1. Startseite
  2. Lokales (Schwabmünchen)
  3. Lokalsport
  4. Von Überfliegern, Jägern und Enttäuschungen

Fußball

06.02.2019

Von Überfliegern, Jägern und Enttäuschungen

IMG_7283.jpg
2 Bilder
Den Torjubel des TSV Fischach mussten sich die Gegner in der Vorrunde öfter mitansehen. Spielertrainer Dominik Bröll (Nr. 7) und seine Truppe waren bisher das beherrschende Team in der A-Klasse Süd.
Bild: Marcus Angele

In der A-Klasse Augsburg Süd ist Pause. Was sich die Verantwortlichen nach der Winterpause vorgenommen haben.

Bei der A-Klasse Augsburg Süd sprach man in der Vorrunde zu Recht von der Ballerliga im Landkreis Augsburg. Bisher erzielten die Mannschaften 519 Tore, was über 32 Treffer pro Spieltag oder knapp fünf Tore pro Spiel bedeutete. Trainerwechsel gab es bereits in Reinhartshausen und beim SSV Bobingen. Dazu gesellte sich der Türk Bobingen, bei dem sich Ugur Mert vom Trainerposten zurückzog. In der Fair-Playtabelle liegt zur Halbzeit der Aufsteiger TSV Königsbrunn II knapp vor dem SV Reinhartshausen. In den anderen Statistiken führt der derzeitige Klassenprimus aus Fischach. Zur Winterpause zogen nun die Trainer ein kleines Resümee und blickten auch schon in die Zukunft Richtung Rückrunde.

Der TSV Fischach liegt zur Winterpause nicht nur überlegen an der Tabellenspitze. Er schoss mit 68 Treffer die meisten Tore, kassierten mit 18 Gegentreffer die wenigsten dazu. Außerdem haben die Fischacher mit Spielertrainer Dominik Bröll den Toptorjäger mit 28 Treffern auf dem Platz. Dazu befinden sich mit Andreas Frank (zehn Tore) und Maximilian Fischer (neun Tore) noch zwei weitere Offensivspieler unter den Top-Ten-Torschützen. Trotzdem gibt sich der Erfolgscoach eher bescheiden: „Klar, lief es bisher für uns perfekt. Wir hatten im Gegensatz zu unseren Konkurrenten wenig Verletzte und in den entscheidenden Spielen das nötige Glück. Gegen Ende der Vorrunde haben wir es dann auch gut gemacht. Stolz bin ich auch auf die gute Trainingsbeteiligung. Als Ziel haben wir jetzt schon Platz eins oder zwei.“

Türkgücü Königsbrunn II will Relegationsplatz halten

Dardan Jasiqi, Trainer von Aufsteiger Türkgücü Königsbrunn II, ist mit dem bisherigen Verlauf ebenfalls rundum zufrieden. Ihm gefielen vor allem die tolle Disziplin der Mannschaft und die gute Zusammenarbeit mit der Bezirksliga-Elf. Einzig die laxe Trainingsbeteiligung könnte laut Jasiqi schon noch gesteigert werden. Für die Rückrunde hofft er, dass man den Relegationsplatz halten kann.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Damit kommen wir zu den Verfolgern und zum SV Hurlach. Hier hat Christian Ziegler eine sehr junge Mannschaft übernommen, der es hier und da noch etwas an der Abgeklärtheit fehlt. „Hier müssen wir noch etwas am Feinschliff arbeiten und die Vorbereitung nutzen, um noch mal vorne anzugreifen. Ein Platz unter den ersten vier wäre aber ein tolles Ergebnis“, so der Trainer. Beim TSV Walkerthofen hatte das Team von Bernhard Vogg nach der verlorenen Relegation in der Vorsaison doch größere Probleme als gedacht, um wieder richtig in die Spur zu kommen. Dazu kam auch noch das Verletzungspech einiger Leistungsträger. Doch mittlerweile sind die Walkertshofer wieder gut dabei und haben Blickkontakt zu Platz zwei. „Der Relegationsplatz wäre schon wieder schön, aber Fischach dürfte durch sein“, orakelt Vogg zur Rückrunde.

Langerringen im Soll

In Langerringen ist Trainer Günther Müller ebenfalls zufrieden. „Wir sind absolut im Soll und haben einen tollen Kader. Natürlich ist bei den Männern der Eifer groß, in der Zweiten gute Leistung zu bringen, um sich dann für die erste Mannschaft anzubieten. Vielleicht können wir in der Rückrunde die Favoriten etwas ärgern und uns noch ein oder zwei Plätze nach vorne schieben“. Für Klaus Grützmacher vom VfL Kaufering II war der deutliche Sieg gegen Fischach das ‘Zuckerl’ einer gemischten Vorrunde. „Wir sind hervorragend gestartet und konnten sogar Fischach die einzige Niederlage beibringen. Doch die viele Ausfälle wegen Verletzung oder aus beruflichen Gründen konnten wir dann ab Mitte der Vorrunde nicht mehr so ganz kompensieren. Unser Ziel ist aber nach wie vor der Relegationsplatz und da wäre natürlich ein Sieg im ersten Spiel nach der Winterpause gegen Türkgücü gleich einmal sehr hilfreich“.

