Multitalent

23.11.2016

Vom Raucher zum Spitzenathleten

Raus aus dem Wasser (links). Das Schwimmen ist die ungeliebteste seiner drei Sportarten. Viel lieber fährt Helmut Beck mit dem Rad und läuft. Aber ein Triathlon besteht nun mal aus drei Disziplinen, die der Wehringer auch mit 73 Jahren noch immer betreibt und Erfolge feiert.

Helmut Beck aus Wehringen hat einen extremen Wandel in seinem Leben hinter sich. Auch im hohen Alter ist er weiterhin Sportler durch und durch und hat noch ein großes Ziel

Sport, das war nicht immer sein Leben. Doch seit 30 Jahren steht er bei dem heute 73-Jährigen ganz hoch im Kurs, erlebt ihn mit vielen Höhen und Tiefen. Helmut Beck zählt im Landkreis und weit darüber hinaus zu einem der erfolgreichsten Läufer, Duathleten und Triathleten.

Helmut Beck hat plötzlich einen extremen Wandel vollzogen: „Ab meinem 15. Lebensjahr habe ich 30 Jahre geraucht. Und als ich dann von Arbeitskollegen zum Sportabzeichen überredet wurde, hörte ich mit dem Unsinn auf.“

Das tat ihm gesundheitlich sehr gut. „Ich machte beim Training riesige Fortschritte und fühlte mich richtig gut“, erzählt er. Und der Wehringer schraubte seine Ansprüche immer höher.

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Zunächst dehnte er seine sportliche Tätigkeit vom Laufen auf das Radfahren aus und feierte als Duathlet große Erfolge in ganz Europa. Auch Marathons begeisterten ihn, und das in einem für Sportler sehr fortgeschrittenem Alter. Doch das reichte ihm immer noch nicht. Es setzte noch eins drauf.

Triathlon, das war sein großes Ziel. „Leider habe ich nie richtig schwimmen gelernt. Das rächte sich jetzt.“ Trotzdem gewann er den bekannten Königsbrunner Wettbewerb. Er nahm sich sogar den Ironman auf Hawaii vor. Doch das Aus kam 2013 schon in Zürich: „Ich überschritt die zulässige Schwimmzeit und wurde disqualifiziert. Aus der Traum.“

Probleme gehörten zu seinem Sportlerleben ebenso wie Erfolge. „Wenn ich heute meine Pokalsammlung und meine Ergebnislisten anschaue, dann kommen viele schöne und schlimme Erinnerungen hoch“, erzählt er: Radunfälle, Sehnen und Muskelrisse, Bandscheibenvorfälle, Brüche, Knieoperationen und das Pfeiffersche Drüsenfieber, das seine Ergebniszeiten in den Keller stürzen ließ. Zum schwäbischen Berglauftitel M70 und zum 7. Platz beim Tegelberglauf reichte es heuer immer noch.

Inzwischen zwingt Beck auch das fortschreitende Alter zum Kürzertreten. Trotzdem: „Ich laufe fast noch jeden Tag, oft mit meiner Frau, dann etwas langsamer.“ Und im Winter fliegt er, wie schon seit vielen Jahren, nach Mallorca zum Radtraining.

Sport bleibt einfach sein Leben. So lange es irgendwie geht, will er das Sportabzeichen weitermachen und sich bei der LG Wehringen möglichst fit halten. Große Ziele wagt er sich aber nicht mehr zu setzen: „Ich muss immer sehen, wie es mir geht. Dann entscheide ich kurzfristig, an welchem Wettkampf ich teilnehme.“

Einen großen sportlichen Traum hat Helmut Beck allerdings doch immer noch: Zum 75. Geburtstag möchte ich noch einmal eine Ironman-Qualifikation mitmachen, dann hoffentlich ohne Disqualifikation.“

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