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Volleyball

03.09.2018

Von Königsbrunn zur Nationalmannschaft

Nadine Kulig (links) aus Königsbrunn steht inzwischen im Kader der deutschen U-17-Nationalmannschaft. <b> <b>Foto: Detlef Gottwald</b> </b>
Bild: Detlef Gottwald

Nadine Kulig legt mit nur 16 Jahren bereits eine rasante Volleyball-Karriere hin. Wie sie Schule und Leistungssport unter einen Hut kriegt.

Beim Betreten des Hauses von Familie Kulig fallen direkt die beiden Bilderrahmen neben dem Fenster auf. Zwei Spielerinnen der Drittligisten DJK Augsburg Hochzoll lächeln Besuchern des Hauses stolz entgegen, denn Volleyball wird in dieser Familie großgeschrieben. Nadine Kulig und ihre 22-jährige Schwester Vanessa Kulig sind beide feste Bestandteile des Augsburger Volleyballteams. Vor allem die 16-jährige Nadine begeisterte nicht nur DJK-Trainer Nikolaj Roppel von ihrem Talent, sondern auch den Trainerstab der Bayernauswahl und sogar der Jugendnationalmannschaft, in deren Kader sie jetzt steht.

Und dabei war Nadines Karriere fast schon vorbei, bevor sie überhaupt angefangen hat. Als sie im Herbst 2012 beim TSV Königsbrunn anfing, hätte sie die Knieschoner nach ein paar Monaten am liebsten wieder an den Nagel gehängt. Grund dafür: der Aufschlag. „Ich hab nie einen Aufschlag rüber gebracht. Dann habe ich erst mal aufgehört.“ Doch zum Glück blieb Nadine Kulig nicht lang demotiviert. Im Frühjahr ging sie zurück in das Training von Dorothea Köhler; wie sich knapp sechs Jahre später herausstellte eine goldrichtige Entscheidung.

Karriere begann in Königsbrunn

Angefangen hat ihre Karriere bei ihrem Heimatverein TSV Königsbrunn. Schon hier entdeckte man Nadines Talent früh, vor allem Trainerin Svetlana Turgunbajew. „Dorothea hat mir am Anfang die Basics beigebracht und Svetlana hat mich dann in die Schwabenauswahl gebracht. So ging es dann immer weiter.“ Als Nadine für die Bayernauswahl im Gespräch war, machte sie sich Gedanken über einen Vereinswechsel. Zum fünfzehnten Geburtstag bekam Nadine ein Vertragsangebot von der DJK Augsburg Hochzoll. Überlegen musste sie nicht lange: „Wenn ich schon ein Angebot von so einer Mannschaft bekomme, dann nutze ich das auch.“

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Ihren größten Erfolg konnte die Zuspielerin bisher mit der Bayernauswahl verbuchen. Schon zweimal gewann Nadine mit ihrer Mannschaft den Bundespokal und ließ die Teams aus den anderen Bundesländern hinter sich. Interessanterweise war der zweite Bundespokal für sie persönlich der wichtigere. „Bei dem Ersten habe ich eigentlich gar nicht gespielt.“ Gesundheitlich etwas angeschlagen und nur als zweite Zuspielerin nominiert, hat der Pokalgewinn 2017 nicht dieselbe Bedeutung für Nadine wie der diesjährige. Als die Bayernauswahl im Mai diesen Jahres erneut den Bundespokal gewann, war Nadine Kulig erste Zuspielerin.

Warten auf das erste Länderspiel

Und nun steht der nächste Schritt an: die Nationalmannschaft. Obwohl die meisten Spieler für die Jugendnationalmannschaft bei Spielen der Bundespokale gesichtet werden, ist die Königsbrunnerin auf einem anderen Weg in den Kader gekommen, nämlich durch ihren Trainer Dieter Heidrich.

„Wir waren in Innsbruck mit der Bayernauswahl und unsere Spiele wurden aufgenommen. Mein Trainer war scheinbar so begeistert, dass er die Videos an die Jugendnationalmannschaft geschickt hat“, berichtet sie. Seitdem nimmt Nadine immer wieder an Lehrgängen teil und hofft bald auf ihren ersten Länderspieleinsatz.

International war sie trotzdem schon unterwegs. Mit der Bayernauswahl ging es im vergangenen April in die USA. In San Francisco nahmen die Mädchen an einem Vorbereitungsturnier für den Bundespokal teil. Neben dem Training war sogar Zeit für ein bisschen Sightseeing.

Die Frage, ob San Francisco Nadine gefallen hatte, wurde direkt mit einem „Ja, mega!“ beantwortet. Scheinbar so sehr, dass sie sich vorstellen könnte, einmal in den Vereinigten Staaten Volleyball zu spielen. Vor allem die Ligen der Universitäten haben Nadine Kulig beeindruckt, doch bis zur Universität hat sie noch ein bisschen Zeit. Im September kommt die Schülerin in die elfte Klasse.

Lässt sich die Schule mit der Volleyball-Karriere überhaupt unter einen Hut bringen? Dreimal die Woche Training, Spieltage in der 3. Liga, Spiele der Bayernauswahl, Lehrgänge der Jugendnationalmannschaft, Beachvolleyball in der Freizeit, sich mit Freuden treffen, weiterhin in der Schule gute Noten schreiben und so weiter? Die 16-Jährige ist komplett ausgebucht, aber trotzdem ganz entspannt. „Das geht schon. Die Schulleitung ist eigentlich auch bei den auswärtigen Spieltagen grundsätzlich sehr verständnisvoll.“

Ihre Ziele für die Zukunft schraubt Nadine nicht zu hoch und bleibt eher bescheiden.

Von der 2. Bundesliga träumt die Zuspielerin. Vielleicht bekommt sie dort einmal ihre Lieblingstrikotnummer, die 16, die sie bisher in noch keiner Mannschaft tragen durfte.

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