EHC Königsbrunn

28.06.2019

Vorwürfe gegen den Ex-Trainer

Fabio Carciola ist inzwischen in Landsberg gelandet. Sein Ex-Verein erhebt Vorwürfe gegen den ehemaligen Spielertrainer.
Bild: Thorsten Jordan

Bei der Mitgliederversammlung des EHC Königsbrunn übt Tim Bertele Kritik am Verhalten von Fabio Carciola. Um was es geht.

Von Margit Messelhäuser

und Norbert Staub

Königsbrunn Deutliche Kritik wurde bei der Jahreshauptversammlung des EHC Königsbrunn an Ex-Trainer Fabio Carciola geübt.

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Als am Donnerstagabend die Formalien auf der Versammlung erledigt waren, ergriff der 3. Vorsitzende Tim Bertele das Wort. Es seien viele Gerüchte zum Thema Fabio Carciola im Umlauf und er wolle einiges klar stellen. Nachdem Carciola im Sommer zunächst damit beauftragt worden sei, sich um die Sponsoren zu kümmern, habe man dies wieder aufgegeben. „Wir haben von den Sponsoren gehört, dass die Arbeit teilweise katastrophal gewesen ist“, so Bertele.

Daraufhin habe man sich mit Carciola darauf geeinigt, dass er die Wohnung eines Spielers herrichten sollte. „Da hat er uns dann für seine alten Möbel 1400 Euro in Rechnung gestellt, was völlig unangemessen war. Solche Leute können wir hier gar nicht haben, die den Verein über den Tisch ziehen wollen“, sagte Tim Bertele.

Carciola widerspricht

Fabio Carciola hat die Sache ganz anders in Erinnerung: „Herr Bertele ist mit uns durchs Haus gegangen, wir haben ihm gezeigt, welche Möbel wir verkaufen könnten und was sie kosten“, erklärt Carciola. Man habe dem Verein eine Aufstellung der Möbelstücke mit Preis zukommen lassen „und Herr Bertele hat es bestätigt und bezahlt“. Abgesehen davon hätten er und seine Frau viel Zeit investiert und sich dafür einen Transporter geliehen. „Wir haben die Einrichtung dort hingebracht und aufgestellt“, so der neue Landsberger Trainer.

Im September habe man Carciola die Kündigung nahe gelegt. Daraufhin habe er angeboten, dass er wieder spielt und nicht nur als Trainer arbeitet. Bertele: „Wir wollten es nicht auf einen Rechtsstreit ankommen lassen, aber die Vertrauensbasis war nicht mehr da.“ Nach Carciolas Rücktritt sei der Vertrag dann am 27. Dezember aufgelöst worden. Bertele: „Wir sind ihm dankbar, dass er uns zum Aufstieg verholfen hat, aber das war auch sein Job.“

Auch das, so Fabio Carciola, entspreche nicht den Tatsachen. Es sei vereinbart gewesen, dass er das erste Jahr in Königsbrunn als Spielertrainer arbeite, im zweiten Jahr aber nur mehr als Trainer. „Im Juli kamen Tim und Willi Bertele (Vorsitzender des EHC, Anm. d. Red) zu mir und haben mir sogar 6000 Euro angeboten, wenn ich wieder spiele“, sagt Carciola.

Das Geld habe er abgelehnt, es solle lieber für einen neuen Spieler oder die im Kader verwendet werden. Der ehemalige DEL-Spieler wollte aufgrund von gesundheitlichen Problemen nicht mehr spielen. „Im September wurde mit vorgeworfen, ich sei nicht motiviert und man hat mich unter Druck gesetzt“, so Carciola, deshalb habe er sich doch noch mal breitschlagen lassen und gespielt – mit Schmerzmitteln. Im Dezember hatten sich Carciola und der EHC Königsbrunn endgültig getrennt, wenige Wochen später kam der 33-Jährige nach Landsberg als Spieler und ist in der neuen Saison nur mehr Trainer beim HCL

Sven Sorkale ist neuer 2. Vorsitzender

Zuvor wurde auf der Versammlung ein neuer 2. Vorsitzender gewählt. Marc Streicher sagte, dass er nicht mehr die Zeit für den Posten habe und dass es auch nicht gut sei, wenn man gleichzeitig Spieler und Vorstand ist. Sven Sorkale wurde einstimmig von den 21 anwesenden Mitgliedern zum neuen 2. Vorsitzenden gewählt. Außerdem beschloss die Versammlung bei einer Enthaltung, dem Vorstand eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 250 Euro zu genehmigen.

Über die Finanzen des Vereins informierte Schatzmeister Peter Schmalz die EHC-Mitglieder. Der Spielbetrieb habe den Verein 160 000 Euro gekostet. Die Einnahmen aus Ticketverkauf, Zuschüssen und Werbung hätten nicht ausgereicht, dies zu decken, so dass ein Minus von 36 000 Euro aus dem Sportbetrieb zu Buche stand. Die sei aber annähernd egalisiert worden durch die Einnahmen beim Imbissverkauf. „Das ist einfach toll, was unsere Helfer da leisten“, sagte der Schatzmeister. Durch die Einnahmen bei den Spenden habe man am Ende einen Überschuss von 15 000 Euro erwirtschaftet. „Wir haben immer solide gewirtschaftet“, hob Peter Schmalz hervor.

Der EHC-Vorsitzende Willi Bertele dankte in seinem Bericht den Sponsoren und der Stadt Königsbrunn für ihre Unterstützung und betonte: „Wir sind in Königsbrunn ein absoluter Werbeträger.“ Das Team sei nach dem Aufstieg gut in der Bayernliga angekommen, wobei das Highlight die Spiele in der Verzahnungsrunde gegen Riessersee gewesen sei. Auch in der kommenden Saison gehe es vor allem darum, die Bayernliga zu halten.

Zu seiner Person sagte Bertele: „Alle gehen immer davon aus, dass der Willi das schon weiter macht. Ich bin noch für ein Jahr gewählt, und dieses eine Jahr werde ich auch noch weiter machen.“

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