Erst dreizehn Spiele und somit drei weniger als der Rest hat der SV Reinhartshausen auf dem Konto. Hier übernahm nach dem fünften Spieltag Peter Hartmann das Zepter von Sepp Schlögel. Hartmann holte aus seinen bisherigen acht Spielen 15 Punkte, was vor allem auch an seinen beiden treffsicheren Toptalenten Dennis Biber mit 16 Toren und Felix Idel mit zehn Toren lag. Beide erzielten somit fast Dreiviertel aller SVR-Tore. Hartmann ist von seiner jungen Truppe überzeugt und hofft, dass sie in der Rückrunde auch auswärts so stark auftreten kann wie zu Hause. In Klosterlechfeld sind mit Sebastian Korner und Christoph Käsberger zwei Trainerneulinge am Werk. Nachdem am Saisonanfang noch etwas Schwierigkeiten bei der Umsetzung des neuen Systems herrschte, gelang doch die Wende und es folgten sieben Spiele ungeschlagen. Gegen stärkere Gegner wie Fischach oder Hurlach musste die junge Truppe allerdings noch Lehrgeld zahlen. Trotzdem ist das Ziel der beiden Trainer, mit Spaß am Fußball konsequent und konzentriert in den vorderen Tabellenbereich zu wandern.

Stefan Böck vom Aufsteiger TSV Königsbrunn ist von seiner Mannschaft ebenfalls sehr positiv überrascht und steht mit 18 Punkten im Mittelfeld der Tabelle, obwohl er auf zahlreiche Stammspieler verzichten musste. Sein Ausblick auf die Rückrunde ist klar: Die Klasse halten. Mit drei Auswärtsspielen am Stück zum Rückrundenstart haben die Brunnenstädter da aber erst einmal ein ganz schönes Brett vor sich.

Alle Bobinger Teams in der Abstiegszone

Ab Platz zehn beginnt dann bereits die Abstiegszone, wo sich alle Bobinger Vereine tummeln. Beim SSV Bobingen ging es öfters heiß her. Anfangs mit guten Ergebnissen gegen Ende der Vorrunde eher in der Kartenstatistik, was Trainer Erdinc Yilmaz auch etwas ärgerte: „Die meisten roten und gelb-roten Karten waren absolut berechtigt, da müssen wir wirklich an der Disziplin arbeiten. Das hat uns dann vielleicht doch acht bis zehn Punkte gekostet. Die Schiris haben aus meiner Sicht einen guten Job gemacht.“ Mit der Rückkehr seiner verletzten Stammkräfte hat Yilmaz einen guten Mittelfeldplatz im Visier.

„Von der Qualität her, haben wir schon eine Mannschaft für die A-Klasse“, meint Straßbergs Trainer Christian Schmid, „aber in manchen Situationen waren wir noch etwas zu grün. Dazu kam noch eine extreme Verletztenmisere mit teilweise 14 Spielern, was dann auch die hohen Niederlagen erklärt“. Für die Rückrunde hofft Schmid, dass die verletzten Neuzugänge die junge Mannschaft unterstützen können und somit die Klasse gehalten werden kann.

Nach einer guten Vorbereitung landeten die Kicker des TSV Bobingen II unerwartet böse auf dem Boden der Realität. Sie starteten mit sechs Niederlagen und hatten dazu ebenfalls viele Spielerausfälle. So gestaltete es sich auch im Training laut Coach Markus Heermeier schwierig, vernünftig Spielzüge einzustudieren. Für die Rückrunde baut Heermeier auch auf junge, motivierte Spieler aus der A-Jugend und möchte auch gleich saisonübergreifend eine schlagkräftige Truppe formen. „Vom Spielermaterial her dürften wir aber nichts mit dem Abstieg zu tun haben“, gibt sich Heermeier zuversichtlich.

Neuer Trainer bei Türk Bobingen

Alles andere als gut ist die Situation beim Türk SV Bobingen. Das neue Team um Abteilungsleiter Haluk Ates ist unermüdlich im Einsatz, wieder Ruhe und Struktur in den Verein zu bekommen. Leider müssen sie sich nun auch noch auf Trainersuche begeben, da Ugur Mert zur Winterpause sein Amt zur Verfügung stellte. Ates legt auch viel Wert auf Disziplin: „Wir wollen nur Fußball spielen und brauchen keine Nebenschauplätze. Da sind wir vielleicht auch in der Vergangenheit etwas böse hingestellt worden. Bei uns gilt: Wer austickt fliegt aus dem Verein.“ Für die Rückrunde gilt klar die Devise Nichtabstieg und Neuaufbau.

Beim Tabellenletzten FSVWehringenII gilt: Man will das Feld von hinten aufrollen. Ein Lichtblick ist für Trainer Sebstian Holzer, dass die vielen Verletzten von der ersten und zweiten Mannschaft langsam wieder zurückkommen. „Das wirkt sich dann hoffentlich auch auf die Spielqualität aus“, hofft Holzer, „und vielleicht können wir so noch den ein oder anderen ärgern um dann doch noch den Kopf aus der Schlinge zu ziehen“.

Themen Folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren