Fußball

07.09.2019

Welcher Bruder lacht am Ende?

Welcher der beiden Mutlu-Brüder geht am Sonntag als Sieger vom Platz? Emre (links) würde sich gerne mit einem Erfolg vom TSV Bobingen verabschieden, doch der große Bruder Cemal möchte mit Königsbrunn weiter an der Spitze bleiben.
Bild: Elmar Knöchel

Fußball Im Bezirksliga-Derby zwischen dem SV Türkgücü Königsbrunn und dem Nachbarn TSV Bobingen treffen morgen Nachmittag zwei Brüder aufeinander. Für einen der beiden ist es ein besonderes Spiel

Königsbrunn Am Sonntag ist Derbytag in der Fußball-Bezirksliga. Die einzigen Teams aus dem Süden des Landkreises Augsburg, der SV Türkgücü Königsbrunn und der TSV Bobingen, treffen im Hinrundenspiel im Königsbrunner Hans-Wenninger-Stadion aufeinander.

Dieses Derby verspricht Spannung und Brisanz, zumal sich viele alte Bekannte treffen. Denn etliche Spieler des SV Türkgücü Königsbrunn haben eine mehr oder weniger lange Vergangenheit beim TSV Bobingen hinter sich. Zu Beginn dieser Saison wechselten die langjährigen Stammspieler Cemal Mutlu und Cemal Nam von Bobingen nach Königsbrunn und haben sich hier gleich als wertvolle Stützen des Teams erwiesen. Tolga Özkan kam 2017 und Halim Bal vor der Saison 2018/19 vom Bobinger Wiesenhang zum SV Türkgücü. Dazu trugen auch schon Emre Cevik und Erdinc Kaygisiz in der Vergangenheit das Bobinger Trikot.

Die Ausgangsposition beider Mannschaften in der Tabelle ist unterschiedlich. Türkgücü steht aktuell auf dem vierten Platz mit 14 Punkten. Beim 0:0 am vergangenen Spieltag bei der TG Viktoria Augsburg hätte ein Tor genügt, um die Tabellenführung zu erobern. Da dieses aber nicht fiel, behauptete der FC Thalhofen mit 16 Punkten die Spitze und der TV Erkheim konnte am Dienstag mit dem 3:0 in Otto-beuren noch den zweiten Platz mit 15 Punkten erobern. Punktgleich mit Türkgücü steht der LandesligaAbsteiger SV Cosmos Aystetten auf Platz drei.

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Bei diesem eng zusammengerückten Führungsquartett, hinter dem der BSK Olympia Neugablonz mit 13 Punkten lauert, geht es für Türkgücü darum, den Anschluss nach ganz oben zu halten.

Bisher trafen die beiden Nachbarvereine erst zweimal in der Bezirksliga aufeinander. In der Aufstiegssaison 2018/19 konnte Türkgücü beide Spiele gewinnen (3:1 zu Hause und mit 4:3 in Bobingen).

Spielertrainer Burak Tok hofft auf ein attraktives Spiel, an dem auch die Zuschauer ihre Freude haben und sagt: „Die Bobinger müssen auch Punkte holen, um sich vom zehnten Platz ins sichere Mittelfeld zu verbessern und werden sich nicht nur hinten reinstellen wie die Viktoria“.

Burak Tok kann wegen seiner Leistenverletzung aus dem Heimspiel gegen den SV Stöttwang noch nicht selbst ins Spiel eingreifen. Auch Damjan Canovic muss wegen seiner Meniskusverletzung noch mindestens drei Wochen pausieren, kommt aber um eine Operation herum. Mit der Rückkehr von Tolga Özkan aus dem Urlaub bietet sich aber wieder eine Alternative in der Abwehr oder im defensiven Mittelfeld an. Özkan hat ebenso wie Kaan Dogan und Advam Vital Rocha de Oliveira bereits im Pokalspiel in Horgau nach längerer Pause einen Einsatz absolviert. Damit stehen Tok wieder mehr Variationsmöglichkeiten und eine starke Auswechselbank zur Verfügung.

Für Bobingens Emre Mutlu ist die Partie in mehrerlei Hinsicht besonders. „Ich habe viele gute Freunde und natürlich spielt auch mein Bruder seit dieser Saison dort. Das kenne ich eigentlich nur aus dem Training oder vom Bolzplatz früher.“ Und noch eine Tatsache macht das Spiel für Mutlu zu einem speziellen. Es wird sein letztes Punktspiel für längere Zeit sein, denn der 23-Jährige hat zum ersten September eine Ausbildung bei der Bundespolizei in Bamberg begonnen und steht Marco Di Santo damit nicht mehr zur Verfügung. „Dass ich bereits nach acht Spielen mein letztes Saisonspiel mache, ist sehr ungewohnt und zugleich traurig. Normalerweise bringe ich alles zu Ende, was ich anfange.“ Freunde, Familie, Derby, Abschied. Ein besseres Abschiedsspiel hätte sich der Bobinger kaum malen können, trotz der großen Herausforderung in der Auswärtspartie.

Auch wenn im Vorjahr beide Spiele an die Königsbrunner gingen, diese zudem aktuell besser dastehen, ist Emre Mutlu optimistisch: „Diese Liga hat gezeigt, dass jeder jeden schlagen kann und wir keine Angst haben müssen vor vermeintlichen Favoriten.“ Dabei erinnert er sich an den umjubelten Heimsieg gegen den FC Thalhofen, bei dem er selbst den entscheidenden Treffer markierte. Trotzdem lief es in den letzten Spielen nicht so für die Bobinger. Zwei bittere Niederlagen ließen das Team in der Tabelle abrutschen. „Wir müssen wieder den Fokus auf uns richten und jeden Spieltag mit Siegeswillen, Mentalität und Lust angehen, denn das macht uns stark“, appelliert Mutlu und weiß „ein Derby hat sowieso immer eigene Gesetze, weil bei Fans und Spielern viele Emotionen im Spiel sind. Das macht es ja so besonders.“ Freunde, Familie, Derby, Abschied – für Emre Mutlu werden am Sonntag mit Sicherheit viele Emotionen im Spiel sein.

Die Partie findet am Sonntag um 15 Uhr im Königsbrunner Hans-Wenninger-Stadion statt. Schiedsrichter ist Manuel Lösch aus Nördlingen.

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