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Freiheit der Meinung heißt nicht Freiheit von Widerspruch

Jonas Voss
Kommentar Von Jonas Voss
16.11.2019

In diesem Land müsse man aufpassen was man sagt, heißt es. Dabei gab es noch nie eine Zeit, in der Gesagtes keine Konsequenzen hatte. Und die braucht es auch.

Die Meinungsfreiheit in Deutschland ist in Gefahr! Zumindest, wenn man einer aktuellen Studie glauben möchte. Laut dem Allensbach-Institut glauben 63 Prozent der Deutschen, dass man in der Öffentlichkeit aufpassen müsse, was man sagt.

Soziale Normen legten immer schon die Grenzen der Meinungsfreiheit fest

Vor kurzem debattierte gar der Bundestag über die angeblich gefährdete Meinungsfreiheit. Sie ist seit vielen Jahren Gegenstand gesellschaftlicher Debatten.

Schnell sprechen manche von "Meinungskorridoren", von "Gesinnungsdiktatur" und von "Mainstream-Medien". Sie alle berichteten nur noch aus der gleichen Perspektive, böten anderen Meinungen keinen Raum mehr, so lauten oftmals die Vorwürfe. Dabei vergessen die Empörten: Sie können sich jederzeit zu Wort melden. In digitalen und analogen Medien, in Leserbriefen oder als Politiker im Bundestag.

Wir leben in einer demokratischen, sehr freiheitlichen Gesellschaft. Der deutsche Staat bietet einen recht liberalen Rahmen. So dürfen Menschen im Internet Politikerinnen härteste Beleidigungen entgegenschleudern, ohne Konsequenzen zu erfahren. Auch wird niemand ins Gefängnis gesperrt, nur weil er sich bei Pegida oder anderen menschenfeindlichen Vereinigungen engagiert. Wenn Hans-Georg Maaßen vom Staatsversagen schwadroniert, füllt er Hallen. Wer spricht und schreibt wie ein Faschist, etwa Björn Höcke, darf auch so genannt werden. Er schreibt in seinem Buch von "wohltemperierten Grausamkeiten", was nichts anderes ist als der Aufruf zu staatlicher Gewalt, und doch durfte er sich bei der Landtagswahl in Thüringen von seinen Wählern als Sieger feiern lassen.

In den Medien muss Höcke weiterhin Gegenwind aushalten und das will er nicht – auch weil seine Argumente schwach sind. Diese Akteure müssen also mit Gegenrede und anderen Konsequenzen rechnen. Denn nie und nirgendwo hat es Zeiten gegeben, in denen totale Meinungsfreiheit herrschte. Schon immer legten soziale Normen die Grenzen des Sagbaren fest.

Die AfD kann nicht mit der Meinungsfreiheit umgehen

Meinungsfreiheit heißt nicht Widerspruchsfreiheit. Es ist das Recht auf Streit. Und die Möglichkeit dazu ist heute, dank sozialer Medien, enorm. Wo es mehr Meinungen gibt, gibt es eben auch mehr Gegenmeinungen. Ein Verstoß gegen gesellschaftliche Sitten erreicht heute schlicht viel mehr Menschen als die eigene Filterblase vergangener Zeiten.

Das erlebt nicht nur Höcke, sondern auch die AfD insgesamt: Sie leiden nicht unter der Einschränkung der Meinungsfreiheit, sie sind nur nicht in der Lage, mit den Folgen ihrer Aussagen umgehen zu können. Und wenn sich jemand, wie der AfD-Politiker Stephan Brandner, außerhalb sozialer Normen bewegt und daraufhin seinen Posten verliert, ist das keine Diktatur. Es ist das Recht einer freiheitlichen Demokratie, sich gegen diejenigen zu wehren, die einen völlig anderen Maßstab an das Leben in der Gesellschaft legen.

Die öffentliche Meinung ist keine feste Größe, sie variiert mit Ort und Zeit. Das Meinungsklima wird ständig neu ausgehandelt. Weil Gegner der Freiheit dies genau wissen, nutzen sie diese, um den Diskurs zu verschieben. Dagegen kann und darf sich die Gesellschaft wehren. Als erstes Mittel muss dabei der Streit gelten. Im Austausch der Argumente vergewissert sich die Gesellschaft ihrer Standpunkte. Doch bei den Feinden der offenen Gesellschaft bewirkt das nichts. Eine starke Demokratie muss hier auf Mittel jenseits des Widerspruchs setzen. So lassen sich Parteigelder kürzen und anti-freiheitliche Schriften, Organisationen oder Parteien verbieten. Das alles darf kein Tabu sein, will man die Meinungsfreiheit bewahren.

