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Olympia: Das Gesicht der deutschen Mannschaft

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Das Gesicht der deutschen Mannschaft

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    Leon Draisaitl trainierte am Wochenende bereits mit dem deutschen Team bei den Olympischen Spielen in Mailand.
    Leon Draisaitl trainierte am Wochenende bereits mit dem deutschen Team bei den Olympischen Spielen in Mailand. Foto: Peter Kneffel, dpa

    Leon Draisaitl saß entspannt da. Er trug bei der Pressekonferenz am Samstag eine Strickmütze, weit in die Stirn gezogen. Es war sein erstes Wochenende bei den Olympischen Spielen in Mailand und Cortina. Am Freitag war der deutsche Eishockey-Star in Italien angekommen, von Edmonton war er über Montreal nach Mailand geflogen.

    Eine strapaziöse Reise, zumal er einen Tag zuvor noch mit den Oilers in Calgary gespielt hatte. An Flüge aber ist Draisaitl in der nordamerikanischen Profiliga NHL gewöhnt, an verschiedene Zeitzonen auch. Die Umstellung an die europäische Zeit aber ist auch für ihn eine Herausforderung.

    Draisaitl hatte es eilig. Er musste früher als seine acht Eishockey-Kollegen aus Nordamerika in Italien sein. Draisaitl durfte am Freitagabend die deutsche Fahne ins Mailänder San-Siro-Stadion tragen. Es sei ein besonderer Moment für ihn gewesen, sagte der 30-Jährige, eine große Ehre. Da nahm er auch die Strapazen einer kurzfristig geplanten Anreise in Kauf. Draisaitl war von der Öffentlichkeit und innerhalb des deutschen Teams zum Fahnenträger gewählt worden. In Predazzo führte Katharina Schmid die deutsche Delegation bei der Eröffnungsfeier an.

    Die NHL pausiert für die Olympischen Spiele

    Draisaitl ist eines der Gesichter der deutschen Olympia-Mannschaft. Weil er nicht nur in der besten Eishockey-Liga der Welt spielt. Er ist auch einer der großen Stars der NHL. Einer, der den Unterschied ausmachen kann. Und einer, auf dem die Hoffnungen der deutschen Mannschaft ruhen.

    Das Turnier in der neu erbauten Halle in Mailand ist eines der hochklassigsten in der olympischen Geschichte. Weil die NHL für die Winterspiele pausiert. Weil nach und nach die besten Eishockeyspieler der Welt eintreffen. Am Samstag und Sonntag reisten die Stars aus Nordamerika an. Auch die deutsche Mannschaft kann auf einige NHL-Profis bauen, unter anderem den gebürtigen Augsburger Nico Sturm, der für die Minnesota Wild spielt. Am Sonntag kamen sie an, aufs Eis ging es für die Nachgereisten noch nicht. Es stand eine individuelle Eingewöhnung im Olympischen Dorf auf dem Programm.

    Es wird auch darum gehen, den Jetlag in den Griff zu bekommen. Auch Draisaitl hatte damit noch zu kämpfen. Er sei immer sehr früh wach, erzählte er am Wochenende. Im olympischen Dorf darf er in einem Einzelzimmer wohnen. Die meisten deutschen Athleten sind in Doppelzimmern untergebracht. Superstar Draisaitl aber bleibt für sich alleine.

    Mit seinem Vater Peter Draisaitl hat er schon häufig über Olympia gesprochen. Der nahm an drei Winterspielen teil und hatte seinem Sohn immer davon vorgeschwärmt. Von dieser besonderen Atmosphäre. Von speziellen Momenten. Leon Draisaitl sagte: „Ich freue mich sehr auf diese zwei Wochen, diesen Flair und die Vibes miterleben zu dürfen.“

    Am Donnerstag starten die deutschen Männer gegen Dänemark ins Turnier, am Samstag folgt die Partie gegen Lettland. Zwei Spiele, in denen Siege möglich sind. Und wohl nötig beim Blick auf den folgenden Gegner USA. „Es ist enorm wichtig, gleich richtig ins erste Spiel reinzukommen“, sagte Draisaitl. Auch er betonte, dass in den ersten beiden Spielen die Siegchance höher sei als im dritten Duell. „Aber auch die USA wollen wir ein bisschen ärgern“, sagte der 30-Jährige.

    Draisaitl ist von der Qualität des deutschen Teams überzeugt

    Draisaitl weiß, dass der öffentliche Fokus vor allem auf ihn gerichtet ist. Er sagte aber auch: „Es geht hier nicht um mich, wir können nur als Mannschaft etwas erreichen. Ich kann nur meinen Teil dazu beitragen.“ Draisaitl ist davon überzeugt, dass auch die Qualität der deutschen Mannschaft für große Taten ausreicht. „Wir freuen uns darauf, der Welt zu zeigen, dass wir gut Eishockey spielen können“, sagte Draisaitl. Im Team seien alle Aspekte abgedeckt, die es für ein erfolgreiches Turnier brauche. Spielerische Momente, aber auch kompaktes Auftreten. Eine einfache Aufgabe aber wird es nicht.

    Draisaitl ist viel Aufregung um seine Person gewohnt. Er hat einen Acht-Jahres-Vertrag über 112 Millionen Euro bei den Edmonton Oilers. Er zählt zu den besten Spielern der besten Eishockey-Liga der Welt. Kein Wunder, dass auch Eishockey-Deutschland auf Wundertaten von ihm hofft. Er möchte das zeigen, was ihn auch in der NHL stark macht. Seine Spielintelligenz ist stark ausgeprägt, seine Körperlichkeit hilft ihm in den Zweikämpfen und seine Schüsse erreichen Geschwindigkeiten von bis zu 140 Stundenkilometer. Qualitäten, die ihn zu einem der besten Center der Welt machen. Aber nichts daran ändern, dass er alleine nicht erfolgreich sein kann. Es braucht das gesamte Team. „Wir müssen alle unsere Rollen akzeptieren. Dann ist da sehr viel drin“, sagte der 30-Jährige.

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