start der Saison 2018/2019 vom Wiesenhang an die Hoechster Straße umziehen, doch der Termin wurde wegen der Verzögerungen bei den Bauarbeiten mehrfach verschoben. „Bevor wir auf einer Baustelle spielen, sollten wir lieber am Wiesenhang bleiben“, sagte einer der Fußballer. „Je länger ihr euch am Wiesenhang festklammert, desto größer werden die Probleme“, hielt der stellvertretende Vorsitzende Klaus Kowalski dagegen, der auf die Kosten für die Nutzung der Spielstätte am Wiesenhang anspielte. „Wir klammern uns nicht am Wiesenhang fest, wir wollen vielmehr an der Hoechster Straße spielen und freuen uns darauf. Aber die Gegebenheiten müssen stimmen“, betonte Fußball-Abteilungsleiter Marcello Di Santo.

Vorstandschaft einstimmig entlastet

Die Vorstandschaft wurde trotz der Diskussion um die gestiegenen Kosten beim Sportheim einstimmig entlastet. Doch es wurde auch noch über andere Dinge bei der Versammlung gesprochen:

Kassenbericht Hier konnte der stellvertretende Vorsitzende Klaus Kowalski einen Gewinn von 415 000 Euro vermelden, betonte aber, dass darin auch die Zuschüsse, die für das Sportheim noch verwendet würden, beinhaltet seien.

Abteilungen Ausführlicher als die anderen kam die neue Abteilung Shorinji Kempo zu Wort. In einem kleinen Film stelle Manfred Birling die japanische Selbstverteidigungssportart vor. Viele Abteilungen klagten darüber, dass ihnen Trainer und Betreuer fehlen.

Landkreislauf Klaus Förster betonte, dass man gemeinsam mit den Verantwortlichen beim Landkreis beschlossen habe, den Landkreislauf 2019 nicht in Bobingen stattfinden zu lassen, weil die Außenanlagen am neuen Sportheim bis Juli noch nicht fertig gestellt sein werden. „Klar wäre es schön gewesen, zum 50. Stadtjubiläum den Landkreislauf in Bobingen stattfinden zu lassen. Aber vielleicht können wir das in zwei Jahren nachholen, wenn der TSV Bobingen sein 111-jähriges Bestehen feiert.“

Lesen Sie auch unseren Kommentar: Mitglieder müssen an einem Strang ziehen

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