"Freiheit": Alle Geschichten zum Schwerpunkt-Thema finden Sie hier

Sieben Nachwuchsjournalisten haben sich auf die Suche nach der "Freiheit" gemacht und sagen im Video, was sie unter dem Begriff verstehen.
Video: Axel Hechelmann
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18.11.2019

Die Meiunungsfreiheit ist nicht in Gefahr. Gerade der Fall Lucke zeigt, dass unser Staat diese entsprechend dem GG zu schützen versucht. Das Verhalten der dortigen Demonstranaten ist unakzeptabel und mit nichts zu rechtfertigen. Zumal Herr Lucke versucht hat, die AfD gegen eine Übernahme durch Rechtsextreme zu schützen.

Wenn man Widerspruch für seine Meinung erhält, ist es ein Zeichen von Meiungsfreiheit.

Was absolut nicht akzeptabel ist, sind Morde wie im Fall Lübcke oder Mord-, Vergewaltigungs- und andere Gewaltandrohungen. Diese dienen zur Einschüchterung und stellen eine Gefahr der Meinungsfreiheit dar.
Und genau dies tuen einige Anhänger der AfD massiv (im Internet). In letzter Zeit verschwinden solche Kommentare auf Plattormen wie youtube. Wer vor einigen Monaten auf youtube Kommentare durchgelesen hat, konnte viele "AfD-Verteidiger" lesen,
die gerade obige Androhungen gegen Leute mit anderer Meinungen gepostet haben. Ebenso die den Mord an Herrn Lübcke "gefeiert" haben. In den Foren für "Freiheitskämpfer" sieht es nach wie vor nicht besser aus. Halle war nicht das Ende ...
Ebenso ist es inakzeptabel, dass AfD-Politer Mitglieder auffordern, dass sie über politische andersdenkende Informationen (Adresse, ...) sammeln.

Interessanterweise, werfen viel "Flüsterer" den GEZ-Medien und anderen Mainstreammedien vor, Regierungspropaganda zu machen. Die Flüsterer sollten mal die Zeit stoppen oder die Artikel zählen, wo AfD kritisiert wird und wo die Regierung(sparteien) kritisiert werden.
Und das die AfD immer wieder kritisiert wird, liegt an dem Verhalten Ihrer Repräsentanten wie Herrn Brandner, der einen Terroranschlag in Halle verharmlost weil der Täter sein Ziel (Deutsche mit jüdischen Glauben) nicht erreicht hat. Sein Post zeigt, dass für Herr Brandner Juden nicht Deutsche sein können.
Das so jemand nicht einem Ausschuss des Bundestages vorstehen kann, muss keinem freiheitlichen und der Menschenwürde verpflichetetn Demokraten erläutert werden.

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18.11.2019

... an manchen Beiträgen hier ist sehr gut erkennbar, was das Ziel ist: eine "andere Meinung oder Sicht" auf die aktuellen Dinge zu haben als der "Vorort-Mainstream", stellt einen sofort in die AfD-Ecke >>> die Frage, die sich auftut, ist: wo ist der Unterschied zw. den blau-Faschisten und den grün-Faschisten ? - beide lassen "das Andere" nicht im Ansatz zu ! … und zudem: was nun, wenn man trotz seiner eigenen Sicht weder grün noch blau wählt !? >>> ergo: Die Meinungsfreiheit ist mit der Gleichschaltung der Massen-Medien geopfert worden; Meinung wird schon lange nicht mehr "gedacht oder gefühlt" - sie wird "gemacht" (siehe Erklärung: Volker Pispers "Massenmedien in D - der Draht durch das Hirn des Volkes")

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17.11.2019

@Hallo Herr W!
Vielleicht sollten Sie mal nachschlagen, was "Kommentar" bedeutet, bevor Sie Herrn Voss Einseitigkeit in der Berichterstattung unterstellen. Aber Differenzierung war noch nie etwas, was die extremen Rechten interessiert hat. Darüber hinaus ermüden diese permanenten Versuche der Relativierung. Ab einem Punkt bewegen wir uns nicht mehr auf der Ebene der Meinung. Es gibt, zurecht, Verhaltensweisen und Forderungen, die schlicht inakzetpabel sind. Dazu gehören Hetze und Gewalt, die auf Minderheiten abzielt, Rassismus, Verharmlosung/Negierung des Holocausts und vieles andere mehr. Genau das aber finden Sie, wenn Sie nur ein wenig wollen, in rechtsradikalen Kreisen und auch vielfach bei der so genannten Alternative für Deutschland. Dass Sie und Ihre Parteigänger versuchen, dies in die "Meinungsfaschismus-Schublade" zu packen, ist nur mehr lächerlich.

