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Lehrstellenoffensive

23.03.2017

Dieser junge Mann macht Hightec in Handarbeit

Für Lehrstellenoffensive: Reportage mit Azubi Benjamin Geiger, Beruf Systemintegration/Programmierer - bei der Firma SoCom in Niederraunau bei Krumbach. Auszubildender im ersten Lehrjahr. Bild: Ulrich Wagner / LEO Programmierer

Benjamin Geiger hat über die Lehrstellenoffensive seine Ausbildungsstelle gefunden. Er programmiert Computeranwendungen für namhafte Kunden. An die Hochschule wollte er nicht.

PC-Nutzer kennen Computeranwendungen als hübsche Bedienoberflächen mit großen Schaltflächen und schickem Design. Benjamin Geiger blickt hinter die Kulissen. Die Codezeilen, die der 19-Jährige in seine Tastatur hämmert, sind für Laien kaum verständlich, denn der Text ist in der Programmiersprache „Visual Basic.NET“ verfasst. Seine Firma „SoCom“ in Krumbach schreibt Programme für große Wäschereien, etwa für die des Legolands in Günzburg.

Ohne Computersteuerung würde dort nichts funktionieren, sagt Benjamins Ausbildungsbeauftragter Christian Resch: „Die Software erfasst jedes Wäschestück, das in der Wäscherei landet.“ Später sorgt sie dafür, dass die Wäsche auch wieder in den richtigen Händen landet. Dazu kennzeichnen die Waschbetriebe jedes Kleidungsstück mit einem Code. Doch damit der Betrieb die Informationen sinnvoll nutzen kann, sind Programme notwendig – und Benjamin Geiger lernt, solche zu schreiben. In seiner Ausbildung zum Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung wird dem 19-Jährigen aus Heimertingen bei Memmingen gezeigt, wie er solche Anwendungen Schritt für Schritt entwickelt. Dazu tippt er mit konzentriertem Blick hinter seiner Brille zahlreiche Codezeilen in die Tastatur. Nur so weiß das fertige Programm später, was es machen soll.

Ausbildung zum Fachinformatiker: Azubis schreiben eigene Programme

Bisher hat Benjamin Programme für die eigene Firma geschrieben. Eines davon programmierte er zusammen mit einem anderen Azubi: die „Betriebsheftverwaltung“. Denn jeder Auszubildende muss über seine Arbeit in einem Betriebsheft Buch führen. Laut Ausbildungsbeauftragtem Resch klappt das in der Praxis nicht immer reibungslos: „Manchmal vergessen Azubis, ihr Heft abzugeben oder verlieren den Überblick. Mit dem Programm passiert das aber nicht mehr.“ Denn die Anwendung listet nicht nur jede Arbeitswoche auf, sondern kann auch automatisch E-Mails versenden, wenn ein Eintrag überfällig ist.

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Im Laufe seiner dreijähringen Ausbildung darf Benjamin auch Kundenprojekte betreuen. „Damit ich auch weiß, wie die Software tatsächlich verwendet wird, schaue ich mir selbst eine Großwäscherei an“, sagt er. Immerhin will er wissen, wie die Programme in der Praxis funktionieren. Benjamin ist schon während seiner Schulzeit klar gewesen, dass er mit Computern arbeiten will. „Ich habe oft an PCs rumgebastelt und gemerkt, dass mir das Spaß macht“, sagt er. In der Schule mochte er auch das Fach Mathematik – eine gute Voraussetzung für jeden, der Informatiker werden will.

Nachdem Benjamin auf der Wirtschaftsschule in Memmingen seine Mittlere Reife erreicht hatte, besuchte er mit einigen Freunden die Fachoberschule, um dort sein Abitur zu machen. Im Anschluss daran hätte er direkt auf die Hochschule gehen können – aber das wollte Benjamin nicht: „Eine Ausbildung war für mich die bessere Wahl. Ich möchte praktisch arbeiten und nicht nur die Theorie lernen.“ Außerdem verdient er nun sein eigenes Geld – ein weiterer Vorteil, wie er sagt. Grundsätzlich ist das Einkommen bei Fachinformatikern für Anwendungsentwicklung nicht schlecht – bei den Azubis landet mehr auf dem Konto als in anderen Ausbildungsberufen (siehe Infokasten).

Ausbildungsberuf Fachinformatiker - auch in der Freizeit anwendbar

Nach seinem Abitur hatte sich Benjamin bei Firmen in seiner Umgebung beworben – zunächst ohne Erfolg, wie er sagt. Nach einigen Fehlschlägen habe ihm seine Mutter die Lehrstellenoffensive unserer Zeitung auf den Tisch gelegt und Benjamin auf die Lehrstellenoffensive aufmerksam gemacht. „Mir ist die Firma SoCom gleich ins Auge gesprungen. In derselben Woche habe ich meine Bewerbung abgeschickt und schon ein paar Tage später war ich beim Bewerbungsgespräch“, schildert er.

Auch in seiner Freizeit kann Benjamin sein Wissen aus der Arbeit anwenden. Das würde man bei seinem Hobby nicht sofort vermuten, denn Benjamin ist im Schützenverein. Doch der 19-Jährige engagiert sich dort nicht nur als Schütze, sondern hat auch geholfen, eine elektronische Schießanlage einzurichten. Dadurch können Schützen gleich nach jedem Treffer auf einem Bildschirm am Schießstand sehen, wie gut sie geschossen haben. Auch hinter dieser Anwendung stecken viele Zeilen Programmcode – und damit kennt sich Benjamin aus.

So funktioniert die Lehrstellenoffensive

Der Weg zum Traumberuf führt für viele junge Menschen über eine Lehre. In einer großen Bandbreite von Berufen können sich Jugendliche selbst verwirklichen und Karriere machen. Wer das nicht glaubt, dem beweisen wir es: In der Lehrstellenoffensive unserer Zeitung lassen wir immer wieder Menschen aus der Region zu Wort kommen, die genau das geschafft haben: Mit der Lehre zum Traumjob zu kommen. Wir begleiten die Azubis einen Tag lang in ihrer Arbeit.

Unsere Lehrstellenoffensive ist eine gemeinsame Aktion mit den Arbeitsagenturen der Region, der Industrie- und Handelskammer (IHK) Schwaben sowie der Handwerkskammer für Schwaben. Unsere Initiative hat nur ein Ziel: jungen Menschen und ihren Eltern zu helfen, damit der Weg zum Wunschberuf klappt.

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