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Porträt
06.10.2021

Nach Skandalen und Drogen: Exzess-Experte Tyson Fury boxt sich durch

Tyson Fury gestikuliert und hält seine WBC-Trophäe während einer Pressekonferenz vor dem Boxkampf gegen Wilder. Der Boxkampf Fury - Wilder findet am Samstag in Las Vegas statt.
Foto: Erik Verduzco, dpa

Tyson Fury gilt als genialer Boxer mit einem Hang zur Selbstzerstörung. Nach seinem überraschenden Titelgewinn gegen Wladimir Klitschko stürzte er ab. Nun verteidigt er seinen WM-Gürtel.

Die ganz großen Probleme begannen für Tyson Fury mit dem Gewinn des Weltmeistertitels. Als der Brite 2015 gegen Wladimir Klitschko Weltmeister im Schwergewicht wurde, verlor der ohnehin labile Boxer vollends die Kontrolle über sein Leben. Wie er berichtete, bestand sein Leben nach seinem Sieg gegen Klitschko irgendwann vor allem aus Drogen und Alkohol. Fury beschrieb das gegenüber der BBC wie folgt: „Ich bin zu Hause in Morecambe (Furys englischer Wohnort, Anm. d. Red.) aus dem Haus, um in den Laden zu gehen, und drei Tage später in New York aufgewacht.“ Heute sagt Fury dazu: „Ich stand kurz vor dem Selbstmord.“

Box-Showdown am Wochenende in Las Vegas: Tyson Fury gegen Deontay Wilder

Fury verlor fast alles und arbeitete sich aus dem Tal heraus. Sechs Jahre später tritt der heute 32-Jährige als amtierender Weltmeister im Schwergewicht an, um seinen WBC-Titel gegen den US-Amerikaner Deontay Wilder (Sonntag ab 5 Uhr deutscher Zeit, DAZN) zu verteidigen. Ein wichtiger Faktor für den fünffachen Familienvater beim Weg aus dem Tief war seine Frau Paris. Auch ihre Treue stellten die Eskapaden Furys auf die Probe. Sie sagte einmal, sie wäre längst nicht mehr mit Tyson zusammen, wenn er all das wirklich planen und nicht nur aus dem Affekt handeln würde.

Homophobe und antisemitische Aussagen für viele wie ein Schlag ins Gesicht

Der über zwei Meter große und 120 Kilo schwere Koloss teilt auch abseits des Rings immer wieder kräftig aus. Furys homophobe, frauenfeindliche und antisemitische Aussagen sind für viele wie ein Schlag ins Gesicht. 2013 sagte der Brite vor anwesenden Journalisten, er würde seine Schwester erhängen, wenn sie sich promiskuitiv, also sexuell freizügig verhalten würde.

Der WM-Kampf zwischen Tyson Fury (links) und Deontay Wilder.
Foto: Lionel Hahn, dpa

Aus seinem Umfeld ist immer wieder zu hören, dass Fury einfach nur durchgeknallt sei und vieles nicht so meine, wie er es sagt. Dass man Furys Aussagen nicht überbewerten sollte, zeigt seine absurde Forderung, Doping im Boxen zu legalisieren. Sein Argument: Es sei unfair, wenn er einem Gegner gegenüberstehe, der keine Drogen nimmt. Auch in anderen Bereichen scheint Fury eine eigenartige Einstellung zu haben. Er gibt vor, seine Hände täglich fünf Minuten in Benzin zu tauchen, um sie abzuhärten.

Boxweltmeister Fury fährt mit dem Ferrari durch Las Vegas

Seit Beginn seiner Profikarriere 2008 ist Fury ungeschlagen. 21 von 31 Siegen waren Knock-outs. Und doch ist er trotz seiner Körpergröße kein Schläger, sondern ein Taktiker, der seine Gegner genau analysiert.

Fury zählte zuletzt nach einer Erhebung des US-Magazins Forbes zu den bestbezahlten Sportlern der Welt. Da kann man sich schon mal in einem feuerroten Ferrari-Cabrio durch Las Vegas kutschieren lassen und dem Volk zuwinken – so wie es Fury im vergangenen Jahr tat. Sein Vater John, der seinen Sohn nach dem legendären Mike Tyson benannte, kämpfte in den 80er Jahren selbst. Auch seine Brüder sind Boxer. Tyson wuchs teilweise in einer Wohnwagensiedlung auf und bezeichnet sich daher selbst als „The Gypsy King“.

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