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17.11.2019

Sehr geehrter Herr Voss,
bei Ihren Ausführungen fehlt mir so ein bisschen die Ausgewogenheit ... ich bin versucht zu unterstellen, dass Sie zu einseitiger Betrachtung neigen.
Die Feinde der offenen Gesellschaft bekommen möglicherweise deshalb so viel Unterstützung, Zuspruch und auch Mitglieder, weil nämlich die andere Seite mit ihrem Meinungsfaschismus keinen Deut besser ist. Die Reaktionen auf Dieter Nuhr ... die heilige Greta von Schweden ... waren alles, nur nicht der Meinungsfreiheit zuträglich und sie kamen meistens nicht aus dem rechten Lager. Die "Soldaten sind Mörder"-Geschichte hat nicht dazu beigetragen das Vertrauen in die objektive Demokratietreue linker Kreise zu erhöhen. Und eine Frau Künast straffrei als Votze bezeichnen zu dürfen, ist ein objektives Fehlurteil, resultiert aber daraus, dass auch Frau Künast mit ihren Meinungsäußerungen schon öfter nicht nur knapp daneben lag ... ich erinnere nur an den unseligen Diskussionsbeitrag von ihr, nachdem ein Angehöriger eines bayrischen SEKs gegen einen mit einer Axt bewaffneten Gewalttäter letal von der Schusswaffe Gebrauch gemacht hat.
Freie Meinungsäußerung erfordert erst einmal die Bereitschaft vorurteilslos zuhören zu wollen und auch völlig konträre Meinungen zumindest anzuhören und die genannten Fakten auf Plausibilität zu prüfen. Da wird es dann schon wieder dünn, denn weder Links noch Rechts unterscheiden sich im Niederbrüllen und Niederpfeifen. Und weder Links noch Rechts unterscheiden sich in dem Verfahren :"Wer nicht für mich ist, ist gegen mich."
Genau diese Überheblichkeit ... nämlich alles besser zu wissen, gepaart mit religiös geführten Diskussionen und auch die Intoleranz "nicht konformer Meinungen" aus linken Kreisen haben dazu geführt, dass Menschen sich den anderen Extremen angeschlossen haben und das sowohl auf der Straße, wie auch in den Medien und auch beim Wahlzettel tun. Daran werden Sie nichts ändern ... auch nicht mit Entzug von Geld ... so lang sich die Einstellung der Menschen nicht ändert.
Wenn in Freiburg ein Mädchen vergewaltigt und umgebracht wird ... der Fall Maria Ladenburger ... und das ZDF es drei Tage nicht für notwendig befindet, darüber zu berichten, weil das ja eine "regionale" Nachricht sei, dann darf sich "die Presse" aber bitte auch nicht wundern, wenn ihre Neutralität angezweifelt oder sie gar mit dem Begriffen "merkelkonform" und "Lügenpresse" bezeichnet wird. Und der Umgang mit Informationen gerade im Hinblick auf die Themen "Flüchtlinge und Asylsuchende" ist ein sehr prägnantes Beispiel, wie man es nicht machen sollte. Nennen Sie doch Ross und Reiter ... ob der 27-jährige Hallenser Ronny B. oder der 19-jährige Syrer Ahmed A. ist bei einer antisemitischen Tat völlig unerheblich. Es ist aber nicht unerheblich im Zusammenhang damit, dass verschwiegen oder vertuscht werden soll, wo unsere Politiker versagen und wo Fehler gemacht werden. Und genau da ist es eben notwendig davon zu sprechen und zu schreiben, ob das wieder ein durchgeknallter Neonazi aus Sachsen, Bayern oder dem Saarland war, oder eben ein durchgeknallter Flüchtling aus Syrien, Niger oder dem Jemen. Und es birgt und bringt nur Probleme, wenn die freie Meinungsäußerung eben abgeschnürt wird, wenn man sich nicht dem Mainstream anschließen will ... nur weil ich finde, dass ein Hijab im Unterricht weder bei Schülerinnen noch bei Lehrerinnen angebracht ist, bin ich noch lange keine Nazi, wie mir dann sofort unterstellt wird. Ich sehe lediglich die Problematik dann eine Grenzziehung vorzunehmen, weil gläubige Muslimas damit durchaus auch fordern könnten in Nikab -so wie in Schleswig-Holstien - oder gar Burka am Unterricht teilnehmen zu wollen. Wenn ich gleichem Atemzug dann fordere, dass auch eine Kippa verboten sein sollte ... gleichberechtigt eben ... bin ich antisemitisch. Wenn ich aber sowohl Kippa, als auch Hijab zulasse, habe ich keinerlei Handhabe mehr Pudelmützen oder Basecaps anzukreiden und sitze als Dozent vor einem Meer aus unterschiedlichen Kopfbedeckungen, die sich rhythmisch dadurch bewegen, dass ein Drittel am Essen mampft, das zweite Drittel Kaugummi kaut und der Rest gerade damit beschäftigt ist im Schutz der jeweiligen Kopfbedeckung zu schlafen.
Wenn Sie also Höcke und Komplizen das Wasser abgraben möchten, müssen Sie nur manche Menschen, die sich selbst als Hüter der Freiheit sehen wollen, von Ihrem hohen Ross holen und die Besserwisserei abgewöhnen. Wenn Sie dann gleichzeitig diese Menschen dazu bringen, nicht nur zu erzählen, wie es nicht geht, sondern auch die Konzepte zu nennen, wie es gehen könnte ... Stichwort Klimadebatte und Greta ... werden sie eine Menge Menschen aus den Fängen der rechten Rattenfänger befreien. Dazu ist es aber notwendig erst einmal sich selbst und den Umgang mit dem Gegenüber zu hinterfragen ... und das, Herr Voss, fällt allen Menschen schwer. Dazu muss man nämlich Meinungsäußerungen aushalten die einen Selbst und noch dazu negativ betreffen. Und gerade die Presse und eine Anzahl Journalisten haben sich in den letzten Jahren viel zu sehr von einer neutralen zu einer gefärbten Berichterstattung gewandelt. Berichten Sie, lassen Sie freie Meinungsäußerung zu ... aber nehmen sie das ganze politische Spektrum in den Fokus ... und setzen Sie nicht nur Höcke, sondern auch Künast, Merkel, Scholz oder auch Kipping, Riexinger und Hofreiter in den Gegenwind. Dann und nur dann werden Sie den neuen Rechten das Wasser abgraben ... nämlich mit einer politisch harten, faktenbasierten und für alle Seiten unangenehmen Diskussion. Aber dabei ... nur als Beispiel ... nicht nur die Menschen anprangern, die gegen Flüchtlingsunterkünfte sind, sondern auch diejenigen, die glaubten am Bahnhof zu klatschen und Teddybären zu verteilen, sei schon alles, was man für sein gutes Gewissen tun müsse.

