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Augsburger Geschichte

26.09.2018

Kaiser Maximilian verabschiedet sich 1518

Fotografische Rarität von 1899: Die Augsburger huldigen Kaiser Maximilian I. 1899 wurde ein Freskobild an den Fuggerhäusern im Stadttheater in Szene gesetzt.
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Fotografische Rarität von 1899: Die Augsburger huldigen Kaiser Maximilian I. 1899 wurde ein Freskobild an den Fuggerhäusern im Stadttheater in Szene gesetzt.
Bild: Sammlung Häußler

Der letzte Besuch von Kaiser Maximilian in Augsburg endete vor 500 Jahren. Er verließ die Stadt gesundheitlich schwer angeschlagen.

Zum 500. Mal jährte sich gestern jener denkwürdige Tag, an dem sich Kaiser Maximilian I. für immer von Augsburg verabschiedete. Er tat dies mit Wehmut. Am 26. September 1518 verließ er – gesundheitlich schwer angeschlagen – die Reichsstadt. Daran erinnert an der Hausecke Annastraße/Steingasse die Reiterstatue, die den Kaiser des Heiligen Römischen Reichs hoch zu Ross darstellt. Unter der Steinplastik sind seine Abschiedsworte verewigt: „Nun gesegne Dich Gott Du liebes Augsburg und alle frommen Bürger darinnen! Wohl haben wir manchen frohen Mut in Dir gehabt. Nun werden wir Dich nicht mehr sehen.“

Kaiser Maximilian I. weilte oftmals in Augsburg – zusammengerechnet zwei Jahre und 211 Tage. Dazu zählte sein letzter Aufenthalt anlässlich eines Reichstages vor 500 Jahren. Am 27. Juni 1518 traf er in Augsburg ein. Die Kurfürsten waren bereits anwesend. Der Kaiser logierte in der Bischofspfalz, in den Vorgängerbauten der heutigen Regierung von Schwaben am Fronhof. Noch vor der Beendigung des Reichstags musste der schwerkranke Maximilian I. abreisen.

Die legendären Abschiedsworte aus Maximilians Mund sind mit erhabenen Buchstaben in acht Zeilen zwar knapp über Augenhöhe angebracht, doch die ungewohnte Frakturschrift ist heutzutage für viele kaum zu entziffern. Kaiser Maximilian I. sitzt in Rüstung im Sattel des hochsteigenden Rosses. Die Skulptur ragt an der Hausecke über den Köpfen in den Straßenraum im Fußgängerbereich. Die Steinplastik ist mit Maschendraht vor Verunreinigungen durch Tauben geschützt.

Kaiser Maximilian verabschiedet sich 1518

Das Kaiser-Denkmal ist für Augsburger Verhältnisse jung: Das mächtige Geschäftshaus an der Ecke Annastraße/Steingasse wurde im Jahr 1913 fertiggestellt. Der Münchner Bildhauer Georg Albertshofer bekam den Auftrag für die Skulptur. Sie ist die am ehesten im Blickfeld stehende Erinnerung an Maximilian I. in Augsburg.

Kaiser, Ritter, Bürger

Maximilian I. war von 1508 bis zu seinem Tod am 12. Januar 1519 Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation und damit oberster Souverän der Freien Reichsstadt Augsburg. Anlässlich des 500. Todesjahres wird 2019 im Maximilianmuseum die Ausstellung „Maximilian I. – Kaiser, Ritter, Bürger zu Augsburg“ daran erinnern. In der Dauerausstellung des Museums ist der Kaiser als Terrakotta-Statue präsent. 2019 werden in besonderem Maße sein Leben und Wirken sowie seine enge Verbindung zu Augsburg und den Fuggern mit vielen Exponaten dokumentiert. Der Kaiser war wegen seiner häufigen Aufenthalte in der Stadt eh als „Bürgermeister von Augsburg“ bezeichnet worden.

Maximilian ist nicht nur als Statue im Museum und zu Pferd an der Ecke Steingasse/Annastraße präsent. Im Goldenen Saal des Rathauses blickt er als Fresko überlebensgroß von der Südwand. Unter den Beschriftungen der Kaiserfresken ist unschwer „Maximilianus I.“ zu entziffern. Die Fresken wurden 1983/84 durch den Augsburger Kunstmaler Hermenegild Peiker nach Farbaufnahmen von 1942 rekonstruiert.

Maximilian wohnte bei seinen frühen Augsburg-Aufenthalten in der Dompropstei am Mittleren Pfaffengässchen. Den Platz der einstigen Dompropstei nimmt jetzt das Dom-Hotel ein. Seit 1857 werden dort am Eingang die Gäste aus aller Welt mit einer Inschrifttafel auf die Historie des gastlichen Hauses hingewiesen: „Hier pflegten während ihres Aufenthaltes in Augsburg der Kaiser Maximilian I. und seine Gemahlin Blanca Maria zu wohnen.“

Eck-Erker für die Historie

Ab 1504 besaß Kaiser Maximilian I. ein Haus beim Heilig Kreuzer Tor. Er hatte es noch als König erworben. Erst 1508 wurde er zum Kaiser gekrönt. Von Maximilians einstigem Domizil ist nichts mehr erhalten. An dieser Stelle steht das 1898/99 errichtete Wohn- und Geschäftshaus Heilig-Kreuz-Straße 4. Daran wird die Erinnerung an die Geschichte dieses Bereiches wach gehalten: Ein Eck-Erker an der neugotischen Fassade ist der Historie gewidmet. Davon blickt Kaiser Maximilian herab.

Auf einer Gedenkplatte wird zudem an das extra für Maximilian gebaute kleine Stadttor erinnert. Ein Chronist erläutert die Baugeschichte: Kaiser Maximilian I. kam „vielmals deß Abendts spaat von der Vogelbaissen und Hirschengejäd allher wider in die Statt“. Doch nachts waren die Stadttore geschlossen. Damit der Kaiser trotzdem ungehindert sein Haus erreichen konnte, ließen die Augsburger für ihn „ein sonderlich Thörle“ einrichten. Es war der 1867 abgebrochene „Alte Einlass“. Der Straßenname erinnert noch daran.

Prächtige Ehrentafel

An drei weiteren Stellen wird in Augsburg an Kaiser Maximilian erinnert. Sie sind allerdings nicht ständig zugänglich. Das trifft derzeit auf eine in der ehemaligen Dominikanerkirche angebrachte prächtige Ehrentafel zu. Das hier beheimatete Römische Museum ist ausgelagert. Die Kirche wird saniert und ist deshalb geschlossen. Klein und unauffällig ist das steinerne Porträt von „Imp. Caes. Maximilianus“ aus dem 16. Jahrhundert in der hintersten Ecke im Hofgarten. Baumgrün verdeckt die runde Steinplatte, und man muss schon gezielt suchen, um sie zu entdecken.

Nur bei Führungen zugänglich ist das Lapidarium im Keller des Maximilianmuseums. Dort wird eine großformatige, 1547 datierte Steinplatte mit ausführlicher Inschrift verwahrt. Sie stammt vom einstigen Gesundbrunnen beim Schleifgraben. Daraus habe Kaiser Maximilian getrunken. So ist auf der Tafel zu lesen.www.augsburger-allgemeine.de/augsburg-album

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