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Umfrage

07.03.2021

Jeder zweite Deutsche hält den Einfluss der CSU auf die Bundespolitik für zu groß

Hat die CSU zu viel Einfluss auf die Bundespolitik? Ja, sagt eine Mehrheit der Deutschen.
Foto: Peter Kneffel, dpa

Exklusiv Die CSU ist der Hälfte der Deutschen bundespolitisch zu präsent. Unter den Wählern anderer Parteien sind die Werte sogar noch deutlicher.

Wählen kann man die CSU einzig und allein in Bayern. Das hält die Partei und ihre Vertreter jedoch nicht davon ab, regelmäßig bundespolitisch auf sich aufmerksam zu machen. Ab Herbst könnte die CSU vielleicht sogar den nächsten Kanzler stellen. Das oftmals selbstbewusste Auftreten der Christsozialen gefällt allerdings offenbar nicht jedem: Jeder zweite Deutsche hält den Einfluss der CSU auf die Bundespolitik für zu groß. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey für unsere Redaktion. Demnach geben 49,9 Prozent der Befragten an, dass die Partei auf Bundesebene zu viel Gewicht habe. Etwa jeder vierte Deutsche (27,2 Prozent) wiederum findet den Einfluss der CSU "genau richtig". 16,4 Prozent der Befragten würden sich sogar noch stärkere Christsoziale wünschen. Unentschieden sind 6,5 Prozent.

Gerade in der Corona-Pandemie zeigt sich CSU-Chef Markus Söder oft an der Seite von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und ist immer wieder mit Beschlüssen vorgeprescht. Der Gegenwind, den seine Partei deutschlandweit erfährt, ist vor allem beachtlich mit Blick auf eine weitere Civey-Umfrage, deren Ergebnisse unsere Redaktion vor wenigen Tagen veröffentlicht hat: Während sich eine Mehrheit der Deutschen durchaus einen Bayern als Kanzler vorstellen kann, scheint der Einfluss der CSU vielen zu groß zu sein.

Selbst die Bayern finden den Einfluss der CSU mehrheitlich zu groß

Überdurchschnittlich gut kommt der bundespolitische Einfluss der Christsozialen wenig überraschend im eigenen Lager an. Fast jeder zweite CDU/CSU-Wähler nimmt die Bedeutung der Unionspartei laut Umfrage als "genau richtig" wahr, nur etwa 20 Prozent würden sich eine zurückhaltendere CSU wünschen. Rund jeder vierte Unions-Anhänger plädiert gar für einen größeren Einfluss der CSU.

Anders sehen das die Wähler der weiteren im Bundestag vertretenen Parteien, die sich in dieser Frage einig zu sein scheinen: Ihnen allen ist der bundespolitische Einfluss der CSU mehrheitlich zu groß - unter den SPD-Sympathisanten sagen das sogar drei von vier Befragten.

 

Der Blick auf die Umfrageergebnisse zeigt zudem: Selbst im von der CSU dominierten Bayern würden sich viele der Befragten etwas weniger Einfluss auf Entscheidungen der Bundespolitik wünschen. Das jedenfalls geben vier von zehn Bayern an. Gleichzeitig könnte sich jeder vierte Bayer vorstellen, dass die CSU bundesweit noch präsenter ist. Drei von zehn Bayern beurteilen den Einfluss der Partei als "genau richtig".

Vor allem Jüngere halten den bundespolitischen Einfluss der CSU für zu groß

Auch das Alter der Befragten spielt offenbar eine Rolle bei der Einschätzung, ob sich die CSU bundespolitisch zu sehr einmischt. Während sich zwei Drittel der 18- bis 29-Jährigen für mehr Zurückhaltung der Christsozialen aussprechen, sind es bei den über 65-Jährigen nur vier von zehn Befragten.

 

Das Meinungsforschungsinstitut Civey zählt für seine repräsentativen Umfragen nur die Stimmen registrierter und verifizierter Internetnutzer, die Daten wie Alter, Wohnort und Geschlecht angegeben haben. Die Stimmen werden nach einem wissenschaftlichen Verfahren gemäß der Zusammensetzung der deutschen Bevölkerung gewichtet. Für die Frage "Wie beurteilen Sie aktuell den Einfluss der CSU auf Entscheidungen der Bundespolitik?" wurden im Zeitraum vom 25.2. bis 2.3.2021 die Antworten von 5034 Teilnehmern aus Deutschland berücksichtigt. Der statistische Fehler liegt bei 2,5 Prozent.

Lesen Sie dazu auch:

Wir wollen wissen, was Sie denken: Die Augsburger Allgemeine arbeitet daher mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Was es mit den repräsentativen Umfragen auf sich hat und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier.

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08.03.2021

Nachdem einige der Zuschriftenschreiber Probleme damit haben den Einfluß der CSU zu sehen nur ein Beispiel oder vielleicht zwei:
Da geht's auch nicht um Söder, sondern seinen Vorgänger Seehofer, der jetzt bekanntlich Innenminister ist.
Da wurden doch schon mal die Grenzen dichtgemacht, oder hab ich da geträumt.
Da wurde der Herr Orban eingeladen, übrigens der, gegen den im EU-Parlament ein Ausschlussverfahren, oder so ähnlich, angestrengt wurde.
Und was das Blamable an den Linken-Vorsitzenden zum Thema Bundeswehr sein soll, würde mich auch interessieren.
Vielleicht fällt das Blamable dann ja auf den Schreiber zurück.

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08.03.2021

Stimmt. Keine Regionalpartei hat einen derartigen Einfluss auf Gesamtdeutschland.

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07.03.2021

Der Einfluss der CSU auf die Bundespolitik ist gestiegen seit Söder Ministerpräsident ist. Durch seine rethorische Überlegenheit
gegenüber dem neuen CDU-Vorsitzenden Laschet empfiehlt er sich automatisch als Kanzlerkandidat der Union. Ob er zum
Kanzler gewählt wird, muss bezweifelt werden, hat er doch in Bayern lediglich 37 % erreicht im Vergleich zu Stoiber mit 62 %,
der aber trotzdem gegen einen SPD-Mann verloren hat. So könnte es auch diesmal wieder kommen, da die SPD mit Scholz
einen beliebten Kandidaten hat, der immer ruhig und beherrscht bleibt und nicht populistisch agiert wie Söder. Scholz wäre
der Richtige für Deutschland in der Krise ebenso wie Friedich Merz von der CDU, der im Vergleich zu Spahn noch nie versagt
hat.

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07.03.2021

Es sind schlimme Wahrnehmungsdefizite zu glauben, dass die CSU großen Einfluss auf die Bundespolitik haben würde. Markus Söder wird lediglich von der Kanzlerin im Abstimmungsstreit der 16 Landesfürsten als Vasall benutzt, um noch bis zu den Bundeswahlen im September 2021 durchhalten zu können.

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07.03.2021

Wenn man noch nach konkreten Beispielen für den zu großen Einfluss der CSU in der Bundespolitik gefragt hätte, wäre die Antwort wahrscheinlich ähnlich blamabel ausgefallen, wie beim Vorsitz der Linksextremist*innen zum Thema Bundeswehr.

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07.03.2021

Aber sie hat den Blumenstrauß so schön vor die Füße des gerade frisch gewählten FDP MP geworfen. Damit hat sie sich für höhere Aufgaben qualifiziert.

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