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17.11.2019

Perfekt geschrieben! Aber manche weigern sich schlichtweg, das zu aktzeptieren. Manche sind sich immer noch sicher, dass plötzlich die Nazis aus ihren Löchern gekrochen kamen und AfD wählen...

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17.11.2019

"Freie Meinungsäußerung erfordert erst einmal die Bereitschaft vorurteilslos zuhören zu wollen und auch völlig konträre Meinungen zumindest anzuhören"

Zur individuellen Freiheit gehört, jemand mit oder ohne Vorurteile zuhören oder auch nicht zuhören zu wollen und einen Schmarrren - ob erzählt oder geschrieben auch so bezeichnen zu dürfen. Was z. B. auch für den Fall zutrifft, wenn einer ernsthaft meint Künast, Merkel, Scholz, Kipping, Riexinger und Hofreiter auf eine Stufe mit dem Nazi und Faschisten Höcke stellen zu können. Ferner gehört dazu, Rassisten und Nazis so zu bezeichnen und jede Diskussion mir ihnen zu verweigern.



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17.11.2019

@ Georg Kr.: Da bin ich aber ganz anderer Meinung, tut mir leid. Sind eigentlich die, die Sie jetzt einfach mal so als Nazis und Faschisten bezeichnen, für Sie keine Menschen mehr? Irgendwie habe ich fast den Eindruck. Und was darf man mit denen dann alles tun? (also außer nicht mit ihnen zu diskutieren)

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17.11.2019

@ CHRISTINA M.

". . . die Sie jetzt einfach mal so als Nazis und Faschisten bezeichnen, für Sie keine Menschen mehr?"

