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Umfrage

19.06.2019

Lieber deutscher EZB-Chef als deutscher EU-Kommissionspräsident

Nach der Wahl ist vor dem Personalpoker: In Brüssel beginnen die Gespräche über neues Spitzenpersonal für die Europäische Union.
Bild: Michael Kappeler, dpa (Symbol)

Exklusiv Soll ein Deutscher EU-Kommissionspräsident werden oder lieber an der Spitze der EZB stehen? Auf diese Frage haben die Deutschen eine deutliche Meinung.

Während Deutschland in den vergangenen Tagen über die K-Frage diskutierte, könnte es für Bundeskanzlerin Angela Merkel in Kürze auf die W-Frage hinauslaufen: Weber oder Weidmann?

Deutsche Kandidaten als möglicher EZB-Chef oder EU-Kommissionspräsident gehandelt

Nach der Europawahl im Mai sind diverse Spitzenposten neu zu vergeben - und dafür sind derzeit zwei Deutsche im Gespräch: Manfred Weber, Chef der konservativen EVP-Fraktion im Europaparlament, wird als möglicher Nachfolger von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker gehandelt. Jens Weidmann, Präsident der Bundesbank, könnte Nachfolger von EZB-Chef Mario Draghi werden.

Bundesbank-Präsident Jens Weidmann ist einer der Kandidaten für das Amt des EZB-Chefs.
Bild: Jörn Bender, dpa

Nun ist es aber so, dass wohl höchstens ein Deutscher einen Spitzenposten bekommt. Webers Chancen scheinen zu schwinden, da es bislang im Europaparlament keine politische Allianz zu schmieden gibt, die seine Kandidatur unterstützt. Währenddessen rückt Bundesbank-Präsident Weidmann weiter in den Fokus der Bundesregierung. Denn in der Vergangenheit ist Deutschland bei der Besetzung des EZB-Chefpostens leer ausgegangen.

Unsere Redaktion hat angesichts der Personalfrage eine Umfrage beim Meinungsforschungsinstitut Civey in Auftrag gegeben. Sie lautet: "Wenn Sie die Wahl hätten: Würden Sie sich eher für eine/n Deutsche/n als Chef der EU-Kommission oder als Chef der Europäischen Zentralbank (EZB) entscheiden?"

Manfred Weber wird als möglicher Nachfolger von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker gehandelt.
Bild: Fabio Cimaglia, dpa

Deutsche wollen lieber deutschen EZB-Chef als deutschen EU-Kommissionspräsidenten

Die Deutschen haben dazu eine recht klare Meinung, wie die repräsentative Umfrage zeigt. 42 Prozent der Bundesbürger würden sich, wenn sie die Wahl hätten, eher für einen Deutschen als Chef der Europäischen Zentralbank entscheiden. Nur 27 Prozent bevorzugen einen Deutschen EU-Kommissionspräsidenten. Rund jeder dritte Befragte sagt, dass er sich weder für einen Deutschen als EU-Kommissionspräsidenten noch als EZB-Chef entscheiden würde.

Vor allem die über 65-Jährigen habe eine klare Meinung zu dieser Frage: Rund jeder Zweite bevorzugt einen Deutschen an der Spitze der Europäischen Zentralbank, wohingegen lediglich jeder Vierte lieber einen Deutschen als EU-Kommissionspräsident sehen würde.

 

Das Meinungsforschungsinstitut Civey zählt für seine repräsentativen Umfragen nur die Stimmen registrierter und verifizierter Internetnutzer, die Daten wie Alter, Wohnort und Geschlecht angegeben haben. Die Stimmen werden nach einem wissenschaftlichen Verfahren gemäß der Zusammensetzung der Bevölkerung Deutschlands gewichtet. Für die Frage wurden die Antworten von 5002 Teilnehmern aus Deutschland berücksichtigt. Gefragt wurde: „Wenn Sie die Wahl hätten: Würden Sie sich eher für eine/n Deutsche/n als Chef der EU-Kommission oder als Chef der Europäischen Zentralbank (EZB) entscheiden?“. Der statistische Fehler liegt bei 2,5 Prozent. Der Befragungszeitraum war vom 17. bis 18. Juni 2019.

Wir wollen wissen, was Sie denken: Die Augsburger Allgemeine arbeitet daher mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Was es mit den repräsentativen Umfragen auf sich hat und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier.

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