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Lehrstellenoffensive

24.03.2017

Tipps für Bewerber: So soll ein Facebook-Profil (nicht) aussehen

Kaum jemand ist heutzutage nicht vernetzt. Egal ob Instagram, Facebook oder Twitter, die Bandbreite der sozialen Netzwerke wächst von Tag zu Tag. Das hat nicht nur Vorteile.
Bild: Armin Weigel, dpa (Archiv)

Jeder zweite Betrieb sortiert Bewerber aus, weil sie sich unvorteilhaft im Internet zeigen. Mit diesen einfachen Tipps bleiben Bewerber im Rennen.

Lara* schien den Job bereits sicher zu haben. Sie knöpfte ihre weiße Bluse zu, schminkte sich dezent und ging zum Vorstellungsgespräch in eine Frankfurter Bank. Der Wunsch: eine Ausbildung zur Bankkauffrau. Die Chancen: bestens. Lara, 18, schrieb gute Schulnoten, dann eine perfekte Bewerbung. Sie hatte sogar schon Auslandserfahrung gesammelt. Und doch wurde ihr genau das zum Verhängnis.

Laras Geschichte ist wirklich passiert. Der Freisinger Marketingexperte Theo Grassl erzählt sie regelmäßig als Referent auf Tagungen oder Kongressen. Er erzählt auch, wie Laras Bewerbung ein jähes Ende nahm.

Ein Mitarbeiter in Laras Wunschunternehmen tippte den Namen der Bewerberin bei Google ein. Inzwischen ist das nichts Ungewöhnliches mehr: Etwa die Hälfte der deutschen Unternehmen sucht im Internet nach den Namen seiner Bewerber, sagt Grassl. In Laras Fall stieß der Mitarbeiter auf ein Facebook-Foto, das die ganze Bewerbung ruinierte.

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Internet-Suche: Unternehmen sieben 56 Prozent der Bewerber aus

Es zeigt eine Urlaubszene: Lara in den Sommerferien auf Jamaika. Sie trägt Dreadlocks, hält in der einen Hand möglicherweise einen Joint, in der anderen ein Getränk. Links und rechts zwei Jungs. Party-Stimmung. Die scheinbar brave Lara bekam keinen Job - und ihr Fall ist kein Einzelfall.

Deutsche Unternehmen sieben nach solchen Internetrecherchen bereits viele Bewerber aus. "56 Prozent der Bewerber", sagt Grassl. "Sie machen viel falsch, weil sie nicht nachdenken." Doch es geht auch anders. Grassl empfiehlt Bewerbern, folgende Schritte im Internet zu beachten.

  • Bewerber sollten ihre Profile säubern, wenn sie Facebook oder Instagram benutzen. Das bedeutet: Party- oder Strandfotos im Bikini sind tabu. Junge Leute sollten sich fragen: "Welchen Eindruck hinterlässt mein Profil bei einem möglichen Arbeitgeber?" Andererseits gilt laut Grassl auch: Junge Leute müssen sich nicht verstellen - und können mit authentischen Fotos eine "gewisse Sozialkompetenz" und "Lebensfreude" zeigen und damit punkten. Wird ein Bewerber im Vorstellungsgespräch beispielsweise auf unpassende Fotos angesprochen, sollte er von einer "Momentaufnahme" sprechen.
  • Fotos, die von Freunden hochgeladen wurden, können blockiert werden. Dabei helfen bei Facebook beispielsweise Privatsphäre-Einstellungen wie "Verknüpfungen nicht zulassen". Grassl empfiehlt, diese regelmäßig zu kontrollieren, weil sie durch Updates automatisch umgestellt werden können.
  • Rechtschreibung und Umgangsformen zählen auch in sozialen Netzwerken. Bewerber sollten "nicht überall ihren Senf dazugeben", sagt Grassl. Stattdessen können sie sich konstruktiv in Diskussionen auf Facebook oder in Internetforen einbringen.

Und wer nicht bei Facebook oder Instagram angemeldet ist: Machen sich Bewerber dadurch verdächtig? "Nein", sagt Grassl. Wer nicht in sozialen Netzwerken aktiv ist, kann dort auch keine "Fehler" machen. Das gelte übrigens auch nach einer erfolgreichen Bewerbung.

Wer erst schreibt und dann denkt, gefährdet seinen Arbeitsplatz

Ein junger Mann sah das anders, erzählt Grassl. Er beschimpfte seinen Arbeitgeber auf Facebook als "Menschenschänder" und beschuldigte ihn, zu wenig Lohn zu zahlen. Als dem Mann gekündigt wurde, begann ein langer Rechtsstreit, der am Oberlandesgericht endete. Das Urteil: Die Kündigung ist rechtmäßig. Die Lehre: Wer im Internet erst schreibt und dann denkt, gefährdet seinen Arbeitsplatz. *Name geändert

Hürden sind dazu da, überwunden zu werden. Das gilt gerade auch beim Berufseinstieg. Mit der Lehrstellenoffensive unserer Zeitung wollen wir junge Menschen auf dem Weg in den Beruf unterstützen. Es ist eine gemeinsame Aktion mit der Industrie- und Handelskammer (IHK) Schwaben, der Handwerkskammer für Schwaben sowie den Arbeitsagenturen der Region. Alle Informationen zur Lehrstellenoffensive gibt es unter www.leo-verbindet.de.

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