Jeder, der von deutscher Geschichte auch nur eine leise Ahnung hat, weiß, was Faschismus, Rassismus und die menschenverachtende braune Nazi-Ideologie hierzulande und weltweit angerichtet haben. Wer denen trotzdem hinterherläuft ist keinen Deut besser.
Menschen sind und bleiben sie alle, wie auch Vergewaltiger, Mörder und Pädophile. Trotzdem habe ich nicht die geringste Lust, denen zuzuhören oder mit ihnen über die Schändlichkeit ihres Tuns zu diskutieren.






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18.11.2019

"Wenn in Freiburg ein Mädchen vergewaltigt und umgebracht wird ... der Fall Maria Ladenburger ... und das ZDF es drei Tage nicht für notwendig befindet, darüber zu berichten, weil das ja eine "regionale" Nachricht sei, dann darf sich "die Presse" aber bitte auch nicht wundern, wenn ihre Neutralität angezweifelt oder sie gar mit dem Begriffen "merkelkonform" und "Lügenpresse" bezeichnet wird."
Ihre Aussage ist nicht richtig, da das ZDF und andere Medien am 03.12. über die Festnahme des Täters (02.12.) berichtete. Die Tagesschau der ARD hat nicht darüber berichtet, weil die Redaktion dies als reginoalen Kriminalfall ansah. Diese wurde deswegen auch kritisiert.
Inwieweit der Fall solche Schlagszeilen gemacht hätte, wenn der Täter ein "Biodeutscher" gewesen wäre, kann man nur spekulieren. Aber hier der Presse zu unterstellen, dass etwas verschwiegen wurde ist absolut inakzeptabel. Inbseodnere, da N24 und n-tv. die Pressekonferenz der Polizei übertragen haben.

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18.11.2019

(edit/mod)

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17.11.2019

Lieber Herr Kraus, jetzt haben Sie es der Meinungsdiktatur aber ganz laut und deutlich geflüstert, wie schlimm es um das Recht auf freie Rede und Meinung steht. Und die von Merkel gesteuerte Lügenpresse veröffentlicht es auch noch. Fällt Ihnen da etwas auf? Sie können auch eine Partei wählen, in der einzelne Funktionsträger und nicht wenige Anhänger von gewollter „Islamisierung“ reden und gegen Minderheiten hetzen. Sie können sich morgen auf den Rathausplatz stellen und lauthals verkünden, dass der Klimawandel nichts mit dem Verhalten der Menschen zu tun hat und die vielen tausend Klimaforscher weltweit falsch lägen. Können Sie. Nur dürfen Sie nicht erwarten, dass Sie keinen Widerspruch ernten. Und damit müssen Sie klar kommen. Auch wenn es Ihnen schwer fällt. Dass die Art und Weise, wie Auseinandersetzungen geführt werden, roher geworden ist, verbal gewalttätiger als früher, das steht auf einem anderen Blatt Papier und ist eine in meinen Augen bedenkliche Entwicklung, die sehr viele gesellschaftlichen Bereiche tangiert. Um so wichtiger ist es, wenn soziale Normen die Grenzen des Tolerierbaren und Sagbaren definieren. Und denen, die sich außerhalb stellen die rote Karte zeigen.

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17.11.2019

Soviel Freiheit wie in unseren Zeiten, rassistischen völkischen Unsinn, Menschenverachtung, Hetze und Lügen zu verbreiten, gab es für die deutschen Neofaschisten und ihre parlamentarischen Arme seit dem "Vogelschiss" Tausendjähriges Reich noch nie. Soviel Widerstand dagegen zum Glück auch nicht.

https://www.youtube.com/watch?v=ZEGj1T0pnR0

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16.11.2019

(edit/mod)

Mit der Bitte um Veröffentlichung auch in der Print-Ausgabe
Leserbrief zum Kommentar von Jonas Voss:
„Freiheit der Meinung heißt nicht Freiheit von Widerspruch“
(AA, 16. November 2019)

https://www.augsburger-allgemeine.de/special/freiheit/Kommentar-Freiheit-der-Meinung-heisst-nicht-Freiheit-von-Widerspruch-id55980271.html

Wir werden wieder mal zu einem Volk der Flüsterer

Verehrter Kommentator Jonas Voss, Sie singen das Hohe Lied der angeblich real existierenden Meinungsfreiheit in Deutschland. Und sie tun so, als würden sich die 63 Prozent der Deutschen, die sich laut Allensbach-Studie Sorgen um die Meinungsfreiheit machen, völlig unnötig Sorgen um "Meinungskorridore", "Gesinnungsdiktatur" und "Mainstream-Medien" machen. (Am Rande: Bei Allensbach sind es 78 Prozent; bei Infratest 69 Prozent! Dies nur zur Sorgfalt Ihrer Recherche!)

