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Insolvenz bei STL GmbH in Bobingen

Bobingen

Bobinger Vorzeigeunternehmen meldet Insolvenz an

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    Die STL GmbH aus Bobingen, im Bild Geschäftsführer Daniel Leuthe, musste Insolvenzantrag stellen.
    Die STL GmbH aus Bobingen, im Bild Geschäftsführer Daniel Leuthe, musste Insolvenzantrag stellen. Foto: Elmar Knöchel (Archivbild)

    Schlechte Nachrichten kommen von der Steuerungs-Technik-Leute GmbH (STL) aus Bobingen. Wie bekannt wurde, musste das inhabergeführte Unternehmen Konkurs anmelden. Die Firma, die sich mit Automatisierungstechnik beschäftigt, galt in Bobingen als sogenannter „Hidden Champion“. Ursprünglich waren Softwaredienstleistungen das Geschäftsfeld. Dabei ging es hauptsächlich um Programme für die Automatisierungstechnik, bevorzugt in der Automobilindustrie. In der Folge wurden sogenannte „Cobot-Systeme“ entwickelt. Anders als bei klassischen Industrierobotern sollte es möglich werden, dass Mensch und Maschine praktisch „Hand-in-Hand“ arbeiten. Dabei sollte auch künstliche Intelligenz eingesetzt werden, um die Cobots lernfähig zu machen und die Teileerkennung in Fertigungsprozessen zu verbessern. Einer der Höhepunkte in der Geschichte der STL war dann die Eröffnung eines weiteren Unternehmensstandortes in den USA. In der Spitze beschäftigte die STL rund 30 Mitarbeitende. 15 sind heute noch in Bobingen beschäftigt.

    „Die deutsche Wirtschaft befindet sich derzeit in Schockstarre“ Alfred Leuthe, STL

    „Die deutsche Wirtschaft befindet sich derzeit in einer Schockstarre“, sagte Seniorchef Alfred Leuthe, als er auf die Hintergründe der Insolvenz angesprochen wurde. „Wir hatten es zuletzt immer schwerer, neue Aufträge zu bekommen. Die Firmen scheuen, aufgrund der unklaren Rahmenbedingungen in Deutschland, vor größeren Investitionen zurück“, so Leuthe. So sei der Umsatz beim einstigen Vorzeigeunternehmen Bobingens eingebrochen und man habe bereits Anfang des Jahres Kurzarbeit anmelden müssen. Doch es habe nicht gereicht und so sei der Schritt in das Insolvenzverfahren unausweichlich gewesen. Zum Insolvenzverwalter wurden Constantin Salm-Hoogstraeten und Grit Rademacher bestimmt, die in Augsburg derzeit mehrere Insolvenzverfahren betreuen. Ziel des Verfahrens solle laut Insolvenzverwalter eine Fortführung des Geschäftsbetriebs sein. Dazu müsse allerdings erst einmal ein Investor gefunden werden. Eine Sanierung aus eigener Kraft solle ebenso geprüft werden. „Grund für den Insolvenzantrag ist insbesondere die anhaltend schwierige wirtschaftliche Entwicklung in Teilen der Industrie sowie eine zurückhaltende Investitionsbereitschaft vieler Kunden im Bereich Automatisierungs- und Produktionstechnik. Dadurch kam es zuletzt zu Liquiditätsengpässen, die eine Sanierung im Rahmen eines Insolvenzverfahrens erforderlich machten.“

    Ein Investor könnte die Firma retten

    So ruhen die Hoffnungen von Alfred Leuthe jetzt darauf, einen Investor zu finden. „Schließlich haben wir unseren verbliebenen Mitarbeitenden gegenüber eine Verantwortung.“ Die Löhne und Gehälter seien bis Ende Juli gesichert, so der Insolvenzverwalter.

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