Nein, Herr Voss, Sie sind es, der daneben liegt. Verlassen Sie einmal Ihr Redaktionsbüro oder recherchieren Sie mal ordentlich, dann würden Sie feststellen, wie sehr in Deutschland nicht nur die Meinungsfreiheit, sondern auch die Freiheit von Forschung und Lehre eingeschränkt sind. Dann würden Sie feststellen, dass sich der renommierte Deutsche Hochverband mit seinen 30.000 Professorenmitgliedern Sorgen um „Denk- und Sprechverbote“ an Universitäten macht und fordert: „Die freie Debattenkultur muss verteidigt werden.“ Dass ein VWL-Professor Bernd Lucke in Hamburg Polizeischutz bei seinen Vorlesungen braucht. Dann würden Sie recherchiert haben, dass der damalige Verteidigungsminister de Maizière 2013 an der Humboldt-Uni in Berlin niederschrien und am Vortrag gehindert wurde; dass derselbe soeben eine Lesung in Göttingen wegen gewalttätiger Blockaden absagen musste. Dass in Frankfurt 2018 eine gender-kritische Tagung von 60 Polizisten inkl. Reiterstaffel geschützt werden musste. Dass andernorts gender-kritische oder 68er-kritische Tagungen Krawallaufrufe auf der Antifa-Ecke erfahren. Dass Lesungen von Thilo Sarrazin von der Polizei geschützt werden oder abgesagt werden mussten. Das Institute, die das Thema Klimawandel anders sehen als der Mainstream, keine Veranstaltungsräume bekommen. Dazu übrigens kein besorgtes Wort eines Bundespräsidenten oder einer Kanzlerin! Also, gehen Sie mal raus aus Ihrem Büro, dann werden Sie sehen, dass dieses Volk allmählich wieder ein Volk von Flüsterern wird.

Josef Kraus


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16.11.2019

Das kann ich so auch unterschreiben. Danke Josef

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16.11.2019

Ich ebenfalls, und zwar ohne Einschränkung

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16.11.2019

Ich schließe mich Ihren Ausführungen voll-umfänglich an. Danke Herr Kraus.

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16.11.2019

Es ist exakt so, wie Josef K. es ausgedrückt hat, abgesehen davon, dass die Fakten für sich sprechen.
Die Äußerungen von Herrn Voss sind enttäuschend: Bloß kein heißes Eisen anfassen, schön politisch korrekt und merkelkonform bleiben, dann kann einem als Journalist der ÖR nichts passieren...

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17.11.2019

@ ELMAR S.

". . . dann kann einem als Journalist der ÖR nichts passieren."

??? Bei welchem Sender ist der Herr Voss denn angestellt oder ist die AZ zu einem "Öffentlich-rechtlichen" Medium" geworden?

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17.11.2019

Die Sache mit Lucke ist nicht in Ordnung, aber ansonsten interessant Ihre Wahl der Beispiele und auch entlarvend!
Kein Wort von Synagogen unter Polizeischutz, Todesdrohungen gegen Politiker, die sich in der Flüchtlingshilfe engagieren (bis hin zur Exekution - s. Lübcke), Anschläge auf Politikerbüros der Linken und Grünen usw....
Es gibt keine Sprechverbote in Deutschland (schauen Sie sich mal an, was die Rassenromantiker der AfD im Bundestag so absondern), sondern nur das Gefühl der neuen Rechten, in der Mehrheit zu sein. Diese Mehrheit sei nur nicht so offensichtlich und laut, da es Sprechverbote gäbe. Dies ist aber ein großer Irrtum, denn diese Mehrheit gibt es zum Glück nicht.
Ein Land der Flüsterer? "Die Flüsterer" ist ein Buch über die Unterdrückung in der stalinistischen Sowjetunion. Wenn Sie mit Ihrem Geschreibe darauf abzielen, haben Sie sich sowieso disqualifiziert.

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17.11.2019

@Georg Kr.: Vielleicht ist es ja kein Zufall, dass ich die AZ bereits zu den ÖR gezählt habe, aber ich kann das gerne präzisieren: "dann kann einem als Journalist der ÖR und anderer Mainstreammedien nichts passieren". Der "Stream" ist der gleiche.

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